Video: Neues Statement der Bundesregierung in Sachen UFOs

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Regierungssprecher Steffen Seibert bei der Beantwortung der „UFO-Frage“ am 30. August 2015

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Berlin (Deutschland) – Den Tag der offenen Tür in den Bundesministerien in Berlin nutzte Robert Fleischer von „Exopolitik Deutschland„, um sich bei der Bundespressekonferenz erneut nach dem aktuellen Stand der Kenntnis über unidentifizierten Flugobjekten und der Veröffentlichung dazu vorhandener Akten durch die Bundesregierung zu erkundigen. Die Antwort der Sprecher von Bundesregierung und Verteidigungsministerium sind vor dem Hintergrund der tatsächlich bereits bekannten und belegbaren Sach- und Aktenlage ein erneutes Armutszeugnis.

01055„Ich habe eine etwas ungewöhnliche und dennoch ernst gemeinte Frage“, so Fleischer einleitend. „In 20 Ländern hat das Militär bereits unidentifizierte Flugobjekte registriert, jahrzehntelang Akten dazu angelegt und sie nach jahrzehntelanger Geheimhaltung auch freigegeben. In fünf Ländern gibt es sogar staatliche Untersuchungsbehörden. Meine Frage an Herrn Seibert: Warum kümmert sich hier in Deutschland eigentlich niemand darum? Und an den Sprecher des Verteidigungsministeriums: Was müsste passieren, damit (Bundesverteidigungsministerin) Frau von der Leyen die Einstufung von möglicherweise doch existenten geheimen UFO-Akten neu überdenkt?“

Regierungssprecher Steffen Seibert, dem es im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen auf der Bank gelang, sich die Frage bis zum Schluss mit ernster Miene anzuhören, antwortete wie folgt:

01052„Ich kann nicht behaupten, dass ich in irgendeiner Weise Experte auf diesem Gebiet wäre. Ich weiß, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die damit sehr viel Zeit verbringen und im Internet sich dazu austauschen. Es steht nicht im Mittelpunkt der Politik dieser Bundesregierung. Es steht nicht mal an den Rändern der Politik dieser Bundesregierung. Wir haben auch nicht das Gefühl, dass es in irgendeiner Weise eine Frage ist, die für das gute Zusammenleben in Deutschland oder in der Welt von Bedeutung wäre.“

Der Sprecher des Bundesministeriums für Verteidigung, Michael Henjes, fügte sichtlich erheitert hinzu:

01054„Ich möchte dem eigentlich nichts mehr hinzufügen… aber mir, also mir sind weder die Vorgänge noch irgendwelche Akten diesbezüglich bekannt, und sehen Sie es mir bitte nach, dass ich in diesem Rahmen jetzt hier weder was sagen kann… wirklich nichts sagen kann dazu. Also das ist eine Sache, die uns in unserer Verantwortung nicht herumtreibt, wirklich nicht.“

Was die Sprecher Seibert und Henjes, sowie zahlreiche Anwesende offenbar erheiterte, ist in Wirklichkeit jedoch nichts anderes als ein peinliches Eingeständnis der Unkenntnis der Sach- und Faktenlage der UFO-Situation international und im eigenen Land.

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So stellt das erst kürzlich durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Veröffentlichung freigegebene Expertise der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages zu Fragen offizieller/staatlicher UFO-Forschung in Deutschland fest, dass

„Die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies – nach vorheriger Geheimhaltung – in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, legt die Vermutung nahe, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen.“ (…GreWi berichtete).

„Während die Öffnung ehemals geheimer UFO-Akten des Militärs in anderen Ländern als ein Beweis für transparente Regierungsführung gefeiert wird, reagieren Vertreter deutscher Behörden auf Anfragen bislang nur mit Schweigen“, stellt Fleischer fest.

Wie „grenzwissenschaft-aktuell.de“ anhand einst geheimer Akten des Bundesnachrichtendienstes (BND) exklusiv zeigen konnte (…GreWi berichtete), gab es auch in Deutschland ein Regierungs- und militärisches Interesse an der Untersuchung von unidentifizierten Flugobjekten. Zudem konnten deutsche UFO-Forscher eine ganze Reihe von Dokumenten und Akten, darunter der Bundeswehr und des Auswärtigen Amtes, sowie Amts- und Handlungsanweisungen im Falle von UFO-Sichtungen und –Meldungen an deutsche Behörden ausfindig machen und veröffentlichen.

