NASA bestätigt: Auch heute noch fließt Wasser auf dem Mars

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Auch an den Wänden des Mars-Kraters Horowitz zeigen sich die Abflussrinnen.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Washington (USA) – Seit der Ankündigung einer „bedeutenden wissenschaftlichen Entdeckung auf dem Mars“ vor wenigen Tagen rätselte die Öffentlichkeit darüber, welches „Mars-Rätsel“ (so die Vorabinformation der US-Raumfahrtbehörde) die NASA wohl gelöst hat. Als erstes deutschsprachiges Nachrichtenportal überhaupt äußerte „Grenzwissenschaft-Aktuell.de“ schon vor Tagen, die gut begründete Vermutung, dass es sich dabei um den Nachweis von fließendem Wasser auf dem Mars handelt. Diese Vermutung hat die NASA auf ihrer heutigen Pressekonferenz nun bestätigt.

Auf der Marsoberfläche fließt demnach in regelmäßigen Abständen auch heute noch laugenartiges Salzwasser. Den Beweis dafür fanden Wissenschaftler nun anhand fingerartiger Linien an Kraterwänden, die sich in den wärmeren Mars-Sommermonaten hangabwärts weiten (s. Abb.), verlängern und dann in den kalten Wintermonaten wieder zurückweichen.

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Wie die Wissenschaftler um Lujendra Ojha vom Georgia Institute of Technology auf der NASA-Pressekonferenz und im Fachjournal „Nature Geoscience“ (DOI: 10.1038/ngeo2546) berichten, konnten sie mit dem Spektrometer an Bord der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) die Signaturen von Mineralhydraten entlang jener Kraterwandhänge nachweisen, auf denen sie schon zuvor die stets in den Sommermonaten bei Temperaturen von über minus 23 Grad Celsius wiederkehrenden und im Winter wieder zurückweichenden fingerartigen dunklen Streifen entdeckt hatten.

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Die sich mit den Jahreszeiten verändernden dunklen „Finger“ an einem Hang im Mars-Canyon Valles Marinieris.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona
Diese Mineralien – wahrscheinlich Perchlorate – bestätigen, dass die Abflussrinnen tatsächlich von flüssigem Wasser, konkret von salzhaltigem Wasser, erzeugt werden, das offenbar im Marsuntergrund aus Eis geschmolzen, an den Kraterwänden an die Oberfläche tritt und diese hinabläuft.

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Abflussrinnen, die von Wasser erzeugt werden, das in den Sommermonaten des Mars aus den Wänden des Garni Kraters austritt.

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Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

„Unser Motto bei der Suche nach Leben im Universum war stets ‚Folge dem Wasser'“, kommentiert der Direktor des Science Mission Directorate der NASA, John Grunsfeld die Bestätigung flüssigen, salzigen Wassers auf dem Mars und führt weiter aus: „Jetzt haben wir eine überzeugende Bestätigung dessen, was wir schon lange vermutet haben.“

Bislang konnten die Forscher nur vermuten, dass die „Recurring Slope Lineae“ (RSL) von Wasser hervorgerufen wurden. Was fehlte war der eindeutige Nachweis dafür (…GreWi berichtete). Der nun geführte Nachweis von Salzhydraten auf diesen Abhängen belegt eine direkte Verbindung der RSL mit flüssigem Wasser: Die nachgewiesenen Salze setzen den Gefrierpunkt von Salzwasser auf die gleiche Weise, wie Salz Eis und Schnee auf irdischen Winterstraßen schneller zum Schmelzen bringt.

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Die Abflussrinnen an den Wänden des Hale-Kraters in einer Falschfarbendarstellung.

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„Wir haben die Salze nur dann gefunden, wenn die Linien innerhalb ihres jahreszeitlichen Zyklus‘ auch am breitesten waren“, so die Forscher. „Das legt nahe, dass entweder die Linien selbst oder der sie bildenden Prozess die Ursache für die Flüssigkeitszufuhr ist. In beiden Fällen ist der Nachweis der gelösten Salze auf diesen Hängen ein Beweis dafür, dass hier Wasser eine wichtige Rolle für die Entstehung der Linien spielt“, so Ojha.

„Je mehr wir den Mars erforschen, um so mehr lernen wir darüber, auf welche Art und Weise Leben dort existieren könnte und wir erfahren auch immer mehr darüber, wo wir zukünftig die Quellen von Elementen finden, die Leben unterstützen könnten.“

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