SETI-Institute sucht nach intelligenter Kommunikation im TRAPPIST-1-System


Diese Darstellung zeigt, wie am 6. April 2017 die Planeten TRAPPIST-1e und f gemeinsam mit der Erde eine gerade Linie bildeten und damit die Voraussetzung für eine Suche nach Kommunikationssignalen zwischen den beiden TRAPPIST-1-Planeten boten.
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Copyright/Quelle: NASA Exoplanet Archive, Jon Richards / SETI.org

Mountain View (USA) – Seit der Entdeckung von gleich sieben erdgroßen Planeten um den kaum 40 Lichtjahre von der Erde entfernten Zwergstern TRAPPIST-1 wird natürlich auch über dortiges potentielles Leben und Intelligenz spekuliert (…GreWi brichtete, s. Links). Jetzt sucht das SETI Institute nach Kommunikationssignalen zwischen den Planeten des Systems.

Wie das Institut zur Suche nach außerirdischer Intelligenz (Seach for Extraterrestrial Intelligence, SETI) berichtet, begann die Suche nach Signalen bereits im Mai/Juni 2016, nachdem die ersten drei Planeten um den Stern entdeckt worden waren – bislang jedoch ohne Erfolg (…GreWi berichtete).

„Mit der Entdeckung von vier weiteren Planeten um den Stern (…GreWi berichtete), erhöhte sich natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass vielleicht nicht nur einer der dortigen Planeten von intelligenten und technologisch entwickelten Lebewesen bewohnt wird, sondern diese auch einen ihrer Nachbarplaneten kolonialisiert haben und es zwischen diesen Planeten auch zu Kommunikation kommt“, so das SETI-Team.

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Immer dann, wenn also zwei der potentiell bewohnten Planeten gemeinsam mit der Erde eine Linie bilden, könnten entsprechende Kommunikationssignale zwischen diesen beiden Planeten also auch in Richtung Erde „überschwappen“, wo sie mit hiesigen SETI-Teleskopen geortet werden. „In einem solchen Fall sprechen wir dann von einem ‚Lauschangriff‘ unsererseits“, erläutert Gerry Harp, der Direktor des SETI Institutes.

Am gestrigen 6. April 2017 war es dann soweit: Zwei der Planeten, die TRAPPIST-1 innerhalb dessen habitabler (also nach irdischen Maßstäben lebensfreundlicher) Zone umkreisen, bildeten gemeinsam mit der Erde besagte Linie – und die SETI-Astronomen richteten ihre Radioteleskope der Allen Telescope Array (ATA) auf das TRAPPIST-1-System, um nach Signalen im Bereich zwischen 2,84 und 8,2 Gigahertz zu suchen – einem bereich also, innerhalb dessen auch irdische Raumfahrtmission Kontakt zu ihren Sonden – etwa die der Voyager-Mission – aufnehmen und halten.

https://shop.spreadshirt.de/grewi„Wenn sich nun also zwei Außerirdische auf diesen beiden Planeten mittels Radiotechnologien miteinander unterhalten, so sollten wir mit ATA ihre Kommunikationssignale abhören können“, erläutert Harp weiter. „Diese Signale unterscheiden sich von den Schmalbandsignalen, die wir für gewöhnlich suchen und müssen deshalb auch auf eine spezielle Weise gesucht werden. Statt also die bisherigen Instrumente zu nutzen, verwendeten wir ATA im sogenannten Kameramodus. Hierbei werden alle 10 Sekunden Aufnahmen des Sichtfeldes der Teleskopanlage gemacht wodurch Breitbandsignale, wie sie möglicherweise u.a. auch zur Kommunikation zwischen Raumschiffen in dem System genutzt werden, entdeckt werden könnten.“

Zugleich speichern die SETI-Rechner aber auch die gewöhnlichen auf die Teleskope einströmenden Signale aus dem System, die dann mit Hilfe von Hochleistungsrechnern nach symbolischen Mustern in den Radiosignalen durchsucht werden, wie sie etwa auf eine zugrundeliegende Sprachstruktur hindeuten könnten.

Diese Form der Kommunikationssignale ist jedoch nur wenige Minuten lang sichtbar – immer dann, wenn die beiden Planeten mit der Erde eine Reihe bilden. Sollte während dieser Zeit ein Signal gefunden werden, müssen weitere zukünftige Beobachtungen der Planeten während erneuter linearer Erdkonjunktionen diese dann noch bestätigen.

Während die Ergebnisse der gestrigen Suche nach in Richtung Erde überschwappenden Kommunikationssignalen zwischen den TRAPPIST-1-Planeten „e“ und „f“ (s. Abb.) noch ausgewertet werden, stehen schon die nächsten Termine entsprechender Konjunktionen im TRAPPIST-1-System fest: Der 12. April und mehrere Male im Mai – auch dann wird SETI ATA wieder auf das System ausrichten.

…GreWi wird natürlich berichten.

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