Weltraumteleskop Kepler findet 23 weitere ungewöhnliche Lichtmuster ferner Sterne


Künstlerische Darstellung von Staubwolken um einen Stern. Diese könnten zumindest einige merkwürdige Schwankungen im Licht einiger ferner Sterne erklären.

Copyright: ESO

Pasadena (USA) – Im Rahmen der fortgesetzten Mission „K2“ haben NASA-Astronomen mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ insgesamt 23 weitere ferne Sterne entdeckt, deren Helligkeitsveränderungen ungewöhnliche und noch zu erklärende Muster aufzeigen. Schon seit mehr als einem Jahr suchen Astronomen nach einer Erklärung für das bislang (und immer noch) einzigartige Lichtmuster des rund 1.500 Lichtjahre entfernten Sterns KIC 8462852, hinter dem einige Astronomen sogar gewaltige künstliche Bauwerke vermuten.

Nachdem die Wissenschaftler jene Sterne mit bekannten Planeten bzw. Planetenkandidaten, protoplanetaren Gas- und Staubscheiben und großen Sonnenflecken aussortiert hatten, blieben besagte 23 Sterne übrig, deren variierende Lichtmuster nicht durch eben diese Faktoren erklärt werden können. Zu diesen weiterhin „rätselhaften Sternen zählt auch der mittlerweile bekannte KIC 8462852.

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Bei allen dieser Sterne handelt es sich um M-Zwergsterne mit vergleichsweise geringer Masse und in allen Fällen stimmen die Helligkeitsschwankungen mit der jeweils gemessenen Rotationsperiode des Sterns überein – weshalb die Astronomen schlussfolgern, dass die Helligkeitsschwankungen auf Objekte zurückgeführt werden können, die den Stern in gleicher Rate umkreisen.

Die Lichtmuster der 23 fernen Sterne gliedern die Autoren zunächst in drei Gruppen.
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Coypright: Stauffer et al.

Wie das Team um John Stauffer vom Spitzer Science Center am Caltech aktuell im Fachjournal „The Astronomical Journal“ (DOI: 10.3847/1538-3881/aa5eb9) berichtet, untergliedern sie die 23 „ungewöhnlichen Sterne“ selbst wiederum in drei Gruppen: Sterne mit muschelförmigen Kurven (s. Ab. o.) mit zahlreichen Schwankungen; Sterne mit fortwährenden Schwankungen mit dreieckigen Abfällen (sog. Dips, s. Abb. m.) und Sterne mit eher kurzweiligen Dips (u.), die jeweils nur einzelne Dips unterschiedlicher Stärke aufweisen.

Die Astronomen selbst vermuten als Erklärung für die Helligkeitsschwankungen der beiden ersten Kategorien eine gemeinsame Ursache, während für die dritte Gruppe eine andere Erklärung zu finden sei. Auf diese Weise verbleiben bei der Kategorisierung der ungewöhnlich leuchtenden Sterne zwei Hauptgruppen:

– Die erste Gruppe aus 19 Sternen mit kurzen Rotationsperioden weisen plötzliche Veränderungen in ihrer Lichtkurve auf – meist in Folge stellarer Ausbrüche (sog. Flares). Die Autoren der Studie vermuten, dass diese Helligkeitsschwankungen durch warme koronale Gaswolken verursacht werden, die sich dann ringförmig um den Stern anordnen.

– Die zweite Gruppe aus 4 Sternen mit einer etwas Längeren Rotationsphase kennzeichnen einzelne und kurzweilige Schwankungen unterschiedlicher Stärke und Form. In diesen Fällen vermuten die Autoren, dass Wolken staubiger Trümmer diese Sterne die Schwankungen verursachen, die einen den Stern sehr nahen Planeten umkreisen, der in naher Vergangenheit mit einem anderen Himmelskörper des Systems zusammengestoßen war.

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In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun ihre Erklärungstheorien auf die Probe stellen und überprüfen, ob die für die beschriebenen Szenarien typischen Gase und Trümmer tatsächlich auch die beobachteten Lichtkurven erklären können.

Auf gewaltige künstliche Strukturen um die Sterne der zweiten Kategorie als Erklärung für deren Helligkeitsschwankungen gehen die Autoren in ihrer Studie derweil nicht ein.

– Die Studie mit ausführlicher Diskussionen der einzelnen Sterne und ihrer Lichtkurveneigenschaften finden Sie HIER als PDF.

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