Ein umfangreiches GreWi-Dossier zum Stand der Forschung zum den bislang bekannten „UFO-Akten der Bundesrepublik Deutschland“ finden Sie HIER

Der aktuellen Aussage von Seibert und Kollegen stellt Fleischer in seinem eigenen Artikel abschließend das internationale Interesse von Regierungen und Behörden am UFO-Phänomen zusammenfassend wie folgt entgegen:

1. Argentinien: Im Juni 2011 stellte die argentinische Luftwaffe ihre neu eingerichtete „Kommission zur Untersuchung von Luftraumphänomenen“ (CEFAE) vor.  Die neue Luftwaffenabteilung soll „zum Auftrag der Luftwaffe beitragen, die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten“.  Zur Einreichung von UFO-Sichtungsberichten stellt die Luftwaffe auf ihrer offiziellen Webseite einen eigenen Fragebogen zum Download bereit. (Quelle)

 

2. Australien: Bereits 1979 begann die australische Luftwaffe mit der schrittweisen Veröffentlichung von ehemals geheimen UFO-Akten, zunächst gegenüber UFO-Forschern, später über das australische Nationalarchiv. Die freigegebenen Geheimakten stammen von verschiedensten luftsicherheitsrelevanten Behörden und belegen, dass australische Stellen sich von 1950-1980 mit mehr als 1700 UFO-Fällen beschäftigt haben. (Quelle)

3. Belgien: Im Jahr 1990 übertrug die belgische Luftwaffe die Untersuchung von UFO-Meldungen an die zivile UFO-Forschungsgesellschaft SOBEPS (inzwischen „COBEPS“). (Quelle)   Grund war eine von November 1989 bis Mai 1990 andauernde Welle von UFO-Sichtungen über ganz Belgien, über die der damalige Stabschef der Luftwaffe in zahlreichen Medien informierte. (Quelle) Ob darüber hinaus UFO-Akten an die Öffentlichkeit gelangten, ist nicht bekannt.

4. Brasilien: Seit Jahren veröffentlicht die brasilianische Luftwaffe immer wieder ehemals geheime UFO-Akten. Sie umfassen bislang den Zeitraum 1952 bis 2000. (Quelle) Die brasilianische Luftwaffe führte im August 2010 zudem eine transparente Verfahrensweise zur Regulierung, Erfassung und Handhabung von „Materialien im Zusammenhang mit unidentifizierten Flugobjekten“ ein und veröffentlichte diese im brasilianischen Amtsblatt „Diário Oficial da União“.  (Quelle) Im April 2013 wurde zudem eine Kooperation mit zivilen UFO-Forschern vereinbart. (Quelle)

5. Chile: Das „Untersuchungskomitee für anomale Luftphänomene“ (CEFAA) sammelt und erforscht UFO-Berichte im Auftrag der zivilen Luftfahrtbehörde DGAC, die der Luftwaffe untersteht. (Quelle) CEFAA wurde im Oktober 1997 gegründet, nachdem UFOs verstärkt in der Nähe von Flughäfen gesichtet worden waren. (Quelle)  Im November 2010 veröffentlichte CEFAA Ausschnitte aus dem Funkkontakt zwischen zivilen Piloten und Fluglotsen, um UFO-Eingriffe in den Luftverkehr beispielhaft zu dokumentieren. (Quelle)

6. Dänemark: Das taktische Kommando der Luftwaffe stellte 2009 rund 300 Seiten UFO-Akten aus den Jahren 1978 bis 2002 ins Internet. Bei der Veröffentlichung künftiger durch die Bevölkerung gemeldeter UFO-Sichtung kooperiert die Luftwaffe mit der zivilen UFO-Forschungsorganisation SUFOI. (Quelle)

7. Ecuador: Im April 2005 autorisierte der Präsident Rafael Corrêa die „Ecuadorianische Kommission für die Untersuchung des UFO-Phänomens“ (CEIFO) zur offiziellen Erforschung von UFO-Vorfällen. (Quelle) Dazu interviewte die aus Zivilisten und Militärs gebildete Kommission bislang 44 Militärpiloten über ihre Sichtungen und begann im März 2008, diese Informationen auf YouTube zu veröffentlichen. (Quelle) Zeitgleich wurden zahlreiche Fotos, Videos und Berichte freigegeben.

