FAST: Riesen-Radioteleskop geht in finale Bauphase

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Künstlerische Darstellung des für 2016 anvisierten fertig gestellten FAST-Radioteleskops in der chinesischen Provinz Guizhou

Copyright: NAOC

Peking (China) – Begonnen 2007, gehen die Arbeiten am „Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescop“, kurz FAST, in die letzte Bauphase. Schon im kommenden Jahr soll das mit einem Durchmesser von 500 Metern dann größte Radioteleskop der Welt in der chinesischen Guizhou-Provinz in Betrieb genommen werden und drei mal tiefer und genauer ins All blicken können, wie das bislang größte Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico. Auch an der Suche nach Signalen intelligenter außerirdischer Zivilisationen wird sich FAST beteiligen.

Bei 500 Metern Durchmesser bedeckt die einen Talkessel überspannende und aus 4.450 dreieckigen Einzelpanelen bestehende Schüssel des FAST-Teleskops eine Fläche von mehr als 196349,541 Quadratmetern. Mittels Stellmotoren würden jede einzelne Einheiten wird es zudem möglich sein, die Form der Antennenschüssel zwischen der eines Paraboloids und einer gleichmäßigen Kugelhälfte verändern. Dadurch wird es möglich sein, einen Himmelsausschnitt von bis zu 40 Grad abzudecken. Der Standort ist zudem ideal, da sich die Anlage weit genug von Dörfern und Städten entfernt befindet, sodass Störsignale weitgehend ausgeschlossen werden können.

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Die FAST-Astronomen zeigen sich zuversichtlich, dass ihr neues Instrument eines der wichtigsten Teleskope weltweit werden und gerade die Suche nach Leben auf Exoplaneten und Signalen außerirdischer Intelligenzen (SETI) vorantreiben wird. So könne das Teleskop auf entdeckten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gerichtet werden und eventuell vorhandene Signaturen von Biomarkern, also Produkte von Organismen, in der Atmosphäre dieser Exoplaneten – beispielsweise Methan – ausfindig zu machen.

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Der derzeitige Stand der Bauarbeiten am FAST-Radioteleskop.

Copyright: news.cn

Betrieben wird das Teleskop, das auch internationalen Wissenschaftlern zur Verfügung stehen soll, vom National Astronomical Observatory (NAOC) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. „Die Parabolschüssel von FAST wird aufgrund ihrer Größe in der Lage sein, auch schwache Signale aus dem All zu empfangen und bietet damit ideale Voraussetzung für die Suche nach außerirdischen Signalen (SETI) und die Erforschung des Geschichte unseres Universums“, so der FAST-Chefwissenschaftler Nan Rendong gegenüber „China.org.cn„.

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