Lebensnotwendiges Vitamin B3 könnte außerirdischer Herkunft sein

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Der Rosetta-Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, aufgenommen am 7. Juli 2015.

Copyright: ESA/Rosetta/NAVCAM – CC BY-SA IGO 3.0

Greenbelt (USA) – Wissenschaftler der NASA haben in Laborexperimenten festgestellt, dass das für den Stoffwechsel wichtige Vitamin B3 im All entstanden und später mit Kometen und Asteroiden zur Erde gelangt sein könnte. Ein weiterer Hinweis dafür, dass die Grundlagen des irdischen Lebens außerirdischer Herkunft sind und Leben somit im All weit verbreitet sein könnte.

Das auch als Niacin bekannte Vitamin B3 ist vor allem in Fleisch enthalten und besonders wichtig für viele Stoffwechselvorgänge im tierischen und menschlichen Körper.

Die neue Studie von Forschern um Karen Smith vom Goddard Space Flight Center der NASA fußt auf eigenen früheren Untersuchungen, in denen die Wissenschaftler kohlenstoffreiche Meteoriten untersucht hatten und darin eine Konzentration des Vitamins von 30 bis 600 Teilen pro Milliarde entdeckt hatten. Zugleich stellten die Forscher damals schon fest, dass Vitamin B3 im Innern von Kohlendioxid-Eis unter simulierten Weltraum-Bedingungen aus einem primitiven organischen Baustein-Molekül, sogenanntem Pyridin, entstehen kann.

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In ihren neuen Experimenten gestalteten die Forscher diese Bedingungen, wie sie auf und in Kometen vorherrschen, nun noch realistischer und fügten dem Kohlendioxideis Wassereis in realistischen Kometenverhältnissen hinzu.

Selbst durch dieses Hinzufügen von Wasser, entstand das Vitamin unter einer Vielzahl von simulierten Szenarien mit Wasseranteilen, die bis um das jeweils Zehnfache variierten.

„Wir konnten zeigen, dass die Arten von organischen Molekülen, die in unseren im Labor produzierten Eis-Arten entstanden, sehr stark jenen glichen, wie sie schon in Kometen und Meteoriten gefunden wurden“, so Smith. „Diese Ergebnisse legen demnach nahe, dass wichtige organische Verbindungen in Meteoriten aus einfachem molekularen Eis-Arten im Weltraum entstanden sein könnten. Diese Art von Chemie könnte auch für Kometen relevant sein, die große Mengen an Wasser und Kohlendioxid-Eis enthalten. Unsere Experimente zeigen, dass Vitamin B3 und andere komplexe organische Verbindungen ursprünglich im Weltraum entstanden sein könnten und dass es somit durchaus plausibel ist, dass Meteoriten und Kometeneinschläge den auf der Erde schon vorhandenen Verbindungen außerirdische Verbindungen hinzugefügt haben könnten.

Ihre Ergebnisse haben Smith und Kollegen aktuell im Fachjournal „Chemical Communications“ (DOI: 10.1039/C5CC03272E) veröffentlicht und hoffen jetzt auf neue Ergebnisse der europäischen Kometensonde „Rosetta“, die derzeit den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko (s.Abb.) umkreist: „Wenn im den von 67P abgegebenen Gasen oder im Kometenkern einige der gleichen organischen Verbindungen gefunden werden können, würde dies die Theorie, nach der erst Kometen organisches Material auf die junge Erde gebracht haben, stützen.

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