Archäologen haben schwarzen Sarkophag geöffnet


Archäologen und Arbeiter bei Öffnen des Granitsarkophags.

Copyright: Ministry of Antiquities

Alexandria (Ägypten) – Noch vor wenigen Tagen hatte das ägyptischen Antikenministerium erklärt, einen kürzlich entdeckten, tonnenschweren schwarzen Granitsarkophag zunächst bergen und dann erst öffnen zu wollen (…GreWi berichtete). Dann gestern die unverhoffte Wende: Der Sarkophag wurde an Ort und Stelle geöffnet. Das Innere war im wahrsten Sinne des Wortes „atemberaubend“.

Wie sich zeigte, beinhaltete der mächtige Sarkophag die Mumien von gleich drei Personen. Vermutlich handelt es sich um ein Familiengrab pharaonischer Soldaten, berichtete das ägyptischen Antikenministerium.

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„Einer der Schädel weist eine Fraktur auf, die durchaus von einem Pfeil stammen könnte“, berichtete der Generalsekretär des ägyptischen Supreme Council of Antiquities, Dr. Mostafa Waziri. „Die Mumien sind jedoch in einem sehr schlechten Zustand – nur noch einige Knochen sind vorhanden – da sich im Sarg auch Abwasser einer undichten Drainage angesammelt hatte. Schon als wir den Sargdeckel nur wenige Zentimeter angehoben hatten, trat uns ein entsprechend unerträglicher Geruch entgegen.“


Der erste Blick in den gerade geöffneten Sarkophag (s. Abb. o.) zeigte, dass diese mit einer stinkenden rotbraunen Flüssigkeit gefüllt war. Erst als diese Brühe abgesaugt wurde (s. Abb. u. – Hinweis: Die weißen Pfeile in beiden Fotos verdeutlichen den einstigen Flüssigkeitspegel), entdeckten die Archäologen die stark beschädigten Skelettüberreste dreier Mumien.

Copyright: Ministry of Antiquities (Bearb. Grewi.de)

Auch zur „gesichtslosen“ Alabasterbüste (s. Abb. l., Copyright: Ministry of Antiquities)  erläuterten die Archäologen neuen Informationen: Wie schon zuvor berichtet, könnte es sich um das Abbild einer der im Sarkophag bestatteten Personen sein. Der Umstand, dass die Gesichtszüge nicht (mehr) zu erkennen sind, liege aber nicht daran, dass die Büste unvollendet, sondern stark verwittert sei.

Für weitere Untersuchungen der Skelette, bei denen sowohl die einstigen Lebensumstände wie auch die Todesursachen der drei Bestatteten ermittelt werden sollen, sollen die Knochen gemeinsam mit dem rund 30 Tonnen schweren Srakophag und der Büste nun in ein nahes Museum verbracht und dort auch konserviert werden.

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