8. Finnland: Von 1933 bis 1979 führte das finnische Militär UFO-Untersuchungen durch und erstellte darüber Akten. Das Nationalarchiv von Finnland gab im Jahr 2009 rund 300 UFO-Akten an private Forscher frei, die in einem Buch veröffentlicht wurden. (Quelle) Forscher der UFO-finnischen Organisation FUFORA gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der militärischen UFO-Akten noch der Geheimhaltung unterliegt. (Quelle)

9. Frankreich: Seit März 2007 hat die französische militärisch-zivile Raumfahrtagentur CNES durch ihre für UFOs zuständige Behörde GEIPAN mehr als 1100 detaillierte Falluntersuchungen freigegeben. Die ehemals geheimen Dokumente stammen aus den Jahren 1963 bis 2013. Monatlich werden weitere Akten freigegeben, rund 1000 Fälle warten noch auf ihre Veröffentlichung. In 22% der untersuchten Fälle konnte selbst auf Grundlage vollständiger Daten keine konventionelle Erklärung gefunden werden. Von den gemeldeten Sichtungen waren 9% mit Eindeutigkeit und 28% mit Wahrscheinlichkeit identifizierbar. 41% der Fälle konnten auf Grund mangelnder Daten nicht identifiziert werden. (Quelle)

10. Großbritannien: Von Mai 2008 bis Juni 2013 veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium insgesamt zehn Tranchen UFO-Akten über das britische Nationalarchiv. Die Akten enthalten Berichte von Zivilisten, Militärs, Polizisten und Piloten seit den 1950er Jahren. (Quelle) Auch das britische Verteidigungsministerium stellt auf seiner Webseite Sichtungsberichte zum Download bereit. (Quelle) In beispielloser Offenheit präsentierte das britische Nationalarchiv im Juni 2013 sogar eine eigens entwickelte iPhone-App, mit deren Hilfe interessierte Bürger knapp 5000 Sichtungsberichte der letzten 25 Jahre anschauen können. (Quelle)

11. Irland: Im September 2007 erhielt die Zeitung Irish Times durch das Informationsfreiheitsgesetz UFO-Akten vom Militär. Die Dokumente enthalten UFO-Fälle aus den Jahren 1947 bis 1984. Nach Angaben des irischen Verteidigungsministeriums wurden die Akten seitdem nicht mehr fortgeführt. Die Dokumente sind nicht zum Download verfügbar. (Quelle)

12. Italien: Seit 1978 dokumentiert und überwacht die „Abteilung Allgemeine Sicherheit“ der italienischen Luftwaffe UFO-Sichtungen und stellt die Untersuchungsberichte auf der Webseite des italienischen Verteidigungsministeriums zum Download bereit. Bislang sind UFO-Akten aus den Jahren 2001 – 2009 veröffentlicht; ältere Fälle werden derzeit zur Veröffentlichung vorbereitet. (Quelle)

13. Kanada: Im Oktober 2007 veröffentlichte das kanadische Nationalarchiv insgesamt rund 9500 UFO-Akten aus den Jahren 1947 bis Anfang 1980. Ob seit 1980 weitere Akten hinzukamen, ist nicht bekannt. (Quelle)

14. Mexiko: Im Mai 2004 veröffentlichte die mexikanische Luftwaffe den Videofilm einer Infrarotkamera, die unidentifizierte Objekte von einer Militärmaschine aus gefilmt hatte. (Quelle)

15. Neuseeland: Im Dezember 2010 veröffentlichte das neuseeländische Nationalarchiv rund 2500 Seiten ehemals geheimer UFO-Akten. Die Militärakten umfassen den Zeitraum von 1952-2009 und dokumentieren ein lang anhaltendes Interesse der Luftwaffe für das Phänomen. (Quelle)

