Außerirdische Zivilisationen im Innern der Milchstraße am wahrscheinlichsten

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Symbolbild: Astronomische Beobachtung des Zentrums der Milchstraße.
Copyright: ESO/Yuri Beletsky

Hawthorn (Australien) – Ebenso wie die sogenannten habitablen (also lebensfreundlichen) Zonen rund um Sterne, innerhalb derer es auf diese umkreisenden Planeten aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser (und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens) geben könnte, diskutieren Astronomen auch habitable Zonen im galaktischen Maßstab. Eine neue Studie kommt hierbei zu der Einschätzung, dass das Innere unserer Galaxie der wahrscheinlichste Ort ist, an dem innerhalb der Milchstraße nicht nur Leben, sondern auch intelligente Zivilisationen entstanden sein könnten. Die Ergebnisse bieten auch neue Richtlinien für die Suche nach Spuren und Signalen dieser potentiellen Zivilisationen.

Während sich frühere Studien hierzu hauptsächlich auf die Entstehung komplexer Lebensformen konzentriert hatten, legt das Team um Ian S. Morison vom Centre for Astrophysics and Supercomputing an der Swinburne University of Technology in einem, im Fachjournal „Astrobiology“ (DOI: 10.1089/ast.2014.1192) publizierten Artikel nun seine Berechnungen der Wahrscheinlichkeiten für die Entstehung intelligenter Zivilisationen innerhalb unserer Milchstraße vor.

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„Wir gehen davon aus, dass die Entstehung intelligenten Lebens stark von jener Zeit abhängt, die einer galaktischen Region für evolutionäre Prozesse bis zu den sterilisierenden Auswirkungen einer nahen Supernova (Sternexplosion) zur Verfügung stehen“, so die Forscher. Die Abstände zwischen Supernova-Ereignissen liefern demnach ein „Zeitfenster zur Entstehung von Intelligenz“. Für ihre Studie haben die Forscher ein mathematisches Modell entwickelt, anhand dessen diese Zeitfenster analysiert werden können.

Selbst unter der Vorgabe, dass diese Zeitfenster zwischen den Sterilisationsereignissen möglichst lange anhalten müssen, um die Entstehung von Intelligenz zu ermöglichen, legt das nun vorgestellte Model der Wissenschaftler nahe, dass der innere Teil unserer Galaxie die höchste Wahrscheinlichkeit bietet, dass hier intelligentes Leben entstanden sein könnte.

„Dies liegt in dem Umstand begründet, dass es in dieser Region eine deutlich größere Anzahl an potentiell lebensfreundlichen Planeten gibt. Dieser Umstand gleicht die Effekte der hier ebenfalls vorhandenen größeren Anzahl an Supernovae wieder mehr als aus“, erläutern die Forscher. Das Model zeigt zudem, dass sich die Wahrscheinlichkeit der Entstehung intelligenten Lebens in diesen Region mit der Zeit erhöht.

„Zwar entstand intelligentes Leben ganz offenbar auch im galaktozentrischen Radius der Erde, doch in der inneren Galaxie gab es vergleichbare evolutionäre Möglichkeiten schon vor mehr als 2 Milliarden Jahren“, so die Forscher. „Unsere Ergebnisse legen somit nahe, dass die inneren Regionen unsere Milchstraße logischerweise das Hauptziel der Suche nach außerirdischer Intelligenz sein sollte und dass jede Zivilisation, die dort entstanden ist, potentiell sehr viel älter sein könnte als unsere eigene.

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