12 weitere Jupitermonde entdeckt


Der Gasplanet Jupiter wird von verschiedenen Gruppen von Monden in unterschiedlichen Richtungen umkreist (Illu.).

Copyright: Roberto Molar-Candanosa, Carnegie Institution for Science

Washington (USA) – Astronomen haben 12 neue Jupitermonde entdeckt. Damit steigt die Anzahl der Trabanten des Gasriesen auf insgesamt 79 und damit die größte Anzahl an Monden um einen Planeten des Sonnensystems an. Unter den neu entdeckten Monden fällt ein Mond allerdings aus der Reihe.

Wie das Team um Scott Sheppard von der Carnegie Institution for Science aktuell berichtet, haben sie die „neuen“ Monde seit dem Frühjahr 2017 während ihrer Suche nach noch unbekannten Objekten im äußeren Sonnensystem und einem noch unentdeckten großen Planeten jenseits der Plutobahn, dem sog. Planet Nine, entdeckt, da sich Jupiter zur Beobachtungszeit gerade im Blickfeld dieser Himmelsdurchmusterung befand. Da es mehrerer Beobachtungen bedarf, um ein Objekt tatsächlich auch als Jupitermond zu bestätigen, dauerte der Vorgang insgesamt knapp ein Jahr.

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Neun der 12 neuentdeckten Monde sind Teil eines äußeren Schwarms aus Trabanten, die den Planeten retrograd, also entgegengesetzt zu Jupiters eigener Rotationsrichtung, umkreisen (s. Abb. rot). „Diese retrograden Monde gruppieren sich in mindestens drei Untergruppen und sind vermutlich die Überreste einst größerer Körper, die durch Kollisionen mit Asteroiden, Kometen oder anderen Monden auseinanderbrachen“, berichten die Astronomen. „Diese retrograden Monden brauchen in etwa ein Jahr, um ihren Planeten zu umkreisen.“

Zwei der Monde sind Teil einer des Planeten näher gelegenen Gruppe, die den Jupiter in dessen Drehrichtung umkreisen (s. Abb. blau). „Diese inneren prograden Monde haben alle den gleichen Abstand und Neigungswinkel und gelten deshalb als Fragmente eines einstigen größeren Mondes. Sie benötigen etwas weniger als ein Jahr, um Jupiter zu umrunden.“

Ein weiterer Mond (s. Abb. grün) – dem die Astronomen den römisch-mythologischen Namen Valetudo gaben – unterscheidet sich hingegen von allen bislang bekannten Jupitermonden: „Während es sich vermutlich um den kleinsten bislang bekannten Jupitermond handelt, dessen Durchmesser weniger als ein Kilometer beträgt, ist dieser Mond weiter von seinem Planeten entfernt als die Gruppe prograder Monde und braucht rund eineinhalb Jahre für eine Jupiterumrundung. Im Gegensatz also zur Gruppe der prograden Monde, hat dieser ebenfalls prograde Mond eine Umlaufbahn, die jene der äußeren retrograden Monde kreuzt. Aus diesem Grund sind zukünftige Zusammenstöße sehr wahrscheinlich, durch die die kollidierenden Körper vermutlich zerstört werden.“ Die Astronomen um Sheppard vermuten, dass die unterschiedlichen Trabanten-Gruppen durch genau solche Vorgänge und Mechanismen in grauer Vorzeit einst entstanden sind.

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