16. Peru: Im November 2001 gründete die peruanische Luftwaffe das „Forschungsbüro für anomale Luftphänomene“ (OIFAA). Aus verwaltungstechnischen Gründen lagen die Untersuchungstätigkeiten dieser Behörde seit mindestens 2006 brach. Doch im Oktober 2013 eröffnete die „Direktion für Luftraumbelange“ (DINAE) der Luftwaffe die Behörde erneut. Nunmehr wird die nun in „DIFAA“ („Untersuchungsabteilung für anomale Phänomene im Luftraum“) unbenannte Militärbehörde bei der Falluntersuchung von zivilen Experten wie Astronomen, Soziologen und sogar Archäologen unterstützt. (Quelle 1, Quelle 2)

17. Schweden: 1987 übergab das schwedische Militär den nicht-geheimen Teil seiner UFO-Akten an das privat geführte Archiv für UFO-Forschung, eine 1980 gegründete gemeinnützige Stiftung in Norrköping. (Quelle) Das schwedische Militär trägt laut Aussage des Archivleiters eigenständig neue UFO-Sichtungen in die Datenbank des UFO-Archivs ein. Der schwedische Staat fördert das UFO-Archiv indirekt durch Übernahme der Kosten für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. (Quelle)

18. Spanien: Von 1992 bis 1999 veröffentlichte das spanische Verteidigungsministerium tranchenweise seine ehemals geheimen UFO-Akten aus den Jahren 1968-1999. Die Dokumente sind im Historischen Archiv der Luftwaffe in Villaviciosa de Odón (Madrid) frei für die Öffentlichkeit zugänglich und enthalten Sichtungsberichte ziviler und militärischer Piloten sowie administrative UFO-Unterlagen. (Quelle 1, Quelle 2)

19. Ukraine: Im Dezember 2009 veröffentlichte der Ukrainische Ufologische Verband (UFODOS) Berichte, Fotos und Unterlagen über UFOs aus mehreren Jahrzehnten. Die Informationen stammen vom Hydrometeorologischen Zentrum der ukrainischen Luftwaffe sowie zivilen UFO-Organisationen. (Quelle)

20. Uruguay: Bereits im August 1979 gründete die Luftwaffe einen von Zivilisten und Militärs besetzten „Ausschuss für den Empfang und die Untersuchung von UFO-Berichten“ (C.R.I.D.O.V.N.I.). (Quelle) Im Juni 2009 gewährte die Luftwaffe Uruguays der Zeitung El País einen Blick in ihre ehemals geheimen UFO-Akten. Seit 1947 hatte die Luftwaffe UFO-Fälle untersucht. 2200 Sichtungen wurden seitdem gemeldet. Für 40 Fälle haben die Experten keine konventionelle Erklärung. (Quelle) Die Akten wurden unserer Kenntnis nach bislang nicht im Internet veröffentlicht.

21. USA: Von 1947 bis 1969 führte die US-Luftwaffe im Projekt Blue Book UFO-Forschung durch. Für insgesamt 701 der untersuchten Fälle konnten die Wissenschaftler keine Erklärung finden. Dennoch wurde die offizielle UFO-Forschung der Luftwaffe nach Erscheinen des Condon Report im Dezember 1969 eingestellt. (Quelle)

…GreWi-Kommentar

Hat Herr Seibert mit seiner Anspielung auf die aktuelle internationale Lage Recht, wenn er in Frage stellt, ob die Frage nach der Existenz von UFOs „für das gute Zusammenleben in Deutschland oder in der Welt von Bedeutung wäre“?

Vielleicht. Andererseits ist eine solche Beurteilung auch nur dann wirklich möglich, wenn man sich der Beantwortung dieser Frage auch ehrlich stellt. Das belustigte Leugnen eines Phänomens, das seit Jahrzehnten (…und wahrscheinlich noch länger) von hunderttausenden Zeugen beschrieben und von zahlreichen Nachbarstaaten und Bündnispartnern seriös erforscht und dokumentiert wurde und wird, ist dazu ein mehr als fragwürdiger Ansatz. Die Unkenntnis über die nachweisliche Existenz entsprechender UFO-Akten ist ein peinlicher Offenbarungseid.

Allerdings sollte man vielleicht auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine Art offene Fragerund an die Bundespressekonferenz handelte. Vielleicht sollte man den Regierungsvertretern erneut die Möglichkeit geben, sich „vor“ einer Antwort über die Hintergründe zu informieren…

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