Asteroidenstaub im „Dino-Killer“-Krater bestätigt Theorie zum Massensterben vor 66 Mio. Jahren

Künstlerische Darstellung des Einschlags des „Dino-Killers“ (Illu.). Copyright/Quelle: geralt (via Pixabay.com) / Pixabay.com
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Künstlerische Darstellung des Einschlags des „Dino-Killers“ (Illu.). Copyright/Quelle: geralt (via Pixabay.com) / Pixabay.com

Künstlerische Darstellung des Einschlags des „Dino-Killers“ (Illu.).
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Wien (Österreich) – Ein internationales Forscherteam hat in Bohrproben aus dem mexikanischen Chicxulub-Impaktkrater Meteoriten-Staub und damit das letzte Stück im Puzzle um die Erklärung des Massensterbens durch einen Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren, dem als bekannteste Vertreter auch die Dinosaurier zum Opfer fielen.

Das damalige katastrophale Massenaussterben hatte das Leben auf der Erde völlig verändert: Mehr als zwei Drittel aller damals lebenden Arten starben aus, unter anderem die Dinosaurier oder auch die Ammoniten. Die Säugetiere hingegen überlebten und besetzten fortan nach dem Verschwinden der Saurier die freigewordene ökologische Nische.

„Es gab viele Hypothesen zur Erklärung dieses Massensterbens am Ende der Kreidezeit“, erläutert die Pressemitteilung des an der Studie beteiligten Naturhistorischen Museums in Wien und führt dazu weiter aus: „Erste konkrete Hinweis auf eine Erklärung wurde Ende der 1970er-Jahre in Sedimentschichten in der Nähe von Gubbio in Italien und Caravaca in Spanien gefunden, wo eine sehr dünne Schicht aus Tonmineralien die Grenze zwischen der Kreidezeit und dem Paläogen markiert. Vor etwas mehr als 40 Jahren wurden in diesen ‚Grenzschichten‘ ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Iridium und anderen sogenannten Platinmetallen gefunden – seltene Metalle, die in relativ hohen Konzentrationen in Meteoriten, aber in sehr geringen Konzentrationen in Gesteinen der Erdoberfläche vorkommen. Diese Tonschicht wurde damit erklärt, dass sie sich aus Staub gebildet hat, der durch den Einschlag und die Verdampfung eines etwa 12 km großen Asteroiden entstanden ist. Dieser Befund wurde in den frühen 1990er-Jahren durch die Entdeckung des etwa 200 km großen Einschlagskraters Chicxulub, der unter der Halbinsel Yucatán in Mexiko begraben liegt, bestätigt.“

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Mehr als 40 Jahre später haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nun das letzte Beweisstück gefunden, das das globale Massenaussterben mit dem Asteroideneinschlag in Verbindung bringt.

Wie das internationale Forscherteam um Dr. Steven Goderis von der Vrije Universiteit Brussel aktuell im Fachjournal Science Advances“ (DOI: 10.1126/sciadv.abe3647) berichtet, gelang es ihnen, die globale Asteroidenstaubschicht bis ins Innere des Chicxulub-Einschlagskraters zurückzuverfolgen: “Der Kreis ist nun endlich geschlossen.”

Wie die Forschenden berichten, wurde im Mai 2016 wurde ein diskontinuierlicher Hügelring, der das Zentrum der Chicxulub-Einschlagstruktur in Mexiko umgibt, ein sogenannter Peak-Ring von Teams des International Ocean Discovery Program (IODP) und des International Continental Scientific Drilling Program (ICDP) Expedition 364 erbohrt. Dabei wurden ca. 835 Meter Gestein an die Oberfläche gebracht, die eine enorme Menge an neuen Informationen über die Vorgänge in der Kraterregion vor, während und unmittelbar nach dem Asteroideneinschlag lieferten.

„Details der Ablagerungen in dem Zeitintervall, in dem der Krater von einer dynamischen Umgebung mit zurückkehrendem Ozeanwasser und Tsunami-Wellen zu viel ruhigeren Bedingungen überging, sind im Bohrkern gut dokumentiert. Basierend auf einer umfangreichen geochemischen Analyse dieses Teils des Bohrkerns wurden die höchsten Konzentrationen von Iridium in einem tonreichen Intervall in Sedimenten gefunden, die den inneren Kraterring bedecken, direkt unter Kalkstein aus dem frühesten Paläogen.“

In weiteren Analysen konnten die Autoren der Studie nun eindeutig zeigen, dass innerhalb des Kraters eine Schicht erhalten ist, die Iridium und andere Platinmetalle enthält. „Dieser meteoritische Staub hat sich nach dem Einschlag viele Jahre in der Atmosphäre gehalten und ist erst einige Jahrzehnte nach dem Einschlagsereignis wieder in den Krater zurückgefallen“, erklärt Christian Köberl von der Universität Wien. Damit stelle die atmosphärische Ablagerung des Asteroidenstaubs eine wichtige zeitliche Einschränkung für die Ablagerung des Kratergesteins direkt unter dieser Iridium-Schicht dar.

Im Erhalt dieser meteoritischen Staubschichten im Innern des Kraters sehen die Forscher nun den „unbestreitbaren Beweis, dass der Einschlag und das Aussterben eng miteinander verbunden sind“. Die Entdeckung einer solch gut definierten Iridium-Anomalie im Chicxulub-Krater werde zweifellos auch die Forschung zum Kreide-Paläogen-Massenaussterben neu beleben.




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Quelle: Naturhistorisches Museum Wien

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