Forscher finden 75 Millionen Jahre alte erhaltene Dino-Hornhaut und Proteine

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Ein nistendes Exemplar von Citipati osmolskae im American Museum of Natural History.

Copyright: Dinoguy2 (WikimediaCommons), CC SA 1.0

Raleigh (USA) – 1995 entdeckten Paläontologen in der Djadokhta-Formation in der Mongolei die erstaunlich gut erhaltenen Überreste eines Emu-großen sogenannten Oviraptoriden, Citipati osmolskae. Bei Untersuchungen des Fundes sind die Forscher nun an den Klauen auf hautartiges organisches Hornhaut-Material gestoßen, das sich seit dem plötzlichen Tod des Tieres vor rund 75 Millionen Jahren erhalten hat und in dem die Forscher sogar noch immer Proteine identifizieren konnten. Der Fund könnte auch aus astrobiologischer Sicht interessant sein.

Wie das Team um Alison Moyer von der North Carolina State University und der Drexel University aktuell im Fachjournal “Proceedings of the Royal Society B” (DOI: rspb.royalsocietypublishing.org/lookup/doi/10.1098/rspb.2016.1997) berichtet, zeigen die Fossilien den Saurier in brütender Position über einem Eiergelege. Die ungewöhnlich lebensnahe Position des Sauriers legt nahe, dass er unerwartet schnell – wahrscheinlich von einer Sanddüne – verschüttet wurde. Diese Vorstellung würde auch den ungewöhnlich guten Erhaltungszustand des Fundes erklären.

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An den Klauen des Sauriers entdeckten die Forscher nun ein weißes Material, das sie für Reste der sogenannten Hornwand der Krallennägel halten und welches sich sowohl von den übrigen Knochen als vom diese umgebenden Sediment unterscheidet.

04284Mikroskopaufnahmen der Kralle eines Vogelstrauß (l.) im Vergleich mit der Kralle des Oviraptoriden Citipati osmolskae (r.).
Copyright: Alison Moyer

Bei heutigen Vögeln besteht diese Hornhaut aus zwei Arten von Keratin: das weichere Alpha-Keratin im Inneren Teil des Kralle und das festere, äußere Beta-Keratin.

Bei ihren Analysen konnten die Forscher um Moyer nun tatsächlich bestätigen, dass es sich bei dem Material tatsächlich um besagte Hornhaut handelt und sich in dieser sogar noch die ursprünglichen Moleküle von Beta-Keratinen nachweisen ließen.

“Wahrscheinlich hat die starke Einlagerung von Kalzium zur erstaunlichen Erhaltung dieses Gewebes beigetragen”, erläutert Moyer und führt weiter aus: “Unsere Ergebnisse zeigen, wie erstaunlich lange selbst Proteine im Gestein erhalten bleiben können.”

Die Entdeckung ist jedoch nicht nur aus paläontologischer Sicht interessant: Astrobiologen hoffen angesichts derartiger Funde, dass sich auch Proteine und Zellgewebe früheren Marslebens auf diese Weise bis heute als Fossilien erhalten haben könnten.

GreWi-Kurzgefaßt
– Forscher finden an einem Saurier-Fossil Hornhaut und darin erhaltene Proteine.
– Astrobiologen hoffen nun, dass ähnliche Funde derart lange erhaltener Proteine einst auch auf dem Mars gemacht werden können.

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