3,48 Mrd. Jahre alte Fossilien legen nahe: Erstes Landleben entstand um heiße Quellen


Kugelförmige Blasen im 3,48 Milliarden Jahre altem Gestein der Dresser-Formation im Pilbara-Kraton in Western Australia deuten australische Wissenschaftler als die frühesten Fossilien irdischen Lebens an Land.

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Sydney (Australien) – Die Entdeckung bakterieller Fossilien in 3,48 Milliarden Jahre alten Ablagerungen einstiger heißer Quellen an Land in der Region Pilbara in Western Australia datiert die bislang ältesten Funde dieser Art um ganze 3 Milliarden Jahre vor und legen nahe, dass das Leben auf dem Land sehr viel älter ist als bislang angenommen. Zugleich hat die Entdeckung auch Auswirkungen für die Frage nach einstigem Leben auf dem Mars.

Wie die Forscher um Tara Djokic von der University of New South Wales aktuell im Fachjournal „Nature Communications“ (DOI: 10.1038/ncomms15263) berichten, galten bislang 2,7 bis 2,9 Milliarden Jahre alte Mikroben-Fossilien aus Südafrika als die ältesten Beweise für mikrobielles Leben an Land (Anm. GreWi: …diese stammen jedoch nicht aus dem Umfeld einstigr heißer Quellen): „Unsere faszinierenden Entdeckungen belegen, dass das irdische Leben auf dem Land rund 580 Millionen Jahre älter ist als bislang bekannt.“

Für die Wissenschaftler um Djorkic stellt die Entdeckung auch die bislang favorisierte Vorstellungen von der Eroberung des Landes erst in Folge der Entstehung des Lebens am Ozeanboden in Frage und rückt – ganz nach Darwins Idee vom „kleinen warmen Teich“ – heiße Quellen an Land erneut in den Fokus entsprechend gegenteiliger Überlegungen über die Entstehung des irdischen Landlebens.

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Darüber hinaus bestehen die Funde nicht nur aus einer Art von Fossilien und belegen damit, dass es schon damals nicht nur eine Mirkobenart, sondern schon eine diverse Vielfalt des Lebens an Land existierte.

„Unsere Entdeckung hat auch bedeutende Auswirkungen für die Suche nach Leben auf dem Mars, da der Rote Planet ebenfalls über Ablagerungen einstiger heißer Quellen verfügt, die jenen der Dresser-Formation in Pilbara gleichen.“

Tatsächlich wurden gerade in den für den nächsten Mars-Rover der NASA als einer von drei möglichen Landeorten anvisierten Columbia Hills eine Mars-Region mit eben derartigen Ablagerungen ausgewählt. „Sollten diese Ablagerungen also Spuren einstigen irdischen Lebens so lange erhalten können, dann stehen die Chancen wirklich gut, dass mögliches Mars-Leben auch in den dortigen Ablagerungen heute noch gefunden werden kann.“

Die Pilbara-Ablagerungen sind genau so alt wie der Großteil der heute noch vorhandenen Mars-Kruste. „Aus diesem Grund sind die Ablagerungen einstiger heißer Quellen auf dem Mars ein faszinierendes Ziel für die schon baldige Suche nach dortigen fossilen Lebensspuren“, kommentiert UNSW-Professor Martin Van Kranendonk, Mitautor der Studie abschließend.

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