Leben auf Ceres? Helligkeitsschwankungen der hellen Flecken im Occator-Krater stellen Forscher weiterhin vor ein Rätsel

02729
Die „Ceres-Lichter“ im Innern des 92 Kilometer durchmessenden Occator-Kraters auf Ceres in der bislang höchsten Auflösung von 35 Metern pro Bildpunkt.

Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

Triest (Italien) – Seit italienische Wissenschaftler im Herbst 2015 unerwartete von den Tageszeiten abhängige Helligkeitsveränderungen der auch als „Ceres-Lichter“ bezeichneten hellen Flecken im Innern des Occator-Kraters auf dem Zwergplaneten Ceres nachweisen konnten (…GreWi berichtete), rätseln sie über den Grund für die Schwankungen. Nachdem immer noch unklar ist, aus was die „Flecken“ genau bestehen, schließen die Forscher auch lebensfreundliche Bedingungen auf dem Zwergplaneten als Erklärung immer noch nicht aus.

Wie der Entdecker der Helligkeitsveränderungen, Paolo Molaro vom INAF-Astronomischen Observatorium in Trieste, gegenüber Astrowatch.net berichtet, „wissen wir wirklich noch immer nichts über die Gründe für diese Helligkeitsveränderungen.“

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ HIER können Sie den täglichen GreWi-Newsletter bestellen +

Die von den Forschern vorgeschlagene Hypothese vermutet, die beobachteten Veränderungen könnten von vorhandenen flüchtigen und aufgrund der solaren Strahlung verdunstenden Substanzen verursacht werden. Immer dann, wenn die Flecken also vom Sonnenlicht erleuchtet werden, könnten sich daraus Ausgasungen bilden, die dann das Sonnenlicht noch stärker reflektieren. Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Ausgasungen vergleichsweise schnell verfliegen, dabei ihre Helligkeit einbüßen und es so zu den beobachteten Helligkeitsschwankungen kommt.

„Schon jetzt ist bekannt, dass es unter der Oberfläche von Ceres eine ganze Menge Wasser gibt. Wassereis oder sonstige verfestigte Hydrate sind also die bislang natürlichsten Erklärungsversuche“ so Molaro. Eine schlussendliche Antwort erhoffen sich nicht nur Molaro und die Dawn-Wissenschaftler in den kommenden Monaten, wenn Daten der NASA-Sonde die Helligkeitsveränderungen auch in höchstmöglicher Auflösung abbilden. „Diese Messungen stehen bislang jedoch noch aus“, gibt der Forscher zu bedenken.

Sollte sich dadurch dann die obig beschriebene Theorie der Forscher bestätigen, wäre dies ein Beweis dafür, dass Ceres in seinem Innern immer noch aktiv ist. Tatsächlich ist zwar bekannt, dass Ceres große Wassermengen beinhaltet, ob dieses jedoch mit den hellen Flecken in Verbindung steht, ist bislang noch unklar. Ebenso diskutiert wird derzeit noch die Frage, ob Ceres mit dem vermuteten, gewaltigen inneren Wasserspeicher auch eine zumindest für Mikroben lebensfreundliche Welt darstellen könnte.

„Das Leben, wie wir es zumindest von der Erde kennen, benötigt flüssiges Wasser, biogene Elemente und eine stabile Energiequelle, so Molaro abschließend. „Ceres könnte eine guter Ort sein, an dem diese Faktoren zu gleichen Zeit und mehrere Milliarden Jahre lang vorhanden waren und sind.“

© grenzwissenschaft-aktuell.de