UFO-Forscher analysieren angebliches Homeland-Security-Wärmebild-Video: Objekt zeigt unerklärliches Flugverhalten

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Washington (USA) – Ein neues UFO-Video sorgt derzeit für weltweit für Kontroversen unter UFO-Enthusiasten, -Forschern wie -Skeptikern. Es soll sich dabei um ein Wärmebild-Video handeln, das vom US-Department of Homeland Security (DHS) stammen und ein unidentifiziertes Flugobjekt über dem Rafael Hernandez Airport in Aguadilla auf Puerto Rico zeigen soll. Dieses Objekt soll zudem aus dem Meer aufgetaucht und auch wieder darin eingetaucht sein, bevor es sich wieder in zwei weiterfliegende Objekte teilte. Recherchiert und analysiert wurde das Video von einer Gruppe, die sich selbst als kritische UFO-Forscher bezeichnen. Dennoch kommen die Experten zu dem Schluss, dass die Flugeigenschaften des Objekts nicht konventionell erklärt werden können.

Wie die „Scientific Coaltion for Ufology“ (Wissenschaftliche Koalition für UFOlogie; SCU) in ihrem 160-seitigen (!) Analysebericht erläutert, stammt das Video von einer der Piloten des Homeland-Security-Flugzeuges nahestehenden, jedoch im Bericht anonymisierten Person. Alle zitierten Quellen seien jedoch überprüft und ihre Beziehungen zum DHS oder die angegebenen beruflichen Hintergründe bestätig worden. Die SCU-Forscher erläutern, dass man absolut sicher sei, dass das Video und die dazugehörigen Informationen von Besatzungsmitgliedern des DHS-Flugzeugs, einer DHC-8 Turboprop des U.S.-Behörde Customs and Border Protection (CBP) stammen (s. Abb.), die dem DHS unterstellt ist.

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Ein Flugzeug der U.S. Customs and Border Protection vom Typ DHC-8 Turboprop

Copyright: U.S. Customs and Border Protection

Die SCU selbst besteht aus kritischen UFO-Forschern mit wissenschaftlichem, technischen und militärischen Hintergrund. Unter anderem in der Gruppe tätig sind Wissenschaftler unterschiedlicher Universitäten, sowie einstiger Mitarbeiter der Rüstungsunternehmen Grumman/Lockheed und Mitarbeitern des US-Verteidigungsministeriums. (Ausführliche biografische Daten der SCU-Mitglieder finden sich im Anhang der hier zitierten und verlinkten Studie.)

Laut Zeugenaussagen habe das Video schon zuvor innerhalb des DHS für Rätselraten gesorgt. Das Video selbst entstand demnach schon am Abend des 25. April 2013 gegen 21.00 Uhr.

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Kurz nach dem Start der DHC-8 zu einem Routineflug habe die Besatzung ein „pinkfarben-rötliches Licht über dem Ozean“ gesehen, „das sich dem Flugzeug aus südlicher Richtung näherte“. Da die Besatzung befürchtete, dass sie über hereinkommenden Flugverkehr nicht umfassend informiert worden sei, hielten sie Rückfrage bei Radartower, wo das Objekt ebenfalls visuell bestätigt, aber nichts über dessen Identität ausgesagt werden konnten. Nachdem sich das Objekt dem Land näherte, schaltete es seine Lichter aus und konnte von nun auch vom thermalen Wärmebildsystem der DHC-8 geortet, verfolgt und gefilmt werden (s. Video), während diese über dem Areal kreiste. Allerdings habe die DHC-8 das Objekt deshalb nicht auf Radar orten können, da das Bordgerät nach unten gerichtet war, um Objekte auf dem Meer und nicht am Himmel zu orten.

