UFO-Forscher finden mögliche Erklärung für angebliche Arktis-UFO-Fotos der USS Trepang

00873
Foto aus der Foto-Serie, die anonyme Quellen als Aufnahmen des U-Bootes „USS Trepang“ vom März 1971 ausweisen.

Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu den hochauflösenden Originalscans der Aufnahmen zu gelangen.
Copyright/Quelle: TheBlackVault.com

Los Angeles (USA) – Seit einigen Wochen sorgt eine Fotoreihe, die angeblich von dem US-U-Boot „USS Trepang“ im März 1971 durch das Periskop aufgenommen worden sein sollen, für heftige Diskussionen sowie unter UFO-Forschern und -Fans als auch unter Skeptikern. Sie zeigen mehrheitlich zigarren-, ei- und dreiecksförmige Flugobjekte unmittelbar über der Wasseroberfläche, die vermutlich aus dem Wasser heraus aufsteigen oder – nach Beschuss – getroffen ins Wasser stürzen. Jenseits aller Spekulation haben die UFO-Forscher Alex Mistretta,  John Greenewald Jr. und Steve Murillo die Hintergründe der Bilder und der damit verbundenen Behauptungen recherchiert – und glauben, eine Erklärung für die spektakulär erscheinenden Fotoserie gefunden zu haben.

Wie Mistretta auf „TheBlackVault.com“ zusammenfassend berichtet, hörte er von den Aufnahmen erstmals von einer ihm vertrauten Informationsquelle in Europa. Wie sich zeigte, handelte es sich dabei um eine Fotoserie, wie von dem französischen Mystery-Magazin „Top Secret“ veröffentlicht worden war. Der Forscher bezeichnet seine eigenen Quellen, die nicht mit denen von „Top Secret“ in Verbindung stehen, als den europäische Geheimdienstkreisen entstammend und glaubwürdig.

Laut dieser anonymen Quelle sollen die Bilder im März 1971 von Bord des US-Navy-U-Boots „USS Trepang“ (SSN 674) im Arktischen Meer zwischen Island und der norwegischen Insel Jan Mayen aufgenommen worden sein. An Bord der Trepang habe damals Admiral Dean Reynolds Sackett das Kommando gehabt. Das „Objekt“ selbst sei von dem Offizier John Klika zufällig mit dem Periskop auf einer militärisch-wissenschaftlichen Expedition entdeckt worden.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ HIER können Sie den täglichen GreWi-Newsletter bestellen +

Mistretta erläutert weiter, dass die ihm vorgelegten Bilder im Gegensatz zur Darstellung in „Top Secret“ keine Aufschriften aufweisen. „Top Secret“ schreibt, dass in der oberen Ecke der Hinweis „Official Photograph. Not to be Released. CT.“ Und in der unteren rechten Ecke „Unauthorized Disclosure Subject. Security Certificat SSN 674. Criminal Sanction“ zu lesen sei. Zudem unterstreicht Misretta, dass ihm am 13. Juli (2015) zudem Originalabzüge der Fotoserie – ohne Aufschriften – zugespielt wurden und es sich dabei nicht um Scans oder Kopien der Fotos aus dem Heft (Top Secret) handelt.

00876
Die weitere Aufnahmen der angeblichen „Trepang-Serie“

Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu den hochauflösenden Originalscans der Aufnahmen zu gelangen.
Copyright/Quelle: TheBlackVault.com

Wie Recherchen durch Mistretta und Murillo zeigten, waren sowohl der von den Quellen genannte Admiral Sacket als auch John Klika zur fraglichen Zeit tatsächlich auf der Trepang und diese wiederum auch in besagter Region unterwegs.

Schon am 8. Juli 2015 hatte der ehemalige Navy-Pilot und heutige UFO-Untersucher der UFO & Paranormal Research Society in Los Angeles (UPARS) Steve Murillo für Mistretta  Admiral Sackett kontaktiert. Allerdings, so berichtet Mistretta auf „TheBlackVault.com“, sei der Admiral schnell von der UFO-Frage abgekommen und habe lediglich erklärt, er habe damals „nur Eis“ und „nichts Ungewöhnliches“ gesehen. Am Telefon bestätigte auch Klika, dass er zur fraglichen Zeit auf der Trepang Dienst tat, erklärte aber zugleich, dass weder er noch sonst jemand damals etwas Ungewöhnliche gesehen und beobachtet habe. Angesichts der ihm dann vorgelegten Fotos erklärte Klika, dass er nicht wisse, um was es sich bei den Objekten darauf handeln könne. Eine Antwort des Admirals auf diese Frage steht indes bislang noch aus.

Neben der Faktenüberprüfung und ihren Hintergrundrecherchen haben die UFO-Forscher aber auch nach konventionellen Erklärungen für die auf den ersten Blick fasst schon jedes Klischee von fast schon zu guten UFO-Fotos erfüllende Fotoserie gesucht – und wurden tatsächlich fündig:

„Als ich diese Bilder zum ersten Mal sah, dachte ich direkt an etwas ziemlich zeppelinartiges. Allerdings schienen diese Objekte auf den Fotos keine klassischen Passagierkabinen zu tragen“, bemerkt Greenewald.

„Nach einiger Zeit habe ich dann historische Bilder entdeckt, die zumindest die Möglichkeit aufzeigen, dass es sich bei den Objekten auf den Fotos um Zielballon der Marine handelt und die Trepang damals irgendwelche Waffentests durchgeführt hatte.“ Tatsächlich fand der Forscher in offiziellen und heute öffentlichen Marineunterlagen bestätigt, dass vom 22. Februar bis zum 22. März 1971 U-Boote unter der nördlichen Eiskappe ausführliche Tests zur Datengewinnung für die Waffensysteme durchgeführt hatten und zugleich wissenschaftliche Experimente  zu Bewegung Zusammensetzung und geologischen Geschichte der Nordpolkappe durchführte.

„In der Library of Congress fand ich dann einige Fotos von Ballon-Trägern, die den (vermeintlichen UFO-) Fotos der Trepang durchaus gleichen“ berichtete Greenewlad. Allerdings stammen alle diese Aufnahmen aus den Jahren 1910-1915. Zwischen diesen Aufnahmen und den angeblichen Trepang-Aufnahmen liegt also ein nicht unerheblicher zeitlicher Abstand von mehr als 50 Jahren.

00877
Historische Aufnahmen britischer sog. „Balloon Ships“ (1900-1915).
Quelle: Library of Congress

Greenewald selbst vermutet, dass es sich bei den Fotos „wahrscheinlich um Bilder eines Waffentests und bei den UFO-artig wirkenden Objekten um Testziele handelt, wie sie ähnlich schon 1900-15 zum Einsatz bekommen waren.

– Den ausführlichen Originalbericht mit zahlreichen weiteren Hintergrundinformationen Aufnahmen und hochauflösenden Scans der Originale finden Sie HIER

OpenMinds.com-Interview mit Greenewald zu den „Trepang-Fotos“

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten.

© grenzwissenschaft-aktuell.de