Auch die US Air Force veröffentlicht Berichte zu Beinahe-Kollisionen mit mehr oder weniger „unbekannten Flugobjekten“

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Archivbild: Betankungsmanöver mit fünf F-16 Kampfjets und einem KC-135 Stratotanker der US Air Force. Copyright: defenseimagery.mil (Gemeinfrei)

Archivbild: Betankungsmanöver mit fünf F-16 Kampfjets und einem KC-135 Stratotanker der US Air Force.
Copyright: defenseimagery.mil (Gemeinfrei)

Washington (USA) – Im Zuge einer Reihe von Enthüllungen und Eingeständnissen der US Navy zu Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte durch Piloten und sonstigem Militärpersonal, hatte die US Navy erst kürzlich acht sog. Gefahrenberichte zu Beinahe-Kollisionen von Navy-Kampfjets mit unbekannten bzw. unidentifizierten Flugobjekten veröffentlicht (…GreWi berichtete). Nun hat auch die US Air Force eine ganze Tranche solcher Berichte freigegeben – mit UFOs im eigentlichen Sinn, haben aber auch diese nur wenig zu tun.

Zur Veröffentlichung der insgesamt 25 Berichte durch das „Air Force Safety Center“ kam es aufgrund einer Anfrage der Redaktion der Rubrik „TheWarZone“ auf „TheDrive.com“ unter Berufung auch das US-Informationsfreiheitsgesetzt (Freedom of Information Act, FOIA).

Die Daten selbst beschreiben Vorfälle rund um den Globus, stammen aus der Datenbank des “Air Force Safety Automated System” (AFSAS) und beschreiben Vorfälle aus den Jahren 2013 bis 2019.

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Nach einer kritischen Durchsicht bleibt letztlich aber nur ein einziger Air-Force-Bericht aufgrund mangelhafter Beobachtungsdaten im Sinne unidentifizierter Phänomene mehr oder weniger „rätselhaft“.

# 7
Am 15. Mai 2015 hatte ein KC-135R Stratotanker des 100. Luftbetankungsflügels eine Beinahe-Kollision mit einem nicht identifizierten Flugzeug, als er sich der RAF-Basis Mildenhall in Großbritannien näherte. Das Flugzeug stand während des Vorfalls auch in Kontakt mit der Radar Approach Control (RAPCON) der RAF Lakenheath.

RAF Lakenheath RAPCON hatte die Besatzung der KC-135R über mehrere Kontakte auf ihrer Route informiert, konnte jedoch keinen von ihnen visuell identifizieren. Im Rahmen des Landeanflugs sank das Flugzeug auf 2.600 Fuß über Meeresniveau ab, bevor die Fluglotsen vor einem weiteren Flugzeug direkt unter der Maschine warnten. Ungefähr fünf Sekunden nach Erhalt dieser Warnung warnte das flugzeugeigene System zur Vermeidung von Verkehrsunfällen (TCAS) ebenfalls vor einer möglichen Kollision und empfahl einen sofortigen Anstieg von 4.000 Fuß pro Minute. Die Besatzung führte dieses Manöver durch und erreichte eine Höhe von 3.600 Fuß, als das TCAS anzeigte, dass die Gefahr vorbei sei.

Die Besatzung des Flugzeugs hatte zu keiner Zeit visuellen oder Funkkontakt, die vor einer möglichen Kollision warnten. Die KC-135R landete ohne Zwischenfälle in Mildenhall.

+ + + GreWi-Kommentar: Wie schon zu den jüngst veröffentlichten Gefahrenberichten der Navy, gilt also auch zu den diesbezüglichen Reporten der US-Luftwaffe anzumerken, dass die Freigabe solcher Berichte weniger sensationell als es zunächst erscheinen mag – handelt es sich doch nicht um Meldungen zu Sichtungen von als „unidentifziert“ bewerteter Flugobjekte und Phänomene (Unidentified Flying Objects = UFOs oder Unidentified Aerial Phenomena = UAPs), sondern eigentlich um klassische „Gefahrenberichte“ von Piloten zu Beinahe-Kollisonen mit zur Flug- und Beobachtungszeit unbekannten bzw. nicht zu identifizierenden Flugobjekten und Fluegzeugen; von denen die meisten schon in den Berichten eher als konventionelle Objekte beschrieben werden, deren Aufenthalt im von den Kampfjets beanspruchten Luftraum lediglich unbekannt oder auch nicht registriert, geschweige denn genehmigt und damit unerwartet war. Stattdessen zeigen die Air-Force-Berichte aber die steigende Bedrohung der zivilen und militärischen Luftfahrt durch offenbar unregistrierte Drohnenflüge auf. Eine Offenlegung in Sachen UFOs durch die Air Force ist das nicht…

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Quelle: TheDrive.com

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