Chandrayaan-3: Die ersten Bodenaufnahmen vom Südpol des Mondes

Die erste Bodenaufnahme einer der Kameras des indischen Mondlandemoduls der Mission „Chandrayaan-3“ am Südpol des Mondes. Deutlich zu sehen auch das Landebein samt Schatten. Copyright: ISRO
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Die erste Bodenaufnahme einer der Kameras des indischen Mondlandemoduls der Mission „Chandrayaan-3“ am Südpol des Mondes. Deutlich zu sehen auch das Landebein samt Schatten.Copyright: ISRO

Die erste Bodenaufnahme einer der Kameras des indischen Mondlandemoduls der Mission „Chandrayaan-3“ am Südpol des Mondes. Deutlich zu sehen auch das Landebein samt Schatten.
Copyright: ISRO

Bengaluru (Indien) – Nachdem vor wenigen Tagen die russische Mondsonde „Lunar 25“ beim Versuch einer Landung auf dem Erdtrabanten zerschellte, ist es gestern der indischen Raumfahrtbehörde ISRO gelungen, das Landemodul der Mission „Chandrayaan-3“ samt Mond-Rover am Südpol des Mondes weich zu landen.

Gestartet am 14. Juli, landete „Chandrayaan-3“ (Sanskrit für „Mondfahrzeug-3“) am 23. August 2023 um 12:32 Uhr (UTC) in der Nähe des Kraters Manzinus U, einem Teil der am deutlichsten sichtbaren Ringstruktur im südlichen Mond-Hochland. Da dieser nicht mit einer eigenen Heizung ausgestattet ist, hat der Rover eine Einsatzdauer von rund 12 Tagen.

Blick auf die Mondoberfläche während des Landeanflugs.Copyright: ISRO

Blick auf die Mondoberfläche während des Landeanflugs.
Copyright: ISRO

Ziel der Mission ist die Suche nach gefrorenem Wasser unterhalb der Mondoberfläche, das für zukünftige bemannte Mondmissionen genutzt werden könnte. Während das Landemodul „Vikram“ (Tapferkeit) über verschiedene Instrumente zur Untersuchung der unmittelbaren Landestelle verfügt., besitzt der Rover „Pragyan“ (Schlaukopf) ein Spektrometer für Alphateilchen und Röntgenstrahlung, mit dem der Mondboden (Regolith) auf seinen Gehalt an Magnesium, Aluminium, Silicium, Kalium, Calcium, Titan und Eisen untersucht werden kann. Hinzu kann mit mittels laserinduzierter Plasmaspektroskopie die chemische Zusammensetzung des Regoliths in der Nähe der Landestelle analysiert werden.

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Zuvor waren erfolgreiche Mondlandungen nur der Sowjetunion, den USA und China gelungen. Versuche Japans, Israels und Russlands waren gescheitert. Neben staatlichen Raumfahrtbehörden wollen zukünftig auch private Unternehmen den Mond erkunden. Eine erste private Mission im vergangenen April war ebenfalls gescheitert.

Auch die indische Vorgängermission „Chandrayaan-2“ stützte 2019 noch vor der Landung ab (…GreWi berichtete).

Nach der jetzigen erfolgreichen Landung verfolgt auch Indien mittelfristig das Ziel, Menschen auf dem Mond zu landen. Mitte der 2020-er Jahre will die ISRO zudem nach ihrer ersten erfolgreichen Mars-Sonde “Mangalyaan”, die von 2014 bis 2022 erfolgreich den Mars umkreist, einen zweiten Orbiter zum Roten Planeten senden.




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Recherchequelle: ISRO

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