Astronomen vermuten weitere erdartige Planeten im System Alpha Centauri

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Künstlerischer Darstellung eines Planeten, der den Stern Alpha Centauri B umkreist (Illu.).
Copyright: ESO/L. Calçada/Nick Risinger (skysurvey.org)

New Haven (USA) – Astronomen der Yale University haben ein neues Modell vorgestellt, laut dem es im Dreifach-Sternsystem Alpha Centauri zahlreiche kleine, erdartige Planeten geben sollte, die bislang übersehen wurden. Zugleich schließen sie eine ganze Anzahl größerer Planeten aus, die mittels früheren Computermodellen vorhergesagt wurden.

Wie das Team um Professor Debra Fischer von der Yale University gemeinsam mit chilenischen Kollegen aktuell im “Astronomical Journal” (DOI: 10.3847/1538-3881/aa9bea) berichtet, zeigen ihre neuen Modelle, dass es gleich mehrere kleinerer Planeten um die Sterne Alpha Centauri A und B geben sollte.

Das System Alpha Centauri befindet sich 1,3 Parsec und damit rund 4,36 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt und ist damit das uns nächstgelegene System. Während erst im vergangenen Jahr (2016) ein erdähnlicher Planet innerhalb der lebensfreundlichen Zone um den roten Zwergstern Proxima Centauri entdeckt wurde (…GreWi berichtete) sind bislang um seine Nachbarsterne, Alpha Centauri A und B, noch keine Planeten bekannt bzw. wird die Entdeckung eines Planetensignals um Alpha Centauri B bis heute kontrovers diskutiert. “Jetzt sind wir aber nahezu sicher, dass es auch um Alpha Centauri A und B kleinere Felsplaneten gibt”, so Fischer.

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Während bisherige Technologien noch nicht präzise genug waren, beruhen die Modelle der Astronomen nun auf Daten neuer spektrografischer Instrumente in Observatorien in Chile, darunter das Instrument CHIRON, HARPS und UVES als teil der Very Large Telescope Array.

Die Modellberechnungen zeigen nun, dass es um Alpha Centauri A mit großer Wahrscheinlichkeit Planeten geben sollte, die weniger als 50 Erdenmassen groß sind. Für Alpha Centauri B sagen die Wissenschaftler das Vorhandensein von Planeten voraus, die weniger als acht Erdenmassen auf die Wage brächten, und um Proxima Centauri vermuten die Forscher weitere Planeten von weniger als eineinhalb Erdenmassen.

Zugleich schließen die Modelle die Existenz einer ganzen Anzahl Jupiter-großer Planeten aus, die anhand früherer Modelle vorhergesagt wurden und durch deren Existenz Asteroiden in Richtung potentiell vorhandener erdartiger Planeten gelenkt werden könnten.

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