Experimente bestätigen Mythos: Junges Blut verjüngt alte Körper und Hirne

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San Carlos (USA) – In einer aktuellen Studie zeigen US-Forscher, dass Blut menschlicher Jugendlicher alte Mäuse verjüngt – deren Erinnerung, Kognition und physische Aktivität verbessert. Die Forscher vermuten darüber hinaus, dass die Methode auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Schon zuvor hatten andere Studien zeigen können, dass die Injektion von jungem Mäuseblut bei alten Mäusen zu einer weitreichenden Verjüngung der Tiere führen kann.

UPDATE 27.11.2016: Kurz nach Redaktionsschluss der hiesigen GreWi-Meldung, berichten nun jedoch genau diese Forscher, dass ihre eigenen neuen Ergebnisse ihren früheren Studien, bei denen das Blut junger Mäuse den Körper älterer Tiere deutlich verjüngt hatte, widersprechen. Mehr dazu finden Sie HIER.

Wie Sakura Minami von der medizinischen Forschungsfirma Alkahest auf dem Jahrestreffen der Society for Neuroscience berichtet, scheint der Schlüssel zur Jugend im Blutplasma und damit dem flüssigen Anteil des Blutes zu liegen.

Ziel der Forscher um Minami war es, zu überprüfen, ob diese Wirkung auch vom Blut junger Menschen ausgeht. Um dies herauszufinden entnahmen sie einer Gruppe von 18-jährigen Jugendlichen Blut und injizierten dieses 12-Monate alten Mäusen. Dieses Alter entspricht bei den Tieren in etwa dem 50. Lebensjahr und die Mäuse beginnen, Anzeichen des fortschreitenden Alters zu zeigen: Langsamere Bewegungen und schlechteres Abschneiden in Erinnerungstests.

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Nach zwei Wochen einer täglich zweifachen Injektion mit dem menschlichen Blutplasma wurden Verhalten und Leistung der so behandelten alten Mäuse mit der von 3 Monate jungen  Mäusen und dem von alten, aber unbehandelten Tieren verglichen.

Tatsächlich scheint auch das menschliche junge Blutplasma eine verjüngende Wirkung zu besitzen: „Die behandelten Mäuse liefen umeinander wie junge Mäuse. Ihre Erinnerungsfähigkeit schien verbessert und sie waren sehr viel schneller in der Lage, sich in einem Labyrinth zurecht zu finden, wie die Tiere aus der unbehandelten Kontrollgruppe“, berichtet der „New Scientist„.

Hintergrund
Vampirismus
04352Der Glaube daran, dass junges Blut zur eigenen Verjüngung führt, ist nicht neu: „Der vom Vampirmythos abgeleitete Vampirismus geht auf den Aberglauben zurück, dass das Trinken von Blut, als Essenz des Lebens, lebenspendend sei. Bekannt ist in diesem Zusammenhang die als „Blutgräfin“ berüchtigte Erzsébet Báthory (Elisabeth Bathory; siehe Abb. l.), die aus einer ungarischen Adelsfamilie stammte. Sie soll nach dem Tod ihres Ehemannes im Blut von über sechshundert durch Versprechen auf ihr Schloss gelockten jungfräulichen Dienstmädchen gebadet haben, um sich jung zu halten. Diese Unterstellung wurde jedoch nie belegt oder bewiesen. Ebenso wenig hat das Treiben der Gräfin Báthory zur Entstehung des Vampirmythos in Osteuropa beigetragen.
Quelle: Wikipedia

Auch dem ehemaligen rumänischen Diktator wird von verschiedenen Quellen nachgesagt, er habe sich jahrelang Blut von Kleinkindern injizieren lassen, um sich so zu verjüngen. Trotz der zahlreichen menschenunwürdigen Verbrechen des Diktators, gelang es bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung naber nicht, eine historisch zweifelsfreie Quelle hierfür zu finden.

Grundsätzlich gilt jedoch: Trinken, in Blut baden oder es sich „einfach so injizieren“ verfehlt die von den Forschern beschriebene, verjüngende Wirkung. Für diese sind eine spezielle Aufbereitung und genaue Injektionsmethoden notwendig.

Autopsien der untersuchte Mäuse zeigten dann, dass sich im Hippocampus der behandelten Mäuse durch einen als Neurogenese bezeichneten Prozess, mehr neue Hirnzellen entstanden waren als bei den Kontrolltieren – für die Forscher ein Beleg dafür, dass die Behandlung mit dem menschlichen Blutplasma die Neurogenese erhöhen kann.

Laut Minami habe sie einige Faktoren im verwendeten jungen Blut identifiziert, die für die verjüngende Wirkung verantwortlich sein könnten. Welche das genau sind, wollte die Wissenschaftlerin derzeit allerdings noch nicht preisgeben. Einige von ihnen scheinen die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen, während andere von anderen Orten im Körper sozusagen fernwirken.

Jetzt hoffen die Forscher, die gemachten Beobachtungen eines Tages auch im Kampf gegen das menschliche Altern für Anti-Aging-Therapien nutzen zu können. Schon jetzt habe Alkahest damit begonnen, Alzheimerpatienten mit jungem Blut zu behandeln.

GreWi-Kurzgefaßt
– In Experimenten konnten US-Forscher zeigen, dass auch menschliches junges Blut eine verjüngende Wirkung auf alte Organismen hat.
– Die Beobachtung und Erkenntnis könnte vielleicht auch als Anti-Aging-Therapie angewadt werden und wird derzeit sogr schon an Alzheimer-Patienten getestet.

 

 

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Jungbrunnen Stammzellenforschung: Forscher belegen Vampirmythos 1. Februar 2010

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