Archäologen bestimmen das Alter der megalithischen “Steinkrüge von Laos”

Einige Beispiele der Steinkrüge von Laos. Copyright: Plain of Jars Archaeological Research Project
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Einige Beispiele der Steinkrüge von Laos. Copyright: Plain of Jars Archaeological Research Project

Einige Beispiele der Steinkrüge von Laos.
Copyright: Plain of Jars Archaeological Research Project

Melbourne (Australien) – Die “Ebene der Steinkrüge” in der Provinz Xieng Khouang in Laos gehört zu den auch für Archäologen geheimnisvollsten antiken Stätten weltweit – stehen hier doch Hunderte übermannsgroßer und bis zu 20 Tonnen schweren Steingefäße, über deren einstigen Sinn ebenso wenig bekannt ist wie über die Kultur, die sie hinterlassen hat. Jetzt haben australische Archäologinnen und Archäologen die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden „Steinkrüge von Laos“ erstmals erfolgreich genau datiert.

Wie das Team um Dr. Louise Shewan von der University of Melbourne aktuell im Fachjournal PLoS One“ (DOI: 10.1371/journal.pone.0247167) berichtet, gelang ihnen die Datierung mittels der Radiokarbondatierung (C14) sowie der Thermolumineszenzdatierung (OSL, mit der ermittelt werden kann, wann Mineralkörner im Boden zum letzten Mal dem Sonnenlicht ausgesetzt waren) von Sedimenten unterhalb der Steinkrüge. Diese Datierung zeigt, dass die Krüge zwischen 1240 und 660 v.Chr. an ihren heutigen Positionen aufgestellt wurden.

Mädchen vom Stamme der Hmong auf einen der Steinkrüge der sog. „Stätte 1“. Copyright: Oliver Spalt / (via WikimediaCommons) CC BY-SA 2.5

Mädchen vom Stamme der Hmong auf einen der Steinkrüge der sog. „Stätte 1“.
Copyright: Oliver Spalt / (via WikimediaCommons) CC BY-SA 2.5

„Anhand dieser neuen Daten, kombiniert mit jenen der Grabstätten rund um die Krüge können wir nun sagen, dass dieser Ort während dieser Zeiten seine rituelle Bedeutung bewahrt hatte“, erläutert Shewan. Frühere Arbeiten hatten gezeigt, dass die gewaltigen Krüge die Orte im Boden vergrabener Keramikkrüge markieren. Wie die gewaltigen Steinkrüge jedoch von den ebenfalls bekannten Steinbrüchen, an denen die geschlagen und bearbeitet wurden, an ihren finalen Platz transportiert wurden, beliebe weiterhin ein Rätsel, gestehen die Forschenden ein.

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Auch Shewan ist von den Ähnlichkeiten zu den indischen Steinkrügen fasziniert: “Die Assam-Standorte gewinnen angesichts der identifizierten sprachlichen und genetischen Verbindungen zwischen Südostasien und Nordostindien nun wieder an Interesse, und wir hoffen, diese Standorte und die Verbindungen zwischen ihnen in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Indien in naher Zukunft besser zu erforschen”, sagt Dr. Shewan.

– Die Webseite des Forschungsprojekts unter Dr. Louise Shewan finden Sie HIER

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Quelle: University of Melbourne

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