Weiterer Planet im Sonnensystem: Astronomen Grenzen Suche nach „Planet Nine“ ein

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Das Orbitaldiagramm von „Planet Nine“ (P9) mit den bereits ausgeschlossenen Regionen seiner aktuellen Position (rot) und die errechnete Region seines wahrscheinlichsten Aufenthaltsortes (grün). Maßstab in Astronomischen Einheiten (AU/AE = Abstand Erde-Sonne).

Copyright: CNRS

Paris (Frankreich) – Seit die beiden US-Astronomen Konstantin Batygin und Mike Brown vor einem Monat anhand der Umlaufbahn-Übereinstimmungen großer Objekte im Kuiper-Gürtel den mathematischen Nachweis eines bislang unentdeckten Planeten von der bis zu 10-fachen Erdmasse erbrachten (…GreWi berichtete), ist das Wettrennen nach dem direkten Nachweis entbrannt. Jetzt ist es französischen Astronomen gelungen, die Suche ein gutes Stück einzugrenzen.

Wie die Forscher um Agnès Fienga vom Observatoire de la Côte d’Azur und Jacques Laskar von der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS aktuell im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ (DOI: 10.1051/0004-6361/201628227) berichten, konnten sie mit Hilfe von Daten der seit 2004 den Saturn umkreisenden NASA-Sonde „Cassini“ und einer Computersimulation die möglichen derzeitigen Positionen des postulierten neunten Planeten, den seine „Entdecker“ als „Planet Nine“ bezeichnen, eingrenzen.

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Hierzu berechneten die Astronomen zunächst, wie „Planet Nine“ (P9) auf der von Batygin und Brown bereits grob beschriebenen möglichen Umlaufbahn um die Sonne die Bewegung der bekannten Planeten des Sonnensystems beeinflussen würde. Im Abgleich mit den tatsächlichen Bewegungsdaten des Saturn konnten sie so zwei Teilsegmente der berechneten Umlaufbahn von „Planet Nine“ als dessen derzeitige Position ausschließen (s. Diagramm, rot).

Im Gegensatz dazu glauben die französischen Astronomen anhand der Daten eine mögliche Region als den aktuellen Aufenthaltsort des noch unentdeckten Planeten (s. Diagramm, grün) ausgemacht zu haben.

„Da die Existenz von P9 nur durch eine direkte Beobachtung beweisen werden kann, sind unsere Einschränkungen der möglichen Ausrichtungen der Suche danach ein wichtiger Beitrag auf diesem Weg“, so die Astronomen abschließend.

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