Meeresbiologen rätseln über leuchtende Bio-Kugel am Pazifikgrund

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Die immer noch mysteriöse Bio-Kugel am Pazifikgrund vor Kalifornien

Copyright: Nautilus Expedition, nautiluslive.org

San Diego (USA) – Mit einem Tauchroboter erkundet das Nautilus-Team des Ocean Exploration Trust den Grund des Pazifischen Ozeans und überträgt die Aufnahmen der Außenkameras u.a. auch live via Internet. Vor der Küste Kaliforniens sind die Meeresforscher nun auf eine biologische Struktur gestoßen, die sie sich bislang nicht wirklich erklären können.

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Die Szene erinnert an einen Science-Fiction-Film: Am Grunde des Pazifiks, in der Channel Islands National Marine Sanctuary, entdeckt eine Tauchsonde neben Anemonen und Krebstieren eine nahezu leuchtende lila-farbene Kugel, in deren Innern sich eine weitere helle Struktur zu befinden und zu leben scheint. Das Wesen ist den Experten allerdings gänzlich unbekannt und noch bevor es von einem sich nähernden Krebs gefressen werden kann, saugen es die Forscher an Bord der Tauchsonde und bringen es an die Oberfläche. Unmittelbar nachdem die etwa 5 Zentimeter große Bio-Kugel geborgen wurde und untersucht werden sollte, öffnete sich die Kugel und offenbarte zwei innenliegende Auswölbungen.

Eine Identifizierung des Wesens brachte diese Beobachtung allerdings auch nicht weiter. Wie das Team via Facebook bekanntgab, wird derzeit spekuliert, ob es sich um ein Vertreter der Pleurobranchier handeln könnte – einen engen Verwandten der Nacktkieme. Damit wäre die Kugel eine Variante von marinen Nacktschnecken, von denen mehr als 300, meist ebenfalls auffallend gefärbte Arten bekannt sind.

Zugleich geben die Meeresforscher aber auch zu bedenken, dass bislang keine der hier bekannten Arten der Pleurobranchier violett sei. Weitere Erkenntnisse soll nun eine Untersuchung der Bio-Kugel durch Taxonomie-Experten des Harvard Museum of Comparative Zoology erbringen, an das die Probe für weitere Analysen übersandt wurde.

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