Astronomen: Wurmlöcher anhand ihrer „Schatten“ von Schwarzen Löchern unterscheiden


Künstlerische Darstellung eines

Wurmlochs (Illu.).Copyright: JohnsonMartin / CC 0

Mumbai (Indien) – Spätestens seit „Star Trek“ sind Wurmlöcher durch die Science-Fiction auch in der Populärkultur angelangt und weitgehend als „Abkürzungen durch die unendlichen Weiten des Universums“ bekannt. Hypothetisch könnte ein Raumschiff, das ein Wurmloch durchfliegt, sich schneller als das Licht durch den Raum bewegen und vielleicht erlauben es Wurmlöcher heute schon fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisationen, die gewaltigen Distanzen im All mit Hilfe dieser Abkürzungen durch den Raum zu überwinden? Indische Physiker beschreiben nun, wie sie Wurmlöcher anhand ihrer „Schatten“ schon heute entdeckt werden könnten.

Das Problem: Genau wie Schwarze Löcher, wäre auch ein Wurmloch als solches selbst nicht direkt zu sehen. Wie das Team um Rajibul Shaikh vom Tata Institute of Fundamental Research vorab via ArXiv.org berichtet und beschreiben, wie eine bestimmte Form rotierender Wurmlöcher einen eher länglicheren, leicht gebogenen und auch größeren „Schatten“ werfen würden, wie er von den runden Schatten eines Schwarzen Lochs schon mit heutigen Teleskopen unterschieden werden könnte.

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Dieser „Schatten“ werde von Photonen (also Lichtteilchen) verursacht, die sich normalerweise in einem Lichtring um den Eingang eines Wurmlochs sammeln sollten, aber immer dann, wenn sie sich dem Wurmloch zu sehr nähern, in dieses hinein geraten und dabei einen dunklen Leerraum hinterlassen, den die Physiker als deren „Schatten“ bezeichnen.


Künstlerische Darstellung der Reise durch ein Wurmloch (Illu.).

Copyright: Les Bossinas (Cortez III Service Corp.), for NASA / Public Domain

Zwar hatten Wissenschaftler schon zuvor den „Schatten“ rotierender Wurmlöcher berechnet, bislang aber den Effekt des Wurmlochs zwischen den beiden Eingängen nicht beachtet, zitiert LiveScience.com den indischen Physiker. Anhand der neuen Analyse könnten Astronomen nun prinzipiell schon heute die beschriebene Wurmloch-Schatten identifizieren und von dem eines Schwarzen Lochs unterscheiden.

Sollte dies dann gelingen, wäre dies nicht nur der Nachweis des durch die Science-Fiction beschriebenen Einstein-Rosen-Konzepts (…Wurmlöcher werden nach den sie erstmals  beschreibenden Wissenschaftlern Albert Einstein und Nathan Rosen ursprünglich und fachsprachlich auch als „Einstein-Rosen-Brücken“ bezeichnet), sondern damit zugleich auch der Beweis für die Existenz exotischer Materie, die es brauchen würde, um ein Wurmloch stabil und offen zu halten, erbracht.

Die Autoren der Studie unterstreichen jedoch, dass sich ihre Berechnungen lediglich auf eine bestimmte Art von Wurmlöchern beziehen und es noch zu überprüfen gelte, ob sie auch auf andere Arten übertragbar sind.

Tatsächlich wurde die tatsächliche Existenz von Wurmlöchern bislang jedoch noch nicht nachgewiesen…

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