Bei der Suche nach Leben auf dem Mars sollten nächste Rover nach „Mars-Pasta“ Ausschau halten

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Filamentartige Mikroben gedeihen in heißen Quellen, wie hier im Yellowstone-Nationalpark und lassen einzigartigen Travertin entstehen. Copyright: Bruce W. Fouke

Filamentartige Mikroben gedeihen in heißen Quellen, wie hier im Yellowstone-Nationalpark und lassen einzigartigen Travertin entstehen.
Copyright: Bruce W. Fouke

Urbana-Champaign (USA) – Die nächsten Rover, die auf dem Mars nach Spuren einstigen Lebens suchen werden, sollten nach Gestein Ausschau halten, das Pasta gleicht, da es – zumindest auf der Erde – so nur von Bakterien geformt wird.

Wie das Team um den Geologen Prof. Bruce Fouke  von der University of Illinois aktuell im Fachjournal „Astrobiology“ (DOI: 10.1089/ast.2018.1965) berichtet, handelt es sich bei dem irdischen Bakterium um Sulfurihydrogenibium yellowstonense (kurz: Sulfuri), um ein urzeitliches Bakterium, das auch auf der Erde unter extremen Bedingungen gedeihen kann, wie sie auch auf dem Mars zu finden sind. So kann Sulfuri nicht nur sehr heißen Temperaturen widerstehen, sondern zugleich auch in schnell fließendem Wasser existieren, das aus heißen Untergrundquellen aufsteigt. Sulfurihydrogenibium yellowstonense gehört zu einem Bakterienstamm, der vor etwa 2,35 Milliarden Jahren – und damit noch vor der großen Sauerstoffanreicherung der Erdatmosphäre – entstand. Sulfuri kann zudem selbst unter der Einwirkung von ultraviolettem Licht und bei extrem niedrigem Sauerstoffanteil existieren, in dem es Schwefel und Kohlendioxid als Energiequellen nutzt.

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„Alles in allem, machen die Eigenschaften und Fähigkeiten dieses Bakterium zu einem idealen Kandidaten für die Kolonialisierung des Mars und anderer Planeten“, so Fouke. „Da es die Bildung von einzigartige kristallinen Travertingesteinsformationen katalysiert, die wie Pasta aussieht (s. Abb. u. Video), wäre es zudem vergleichsweise einfach, diese Lebensform, bzw. ihre mineralischen Hinterlassenschaften auf dem Mars (oder einem anderen Himmelskörper) als solche auch zu erkennen.“

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Wie der Geologe weiter erläutert ist die einzigartige Form und Struktur des Gesteins eine Folge des ungewöhnlichen Lebenswandels der Bakterien, die sich im schnell-fließenden Wasser aneinander hängen. „Dadurch bilden sie eng gewundene kabelförmige Strukturen, die wie lange Fahnen im Wasser wehen. Diese wehenden Kabel halten andere Mikroben unter anderem durch die Absonderung eines schlüpfrigen Schleims davon ab, sich ebenfalls anzuhängen.“

In fossiler Form, sollten diese „Pasta-Stränge“ für die Instrumente nächster Mars-Rovers relativ einfach zu erkennen sind und könnten somit als „Fingerabdrücke“ von Leben dienen. „Diese Strukturen sind groß und einzigartig. Kein anderes Gestein sieht so aus. Es wäre sozusagen der definitive Beweis für die einstige Anwesenheit außerirdischer Mikroben wie Sulfurihydrogenibium yellowstonense.

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