Laut den Informationsquellen der Forscher habe die Anwesenheit des Objekts auch den Start von Flügen verzögert. Ein Umstand den die Forscher später auch anhand der offiziellen Flugdaten des Flughafens nachvollziehen und bestätigen konnten. Den Umstand, dass die DHC-8 zur fraglichen Zeit tatsächlich in der Luft und auf dem von den Quellen beschriebenen Kurs unterwegs war, konnten die Forscher anhand von Daten der U.S. Air Force 84th Radar Evaluation Squadron (RADES) bestätigen, die sie durch eine Anfrage unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, FOIA) erhalten hatten.

Tatsächlich liegen auch Radardaten eines unbekanntes Flugobjekts durch den Flughafentower vor, welches einige Minuten vor dem Start der DHC-8 geortet wurde. Ob es sich dabei jedoch um das Objekt auf dem Video handelt, konnten die Forscher nicht eruieren.

Anm. GreWi: Das Video selbst wurde im deutschen Sprachraum 2014 erstmals von Erich von Däniken im Rahmen eines Kauf- bzw. Mietvideos mit dem Titel „Das Erich von Däniken Vermächtnis – Teil I“ noch ohne weitere Analysen und Hintergrundinformationen vorgestellt.

Durch eine Bild-für-Bild-Betrachtung und mit Hilfe eines Experten für thermale Bildaufzeichnungen konnte das SCU-Team auch Rückschlüsse über die Natur und Eigenschaften des gefilmten Objekts ziehen und in etwa seine Größe, Geschwindigkeit, Temperatur und den Flugweg einschätzen.

Demnach sei das Objekt zunächst nördlich oder nordwestlich der Start- und Landebahn „aus“ dem Meer aufgetaucht, sei dann über diese hinweg, dann wieder in nördlicher Richtung zurück aufs Meer geflogen und in dieses eingetaucht, danach wieder aufgetaucht und habe sich dann in zwei Objekte aufgeteilt. Das Objekt war drei bis vier Fuß (1-1,2 m) groß und flog mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen 40 und 120 Meilen pro Stunde, also mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 80 m/ph (1 m/ph = 1,6 km/h ; 80 mp/h = 128 km/h).

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Standbild aus dem Wärmebild-Video eines unidentifizierten Flugobjekts am 25. April 2013 über dem Areal des Rafael Hernandez Airport in Aguadilla auf Puerto Rico.
Copyright: SUC

Das interessanteste Merkmal des Fluges des unidentifizierten Objekts sei dabei der Umstand, dass dieses am Ende des gefilmtes Fluges offenbar ins Meer eintaucht, unter Wasser etwa eine halbe Meile (800m) zurücklegt, dann wieder aus dem Meer auftaucht und zurückfliegt. Laut dem SCU-Bericht erreiche das Objekt im Wasser eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 82,8 mp/h und maximal von 95 mp/h (also 152 km/h).

Die Eigenschaften sprechen eindeutig gegen einen einfachen Ballon. Nicht zuletzt, da zur Beobachtungszeit der Wind eine Geschwindigkeit von nur 8 bis 13 mp/h auf Bodenniveau und 12 bis 18 mp/h auf 400 bis 3200 Fuß Höhe erreicht hatte. Das Objekt bewegte sich also eindeutig viel zu schnell, als dass es vom Wind getrieben worden sein könnte. Zudem wechselt es seine Richtung, fliegt in die entgegengesetzte Richtung zurück und taucht schlussendlich auch ohne größeren Geschwindigkeitsverlust ins Wasser ein.

Auch der Erklärung, dass es sich bei dem Objekt um einen Vogel handeln könnte, für die zumindest die Färbung des Objekts im Wärmebild sprechen könnte, werde durch die Geschwindigkeit des Objekts widersprochen. Selbst die gelegentlich auch auf Puerto Rico beheimateten Wanderfalken, also die schnellste vor Ort heimische Vogelart, erreicht im Horizontalflug eine Maximalgeschwindigkeit von „nur“ 69 mp/h.

