Neues Buch: Bedroht ein “Erstkontakt” mit Außerirdischen die Menschheit?

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Umschlag von “Erstkontakt – Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen”

Copyright: Franckh Kosmos Verlag

Stuttgart (Deutschland) – Der Wissenschaftspublizist Daniel Gerritzen, erläutert in seinem neu erschienenen Sachbuch “Erstkontakt – Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen” seine und die Theorie anderer Wissenschaftler, nach der die gesellschaftlichen Folgen einer direkten Begegnung etwa mit fremden Robotsonden, aber sogar nach der Entdeckung von außerirdischen Radiosignalen durch SETI verheerend sein werden.

Basierend auf aktuellen Forschungsstudien der Soziologie, Sozialpsychologie, Psychologie, Kommunikations- und Geschichtsforschung sowie den Naturwissenschaften entwickelt der Mitbegründer des “Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenz” (FEI), jeweils vier Worst-Case-Szenarien zur Suche nach Radiosignalen und Artefakten von außerirdischen Intelligenzen (SETI bzw. SETA). Jedes dieser Szenarien endet nach sorgfältiger Analyse aller Faktoren in einer globalen Katastrophe. Ein Best-Case-Szenario existiert demnach laut Gerritzen nicht.

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Basierend auf dieser Einschätzung fordert der Autor mithin die Einrichtung eines internationalen Gremiums aus Natur- und Kulturwissenschaftlern zur Erforschung der Folgen eines Erstkontakts unter der Leitung der Vereinten Nationen. “Der Kontakt könnte jederzeit durch SETI oder SETA eintreten. Eine Ausarbeitung politischer Maßnahmen ist deshalb dringend notwendig und unerlässlich, um den unaufhaltsamen Kulturschock abzumildern.”

In seinem Buch zeigt Gerritzen auf, “dass große Teile der Weltbevölkerung ein erschreckend mangelhaftes Wissen über den Weltraum aufweisen und diese Tatsache im Falle eines Erstkontakts zu großen Missverständnissen führen wird. Mainstream- und Boulevard-Medien werden das epochale Ereignis des Erstkontakts vermutlich falsch interpretieren, verzerrt darstellen und dramatisieren, denn selbst akademisch ausgebildete Medienleute sind nicht vor Irrtümern und Ängsten gefeit.”

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“Da die Bevölkerung über den Erstkontakt durch den Medien erfahren würden, sind gefährliche Missverständnisse vorprogrammiert”, so Gerritzen und führt weiter aus: “Zumal die menschliche Reaktion auf einen indirekten und direkten Erstkontakt mit Außerirdischen durch unsere urzeitlichen Ängste vor dem Fremdartigen und Unbekannten, wie z.B. die Angst vor Spinnen, Schlangen oder der Dunkelheit bestimmt ist. Wir machen uns innerhalb einer zehntel Sekunde ein Bild von Fremden. Weicht die oder der Fremde von unserem Menschenbild zu stark ab, haben wir und unser Gegenüber ein enormes Problem. Der Konflikt ist dann unumgänglich. Bei einem Erstkontakt wäre es jedoch unser Problem, denn die Außerirdischen wären uns weit überlegen.”

Gerritzen weist zudem daraufhin, dass selbst freundschaftlich gesinnte Außerirdische, die viele tausend Lichtjahre weit von der Erde entfernt existieren, in uns die seit Jahrzehnten von Kinofilmen und Fernsehkonsum geprägte mentale Repräsentation und den sogenannten Bildspeicher aus angsteinflößenden Hollywood-Monstern aktivieren werden. Darüber hinaus bestimme noch immer unser Denkmuster “Freund oder Feind?” und “Kampf oder Flucht?”, das in uns biochemisch und genetisch seit Urzeiten verankert ist und unser Überleben sichert, das Alltagsleben. “Eine solch außergewöhnliche Erfahrung wie der Erstkontakt mit einer fremden Intelligenz würde die Medienkonsumenten auf der Erde ins Mark treffen, denn Außerirdische werden beunruhigend fremdartig aussehen“, ist sich zumindest Gerittzen suchen.

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Copyright: D. Gerritzen

Doch nicht nur die körperliche Erscheinung, sondern auch die Kommunikation wäre entscheidend. Anhand von faszinierenden historischen Beispielen wie dem Diskos von Phaistos, dem Voynich-Manuskript oder dem Geistersender UVB-76 zeigt Gerritzen in seinem Buch auf, wie schwierig es ist, selbst eine irdische Kommunikation zu verstehen. Wenn die Entschlüsselung wie etwa des Voynich-Manuskripts bis heute unmöglich ist, wäre eine außerirdische Kommunikation aufgrund mangelnder historischer und kultureller Referenzen nicht zu entschlüsseln und zu verstehen.

“Eine außerirdische Radiobotschaft, die hier durch den Informationsverlust nur sehr verstümmelt ankommt, würde für uns das sein, was wir in sie hineininterpretieren – und das sind hauptsächlich unsere Ängste”, erklärt Gerritzen hierzu. “Die sozialpsychologischen und psychologischen Faktoren werden dazu führen, dass die SETI-Wissenschaftler durch ihre Entdeckung nicht die erhoffte Erlösung von all unseren zivilisatorischen Problemen ermöglichen, sondern die Menschheit erst in Gefahren stürzen, deren kulturwissenschaftliche Erforschung sie größtenteils verweigern.”

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Neben der Geschichte und den technologischen Hintergründen SETIs und SETAs, bietet “Erstkontakt” auch eine Untersuchung bislang rätselhafter Entdeckungen, wie etwa des Hessdalen-Phänomens oder der Tunguska-Katastrophe. Gerritzen liefert in seinem Werk ernüchternde historische Beispiele dafür, was mit unterlegenen Gesellschaften geschah, die von überlegenen Invasoren kontaktiert wurden. Ferner debattiert Gerritzen die katastrophalen Auswirkungen auf die drei monotheistischen Weltreligionen, die der Erstkontakt auslösen würde. Schlussendlich beleuchtet er die zentrale Frage, ob es sinnvoll und möglich wäre, den Erstkontakt im Zeitalter der sozialen Medien geheim zu halten.

Das erschreckende Fazit des Buches: der Mensch ist auf lange Sicht nicht vorbereitet auf die Nachricht des Jahrtausends. Denn der Mensch selbst ist die größte Gefahr im Falle dieses Ereignisses – und nicht die Außerirdischen.

Daniel Gerritzen: Erstkontakt – Warum wir uns auf Außerirdische vorbereiten müssen, Franckh Kosmos Verlag, 368 Seiten, 25 Euro, ISBN 3440148718
Mit 640 wissenschaftlich-akademischen Quellen, einem Vorwort des Wissenschaftsthriller-Autors Karl Olsberg und einem Nachwort von Prof. Dr. Michael Schetsche, Institut für Soziologie, Universität Freiburg i.Br. und Mitbegründer des Forschungsnetzwerks Extraterrestrische Intelligenz, F.E.I.

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