Ausschreibung zum „Fanny-Moser-Preis 2023“ für herausragende Arbeiten zum Thema Spuk

Die Pionierin der deutschsprachigen Parapsychologie Dr. Fanny Moser (1872–1953) Copyright/Quelle: IGPP
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Die Pionierin der deutschsprachigen Parapsychologie Dr. Fanny Moser (1872–1953)Copyright/Quelle: IGPP

Die Pionierin der deutschsprachigen Parapsychologie Dr. Fanny Moser (1872–1953)
Copyright/Quelle: IGPP

Freiburg (Deutschland) – Wenn auch in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt, gehörte Dr. Fanny Moser (1872–1953) dennoch zu den Vorkämpferinnen für Frauenrechte und gilt als Pionierin der parapsychologischen Forschung. In Ihrem Namen schreibt das „Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ e.V. (IGPP) nach langer Zeit für 2023 wieder den nach ihre benannten „Fanny-Moser-Preis“ aus. Gesucht werden heuer herausragende Arbeiten zum Thema Spuk.

Wie das IGPP aktuell erläutert, richtet sich die Ausschreibung an „ein wissenschaftliches bzw. publizistisches Werk (Monografi­e, wissenschaftlicher Artikel, Dissertation, eine Studienabschlussarbeit, Ausstellungskatalog o.ä.). Die Arbeit muss einen expliziten Bezug zum Thema „Spuk“ aufweisen. Der Bezug kann empirisch-experimenteller, theoretisch-konzeptioneller, klinisch-therapeutischer, naturwissenschaftlicher, kunst- oder kulturwissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher, historischer, philosophischer, diskursanalytischer oder auch interdisziplinärer oder anwendungsbezogener Art sein und kann auch künstlerische Aspekte enthalten. Die Veröffentlichung soll nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.“

Hintergrund
Dr. Fanny Moser (1872–1953) studierte (als eine der ersten Frauen) in Freiburg, Zürich und München Medizin und Naturwissenschaften und promovierte1902 mit einer zoologischen Arbeit. 1914 nahm sie an einer okkulten Sitzung teil und wurde Zeugin einer spektakulären Tischlevitation, die ihr naturwissenschaftliches Weltbild nachhaltig erschütterte. In den folgenden Jahrzehnten unternahm Fanny Moser, gestützt auf eine einzigartige Quellensammlung und Forschungsbibliothek, eine kritische Sichtung und Aufarbeitung des Gesamtgebietes von Mesmerismus, Hypnotismus, Spiritismus, Okkultismus und früher parapsychologischer Forschung bis in die 1930er Jahre hinein, was zur Publikation ihres Hauptwerkes Okkultismus – Täuschungen und Tatsachen (München 1935, Reprint 1977) führte. Zusammen mit ihrem 1950 verö­ffentlichten zweiten großen Buch Spuk – Irrglaube oder Wahrglaube? Eine Frage der Menschheit (Zürich, 1950; Reprint 1977) hinterließ Fanny Moser – in historischer Sicht – zwei Hauptwerke zur deutschsprachigen parapsychologischen Forschung.

In ihrem Testament verfügte Fanny Moser die Einrichtung einer Stiftung zur Etablierung und Sicherstellung der Forschung in der Tradition ihrer beiden Werke und übertrug diese Aufgabe an den Pionier der akademischen parapsychologischen Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg, den Freiburger Psychologieprofessor Hans Bender (1907–1991), und an das von ihm 1950 gegründete Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP). Fanny Moser wurde damit zur ersten Mäzenin des IGPP, und ihr Legat ermöglichte über Jahrzehnte hinweg in einem begrenzten Rahmen die Forschungs- und Beratungsarbeit des Instituts.

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Die testamentarische Verfügung sah weiterhin vor, dass regelmäßig ein Preis für die „beste Arbeit“ auf den vor ihr bearbeiteten Forschungsthemen ausgelobt werden soll. Dieser Preis wurde 1982 erstmals vergeben. Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des IGPP im Jahre 2020 wurde die testamentarische Verfügung wieder aufgegriff­en.

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Der Fanny-Moser-Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und soll regelmäßig im Abstand von drei Jahren verliehen werden.

Voraussetzungen für 2023
Die Ausschreibung des Fanny-Moser-Preises 2023 rückt das engere Thema „Spuk“ in den Fokus. Ausgezeichnet werden soll ein wissenschaftliches bzw. publizistisches Werk (Monografi­e, wissenschaftlicher Artikel, Dissertation, eine Studienabschlussarbeit, Ausstellungskatalog o.ä.). Die Arbeit muss einen expliziten Bezug zum Thema „Spuk“ aufweisen. Der Bezug kann empirisch-experimenteller, theoretisch-konzeptioneller, klinisch-therapeutischer, naturwissenschaftlicher, kunst- oder kulturwissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher, historischer, philosophischer, diskursanalytischer oder auch interdisziplinärer oder anwendungsbezogener Art sein und kann auch künstlerische Aspekte enthalten. Die Veröffentlichung soll nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.

Bewerbungen (Selbst-Nominierungen oder Vorschläge durch Dritte) sind bis zum 15. Januar 2023 an die interdisziplinäre Fachjury am IGPP [Fanny-Moser-Preis@igpp.de] zu richten und sollen folgende Unterlagen beinhalten: ein Exemplar der vorgeschlagenen Arbeit (gerne auch PDF), ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben, das den Bezug der Arbeit zum ausgelobten Thema darstellt, sowie eine Kurzvita des Verfassers/der Verfasserin. Bitte richten Sie Ihre Einreichung an: Fanny-Moser-Preis@igpp.de oder postalisch an:
Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP)
Wilhelmstr. 3a, D-79098 Freiburg i. Br. Die Preisverleihung wird voraussichtlich Mitte Mai 2023 in Freiburg stattfinden.

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