Bodenproben aus einstigem Mars-Flussbett reich an organischem Material

Der Greifarm des NASA-Mars-Rovers „Perseverance“ bei der Arbeit im Mars-Krater Jezero. Copyright: Credits: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS
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Der Greifarm des NASA-Mars-Rovers „Perseverance“ bei der Arbeit im Mars-Krater Jezero. Copyright: Credits: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Der Greifarm des NASA-Mars-Rovers „Perseverance“ bei der Arbeit im Mars-Krater Jezero.
Copyright: Credits: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS

Washington (USA) – Im Sediment eines einstigen Flussbettes im Mars-Krater Jezero hat der NASA-Mars-Rover “Perseverance” Proben entnommen, die reich an organischem Material sind und Beweise für einstiges Leben auf dem Roten Planeten liefern könnten.

Wie die NASA gestern auf einer Pressekonferenz berichtete, konnte der Rover an dem als „Wildcat Ridge“ Arbeitsort vier Proben von hoher wissenschaftlicher Qualität entnehmen. Diese sollen mit einer zukünftigen Mission zurück zu Erde gebracht und untersucht werden.

„Das Flussdelta im Krater mit seinen unterschiedlichen Sedimentgesteinen ermöglicht uns ein vielfältiges Verständnis für die Prozesse und geologische Geschichte dieses Ortes, nachdem der Krater entstand“, erläutert der NASA-Projektwissenschaftler Ken Farley vom Caltech.

Eine erste Analyse des Umgebungsgesteins mit dem SHERLOC-Instrument (Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics & Chemicals) ergab bereits, dass auch in den Proben selbst organische Moleküle zu finden sind, die mit Sulfatmineralien einhergehen, anhand derer Forschende wiederum Rückschlüsse auf die einst wässrige Umgebung zu jener Zeit ziehen können, als diese Mineralien in Wechselwirkung mit Wasser entstanden.

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Allerdings erläuterten die NASA-Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch, dass organische Moleküle selbst noch kein Beweis für einstiges Leben sein müssen: „organische Moleküle bestehen aus einer großen Vielzahl von Verbindungen, die hauptsächlich aus Kohlenstoff bestehen und für gewöhnlich auch Wasserstoff und Sauerstoffatome beinhalten. Sie können auch andere Elemente beinhalten, wie etwa Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Obwohl es auch chemische Prozesse gibt, die diese Moleküle entstehen lassen können – diese Moleküle also nicht zwangsläufig Leben benötigen, – bilden einige dieser Verbindungen auch die chemischen Bausteine von Leben, wie wir es von der Erde kennen. Das Vorhandensein dieser speziellen Moleküle gilt als potenzielle Biosignatur – also als Substanz oder Struktur, die ein Beleg oder gar Beweis für einstiges Leben betrachtet werden könnte. Allerdings könnten diese Verbindungen auch ohne die Anwesenheit von Leben entstanden sein.“

Zwar wurde schon zuvor organisches Material auf dem Mars entdeckt (beispielsweise 2013 vom NASA-Rover „Curiosity“ und auch „Perseverance“ hatte schon vorher im Jezero Krater organisches Material gefunden; …GreWi berichtete: siehe Links u.), doch standen diese Entdeckungen bislang nicht in einer direkten örtlichen Verbindung mit wässrigen Sedimenten einer einst lebensfreundlichen Umgebung wie etwa einem Fluss, dessen Delat oder einem Kratersee. „Tatsächlich stellen die neusten Messungen rund um die neusten Proben die bislang größte Anwesenheit organischen Materials dar, die Perseverance bislang finden konnte“, berichtet die NASA.

„Vor langer Zeit wurden jener Sand, Schlamm und jene Salze, die heute den Probeentnahmeort „Wildcat Ridge“ ausmachen, unter Bedingungen hier abgelagert, unter denen Leben durchaus hätte gedeihen können“, fügt Farley hinzu. „Die Tatsache, dass organisches Material genau in solchem Sedimentgestein gefunden wurde, von dem auf der Erde bekannt ist, dass es ideal für die Erhaltung von urzeitlichen Fossilien ist, ist eine wichtige Beobachtung.“

Allerdings werde es noch so lange dauern, bis die Proben auch zurück zur Erde gebracht werden können, um abschließende Schlussfolgerungen über die Natur der in den Proben erwarteten organischen Einschlüsse ziehen zu können, geben die Forschenden der NASA abschließend zu bedenken.




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Recherchequelle: NASA

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