Astronomen beginnen Suche nach Signaturen technologisch entwickelter Zivilisationen im fernen All


Frequenzbild eines Signalkandidaten zu Kepler-283.

Copyright: Margit et al. 2018

Los Angeles (USA) – US-Astronomen haben mit der gezielten Suche nach sogenannten “Techno-Signaturen” im Radiofrequenzbereich ferne Planetensysteme begonnen. Während die Suche aus Richtung der ersten 14 auf diese Weise angepeilten Systemen erfolglos verlief, sei dies jedoch angesichts tausender weiterer potentiell interessanter Systeme, erst der Anfang.

Während Biosignaturen molekulare Spuren chemischer Elemente darstellen, die für gewöhnlich mit Leben einhergehen (Sauerstoff, Ozon, Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Methan u.a.) handelt es sich bei “Techno-Signaturen” um Signale, die eindeutig einer technologischen Beeinflussung der Atmosphäre eines fernen Planeten entstammen.

Genau nach solchen Signaturen im Radiospektrum von 14 Planetensystemen, die mit dem NASA-Weltraumteleskop “Kepler” entdeckt wurden, haben Astronomen um Jean-Luc Margot von der University of California Los Angeles (UCLA) nun begonnen und das Ergebnis vorab via ArXiv.org und aktuell im “The Astronomical Journal” beschrieben. Darin definieren die Astronomen Techno-Signaturen als “messbare Eigenschaften oder Effekte, die wissenschaftliche Beweise für einstige oder noch heute aktive Technologien liefern.

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Bei den Systemen handelt es sich um: Kepler-399, Kepler-186, Kepler-452, Kepler-141, Kepler-283, Kepler-22, Kepler-296, Kepler-407, Kepler-174, Kepler-62, Kepler-439, Kepler-438, Kepler-440, Kepler-442.

Wie die Forscher berichten, haben sie die 14 Planetensysteme mit dem Green Bank Telescope nach Radiosignalen in jenen Spektren abgesucht, die keiner bekannten natürlichen Radioquelle zugeordnet werden können. Gemeint sind Radiosignale im Wellenlängenspektrum von 1,15 bis 1,73 Gigahertz (GHz). “Damit würden wir zumindest Radioaktivitäten von der Stärke des Radioteleskops von Arecibo in einem Umkreis von 450 Lichtjahren um die Erde identifizieren können”, so die Astronomen.

“Hätten wir solche Signale aufgefangen, so würde es sich um Techno-Signaturen handeln, da keine natürlichen Quellen bekannt sind, die derart schmalbandige Signale erzeugen”, erklärt Margot und führt weiter aus: “Tatsächlich haben wir zunächst 850.000 Signal-Kandidaten entdeckt, von denen bei weiterer Analyse 19 interessante Fälle übriggeblieben waren. Einer weiteren Analyse im Sinne einer außerirdischen Quelle hielt dann jedoch keines dieser 19 Signale stand.

In allen Fällen zeigte sich also, dass es sich um Signale aus irdischen technologischen Quellen, sogenannten “Radio-Frequenz-Interferenzen” (RFI), etwa von GPS-Systemen, Satelliten usw. gehandelt hatte.

Dennoch lassen sich die Astronomen von diesem Ergebnis nicht einschüchtern: “Unsere Studie konzentrierte sich bislang lediglich auf einen sehr kleinen Bruchteil. So haben wir gerade einmal ein Fünfmillionstel des gesamten Himmels abgedeckt. Jetzt wollen wir unsere Suche natürlich ausweiten und suchen hierfür Forschungsgelder.”

Bislang sind 3.728 Planeten in 2.794 Systemen außerhalb unseres eigenen Sonnensystems bekannt. In 622 dieser Systeme konnten bislang mehr als nur ein Planet entdeckt werden…

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