Bitte recht freundlich! 1004 erdnahe Exoplaneten könnten uns sehen

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Künstlerische Darstellung potentieller ferner Exowelten (zentrale „Linie“), die einen Transit der Erde vor der Sonne beobachten und studieren könnten (Illu.). Copyright: Cornell University

Künstlerische Darstellung potentieller ferner Exowelten (zentrale „Linie“), die einen Transit der Erde vor der Sonne beobachten und studieren könnten (Illu.).
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Ithaca (USA) – US-Astronomen haben eine Liste jener Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, zusammengestellt, die in direkter Linie freie Sicht auf unsere Erde haben und die – sollten sie mindestens unseren Stand der Beobachtungstechnologie erreicht haben –  die biologische Einzigartigkeit der Erde aus der Ferne erkennen könnten.

Wie das internationale Team um die Direktorin des Carl Sagan Institute an der Cornell University, Lina Kaltenegger und Joshua Pepper von der Lehigh University aktuell im Fachjournal „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (DOI: 10.1093/mnrasl/slaa161) berichten, besteht ihre anhand der Entdeckungen des Weltraumteleskops „TESS“ erstellte Liste aus 1.004 sonnenähnlichen Sternen, die möglicherweise innerhalb ihrer lebensfreundlichen (habitablen) Zonen von erdartigen Planeten umkreist werden und zudem nicht mehr als 300 Lichtjahre von der Erde entfernt sind. „Von dortigen Planeten aus sollten technologisch entwickelte Zivilisationen in der Lage sein, chemische Lebensspuren in der Erdatmosphäre zu entdecken und als solche zu identifizieren, wenn die Erde – aus Sicht dieser außerirdischen Betrachter – in einem sogenannten Transit vor der Sonnenscheibe vorbeizieht.

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“Wenn es auf einem oder mehreren dieser Planeten Astronomen gibt, so könnten sie Biomarker in der Erdatmosphäre erkennen“, so Kaltenegger weiter. „Wir wiederum können einige dieser Sterne an unserem Nachthimmel schon mit Ferngläsern und einfachen Teleskopen sehen.”

Besagte Transits werden auch für den Einsatz des Hubble-Nachfolgers, dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) wichtig werden, das im kommenden Jahr starten und in Exo-Atmosphären nach Biomarkern suchen soll.

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„Während wir schon heute einige Sterne mit Transit-Planeten kennen, haben wir uns die Frage gestellt, welche Systeme umgekehrt auch uns derart sehen und erforschen können“, so die Astronomen. „Der Schlüssel für diese Frage ist die Ausrichtung der Planetenebene um die Sonne, die sogenannte Ekliptik. Ferne Planeten müssen direkt und in einer Sichtachse auf diese Ebene schauen können, um Erdtransits vor der Sonne beobachten und so die Zusammensetzung der Erdatmosphäre aufschlüsseln zu können.

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„Wenn wir selbst einen Planeten mit dynamischen Lebenszeichen finden würden, wären wir in nächsten Schritten darum bemüht, herauszufinden, ob es dort auch höheres Leben und  intelligente Lebewesen gibt, die vielleicht auch nach uns Ausschau halten“, do Kaltenegger und führt dazu weiter aus: „Wenn wir nach intelligentem Leben im Universum suchen, das dann auch uns finden könnte, könnten wir vielleicht auch in Kontakt treten. Jetzt haben wir einen Katalog von Systemen erstellt, auf der wir nachschauen können, wo wir zuerst nachschauen können.“




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Quelle: Cornell University

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