40 Eridani A: Doch keine Super-Erde um „Spocks Heimatstern“

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Symbolbild.
Kollage: grewi.de

Columbus (USA) – 2018 berichteten US-Astronomen von der Entdeckung einer sogenannten Super-Erde, die den Stern „40 Eridani A“ sogar innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone umkreist. Während der Stern unter seinem Wissenschaftlichen Namen nur astronomisch Kundigen ein Begriff sein dürfte, ist der er als Heimatsonne von Mr. Spock vom Planeten „Vulcan“ aus der TV- und Filmserie Star Trek einem größeren Publikum bekannt. Nun berichten die Entdecker des Planeten, dass es sich bei dem Signal doch nicht um einen Planeten handelte.

2018 berichtete das Team um Jian Ge von der University of Florida vorab via ArXix.org und in einer späteren Ausgabe des Fachjournals „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“, dass sie um „40 Eridani A“ (HD 26965) einen Planeten, genauer gesagt eine sogenannte Super-Erde entdeckt hätten, einen Planeten also von der mehrfachen Größe und Masse der Erde. Dieser Planet, der damals bereits die Bezeichnung „40 Eridani b“ erhielt, sollte doppelt so groß, aber acht bis neun Mal schwerer sein als die Erde. Damit befände er sich gerade auf der Typengrenze zwischen Fels- und Gasplanet. Auch sollte der Planet seinen Stern einmal in 42 Tagen gerade noch an der inneren Grenze dessen habitabler Zone umkreisen (…GreWi berichtete). Bei der habitablen Zone handelt es sich um jene Abstandsregion, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen flüssiges Wasser – und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens – existieren kann.

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Nun aber berichtet das Team um Katherine Laliotis von der Ohio State University zunächst via ArXiv.org von den Ergebnissen der Untersuchungen verschiedener naher Sterne und dortiger Planeten – darunter auch „40 Eridani“. Die zunächst beobachtete 42-tägige Umlaufzeit sei in Wirklichkeit auf Aktivitäten des Sterns selbst und nicht auf einen umlaufenden Stern zurückzuführen. Tatsächlich hatten schon zuvor Kritiker Zweifel an der indirekten Planetenentdeckung geäußert, entsprach die attestierte Umlaufzeit doch ziemlich genau der Aktivitätsperiode des Sterns.

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Das auch als „Keid“ bezeichneten Dreifachsternsystem aus den Sternen 40 Eridani A, B und C im Sternbild Eridanus ist knapp 16 Lichtjahre von der Erde entfernt, wodurch der Planet die uns am nächstgelegene Super-Erde überhaupt darstellt hätte und somit perfekt für weitere Beobachtungen gewesen wäre.

Hintergrund: Spocks Heimatstern?
Während Star-Trek-Fans schon lange rätseln, welcher Stern der Heimatstern des fiktiven Planeten und Mr. Spocks Heimatwelt Vulkan sein könnte, haben sich im Juli 1991 der Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry gemeinsam mit den Astronomen Sallie Baliunas, Robert Donahue und George Nassiopoulos vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in einem Brief an den Herausgeber des US-amerikanischen Magazins „Sky & Telescope“ für „40 Eridani A“ und damit gegen die Alternative Epsilon Eridani ausgesprochen.

Auch wenn der Heimatstern von Vulkan in der TV- und Kinoserie nie konkret aus irdischer Sicht identifiziert wird, bevorzugten Roddenberry und die Astronomen „40 Eridani A“, weil dieser mit einem Alter von etwa 4 Milliarden Jahren in etwa so alt wie unsere Sonne ist. Epsilon Eridani ist hingegen erst etwa eine Milliarde Jahre alt – zu jung also, als dass sich hier Leben, geschweige denn vulkanisch-logisch denkendes Leben entwickelt haben könnte.

Auch wenn „Vulcan“ nun doch (noch) nicht gefunden wurde, so wollen die Forschenden um Laliotis die Existenz kleinerer Planeten um 40 Eridnani nicht ganz ausschließen. Um diese jedoch zu entdecken, seien die aktuell genutzten Instrumente nicht sensibel genug.




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Recherchequelle: ArXiv.org

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