Chief der Royal Australian Air Force steht Senat zu UFOs Rede und Antwort

Der Chief der Royal Australian Air Force Air Marshal Mel Hupfeld. Copyright: airforce.gov.au
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Der Chief der Royal Australian Air Force Air Marshal Mel Hupfeld. Copyright: airforce.gov.au

Der Chief der Royal Australian Air Force Air Marshal Mel Hupfeld.
Copyright: airforce.gov.au

Canberra (Australien) – Vor dem Verteidigungsausschuss des australischen Senats hat der Leiter der Royal Australian Air Force auf Fragen rund um unidentifizierte Flugobjekte im australischen Luftraum geantwortet und erklärt, die australische Luftwaffe verfüge über keine UFO-Untersuchungseinheit nach US-amerikanischen Vorbild. Der Air Marshal zeigte sich in Sachen UFOs eher uninformiert, ließ aber auch Zweifel daran zu, dass das australische Radarnetzwerk UFOs überhaupt orten könne. Das wiederum spiegelt die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zuvor hatte das australische Verteidigungsministerium im vergangenen Juni angesichts der Enthüllungen des UFO-Reports des US-Pentagon erklärt, man selbst verfüge über kein Meldeprotokoll für den Fall von UFO-Sichtungen durch das australische Militär – hatte zugleich aber weitere historische UFO-Akten veröffentlicht (…GreWi berichtete).

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In einer aktuellen Senatsanhörung erklärte RAAF Chief Air Marshal Mel Hupfeld nun auf Anfrage der Politiker zu den Ergebnissen des UFO-Reports des US-Pentagons und der US-Geheimdienste, der erst im vergangenen Juni die Realität von UFO/UAP-Phänomenen, deren Detektion durch das US-Militär bestätigt und UFO-Erscheinungen zu einem potenziellen Risiko der nationalen Sicherheit erklärt hatte (…GreWi berichtete), dass er persönlich „formal keine Kenntnis über die Ergebnisse des US-UFO-Reports“ und er selbst nur in den Medien davon gehört habe.

Weiterhin erklärte der Air Marshal gegenüber dem Senatskomitee, dass er selbst noch keine Berichte über unidentifizierte Phänomene im australischen Luftraum gesehen habe. Zudem gebe es keine von der Air Force geleitete Task-Force, die sich mit diesen Phänomenen befasse.

Hintergrund
Tatsächlich widerspricht der Air Marshal damit aber den bereits seit Jahrzehnten bekannten UFO-Akten der australischen Luftwaffe, mit deren schrittweisen Veröffentlichung über das Nationalarchiv die Royal Australian Air Force selbst bereits 1979 (!) begonnen hatte und die erst jüngst mit weiteren bislang unveröffentlichten UFO-Akten aus einem Zeitraum von 1957 bis 1971 aktualisiert wurden (…Grewi berichtete).

Wie ABC weiter berichtet habe Hupfeld auch zur Frage Stellung bezogen, ob das australische Überhorizontradar-Netzwerk (Australia’s Jindalee Operational Radar Network, JORN), mit dem See- und Luftbewegungen mit einem Umfeld von 20 Millionen Quadratkilometern geortet werden können, UFOs bzw. UAP überhaupt orten könne: „Es ist mir nicht möglich einzuschätzen, ob JORN so etwas wie ungewöhnliche Luftphänomene orten könnte, ohne dass das System zuvor mit Informationen über Konstruktion, Material und Leistungsfähigkeiten solcher Objekte – wenn es diese geben sollte – instruiert wurde.“

Hintergrund
Damit bestätigt der Chef der australischen Air Force, Air Marshal Hupfeld, jene Situation, wie sie GreWi-Herausgeber und Sachbuchautor Andreas Müller in seinem neusten Buch Deutschlands UFO-Akten – Über den politischen Umgang mit dem UFO-Phänomen in Deutschland …mit Betrachtungen auch zu Österreich und der Schweiz“ auch für Deutschland und den mitteleuropäischen Raum aufzeigt:

„Die Zweifel Hupfelds an der Fähigkeit des JORN-Radarnetzwerks exotische UFOs überhaupt zu orten, bzw. als solche zu erkennen zu können, decken sich mit brisanten Aussagen eines leitenden Ingenieurs des Österreichischen Bundesheeres, Kommando Luftraumüberwachung zur Frage, ob in Österreich mit dem dortigen militärischen Luftraumüberwachungssystem ‚Goldhaube‘ bereits UFOs geortet wurden.“

Müller dazu weiter: „Der deutsche UFO-Forscher Illobrand von Ludwiger hatte schon 1999 in seinem Buch ‚Unidentifizierte Flugobjekte über Europa‘ dargelegt, dass vom Radar geortete Objekte mit unvorhergesehenen Flugeigenschaften und Flugbewegungen (etwa Geschwindigkeiten von mehr als Mach 4, abrupter Stillstand, spontane 90 Grad-Winkel oder Zick_Zack-Flüge) von den Radarsystem regelrecht aussortiert werden. Das bestätigt nun aktuell auch der Ingenieur des Bundesheeres, wenn er genau dazu ausführt: „(…) Dies hat jedoch zur Folge, dass nur Ziele dargestellt werden, die auch die spezifizierten Eigenschaften haben – Ziele mit UFO-ähnlichem Flugverhalten gehören nicht dazu.“

Stark zusammengefasst bedeutet dies, dass Luftraumüberwachungssysteme wie „Goldhaube“ (und offenbar auch das australische JORN) erst dann exotische UFOs detektieren könnten, wenn sie mit entsprechenden Informationen gefüttert und die Filter auch für exotische Flugeigenschaften und -Fähigkeiten sensibilisiert würden. „Gut möglich also, dass diese Systeme deshalb keine UFOs orten, weil mit ihnen gar nicht erst nach UFOs gesucht wird bzw. entsprechende Signale (so vorhanden) sowieso aussortiert und gar nicht auf dem Radar erhalten und angezeigt werden.“

Wie ein Sprecher des deutschen Bundesministeriums der Verteidigung gegenüber Müller telefonisch mitteilte, „treffe die Ausführung des österreichischen Kollegen grundsätzlich auf alle Radarsysteme zu“.

…Weitere Informationen über das 452-Seiten umfassende neue Buch „Deutschlands UFO-Akten“ von Andreas Müller finden Sie HIER




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Recherchequellen: ABC News, eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

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