Auch die Möglichkeit, dass es sich bei dem Objekt um eine unbemannte Drohne gehandelt haben könnte, wurde von den Experten natürlich untersucht: Tatsächlich fanden die Forscher heraus, dass die US-Navy derzeit eine Drohne – sognannte „Flimmer“ – entwickelt, die sowohl durch die Luft fliegen, als auch ins Meer eintauchen und sich darin wie ein U-Boot fortbewegen kann.

Bislang wurden Flimmer allerdings offiziell noch nicht unter Wasser getestet und erreichen selbst nur eine Fluggeschwindigkeit von 68 mp/h. Zudem erreicht der schnellste offiziell bekannte, batteriebetriebene Unterwassertorpedo im Wasser eine Geschwindigkeit von nur 50 mp/h.

Während auch der SCU-Bericht eingesteht, dass natürlich nicht ausgeschlossen werden könne, dass es sich um eine bislang noch geheime Weiterentwicklung eines Navy-Flimmers und dessen Testflug gehandelt haben könnte, stelle sich aber angesichts eines solchen Szenarios die Frage, warum ein solcher Test gerade über den Start- und Landewegen eines zivilen Flughafen und dessen bewohnter Umgebung durchgeführt worden sein soll.

Abschließend kommt die Studie zu dem Schluss, dass es „für ein Objekt, dass unter Wasser mehr als 90 mp/h erreichen kann, dass durch bzw. beim Eintauchen ins Wasser kaum an Geschwindigkeit verliert, in der Luft mit 120 mp/h im Tiefflug über zivilem Gelände ohne Navigationslichter fliegt und sich schlussendlich auch noch in zwei separate Objekte aufteilen kann“, keine Erklärung gibt. „Kein Vogel, kein Ballon, Kein (bekanntes) Flugzeug und keine bekannten Drohnen sind zu alledem in der Lage.“

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Dieses Standbild aus dem Video zeigt das Objekt kurz nach dessen plötzlichen Aufteilung in zwei Objekte.

Quelle: SUC

Während die SUC-Gruppe selbst nicht erklären kann, um was es sich bei dem Objekt gehandelt haben könnte, ruft sie in ihrem Bericht den Leser dazu auf, „sinnvolle Vorschläge“ einzureichen.

Unabhängig davon berichtet die SUC aber auch von einem anonymen Schreiben an eines ihrer Mitglieder, in dem der Autor erklärt, er habe Insiderwissen zu genau diesem Vorfall. Ein gleiches Schreiben ging auch an den UFO-Forscher John Greenewald von „TheBlackVault.com“. Tatsächlich beschreibe der Autor dieses Schreiben korrekt das verwendete Wärmebildsystem und – im Gegensatz zu zur damaligen Zeit ersten, im Internet verbreiteten Vermutungen darüber, dass es sich um einen Helikopter gehandelt habe, aus dem heraus das Video gefilmt wurde – korrekterweise den Flugzeugtyp (DHC-8). In seinem Schreiben bezeichnet der anonyme Autor, dass „im Ozean nahe Puerto Rico zweifelsfrei ‚alien-technology‘ (getestet werde)“.

Anm. GreWi: Im Englischen kann der Begriff „alien“ allerdings sowohl umgangssprachlich für „außerirdisch“ als auch einfach nur für „fremd“ bzw. „ausländisch“ verwendet bzw. verstanden werden.

Trotz der Veröffentlichung des Berichts, seien die Analysearbeiten an dem Video und Hintergrundrecherchen jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Für weitere und unabhängige Analysen habe man auch andere internationale UFO-Forscher, darunter auch die französische „3AF Sigma2“-Gruppe, die teilweise aus Wissenschaftlern der „L’Association Aéronautique et Astronautique de France“ (AAAF bzw. 3AF; …GreWi berichtete) besteht, für weitere Untersuchungen und Kritik hinzugezogen.

– Den vollständigen SCU-Untersuchungsbericht mit dem Titel „2013 Aguadilla Puerto Rico UAP“ können Sie HIER als PDF herunterladen.

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