DART: Heute Nacht will die NASA einen Asteroiden rammen

Künstlerische Darstellung des Anfluges der DART-Sonde an das binäre Asteroidensystem Diddymos bzw. Diddymos-Dimorphos. Beobachtet wird die Kollision von einem Kleinstsatelliten (Ilu.). Copyright: NASA/Johns Hopkins APL/Steve Gribben
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Künstlerische Darstellung des Anfluges der DART-Sonde an das binäre Asteroidensystem Diddymos bzw. Diddymos-Dimorphos. Beobachtet wird die Kollision von einem Kleinstsatelliten (Ilu.). Copyright: NASA/Johns Hopkins APL/Steve Gribben

Künstlerische Darstellung des Anfluges der DART-Sonde an das binäre Asteroidensystem Diddymos bzw. Diddymos-Dimorphos. Beobachtet wird die Kollision von einem Kleinstsatelliten (Ilu.).
Copyright: NASA/Johns Hopkins APL/Steve Gribben

Washington (USA) – Kilometergroße Asteroiden, also kosmische Gesteinsbrocken, deren Flugbahn die Umlaufbahn der Erde kreuzen, stellen eine potenzielle Gefahr für unseren Planeten dar, sollten sie auf Kollisionskurs sein. Heute Nacht steuert die US-Raumfahrtbehörde absichtlich ein Raumschiff auf den Asteroiden Dimorphos, um so erstmals zu testen, ob sich so dessen Flugbahn ausreichend verändern lässt.

KORREKTUR, 14.10.22, 08:50h: Die Größenangaben der beiden Asteroiden wurden korrigiert.

Bereits im vergangenen November hatte die Sonde der Mission “Double Asteroid Redirection Test” (DART) von Kalifornien aus Kurs auf den rund 11 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden genommen, der selbst nicht zu den sogenannten Erdbahnkreuzern gehört, weshalb das Experiment auch keine Gefahr für die Erde darstellt.

Grafische Darstellung der DART-Mission (Illu.). Copyright: NASA/John Hopkins-APL

Grafische Darstellung der DART-Mission (Illu.).
Copyright: NASA/John Hopkins-APL

Dimorphos selbst ist der Kleinere des Asteroidenpaares 65803 Didymos, weshalb er auch als „Diddymos B“ bezeichnet wird. Sein Durchmesser beträgt 170-200 Meter, weshalb er „Didymos A“, der einenDurchmesser von rund 800 Metern aufweist, mit einem Abstand von rund 1,8 Kilometern alle 11,92 Stunden wie ein kleiner Mond im umkreist.

Abzüglich des Treibstoffverbrauchs soll DART mit einer Restmasse von etwa 550 Kilogramm und einer Geschwindigkeit von 6,6 Kilometren pro Sekunde auf dem kleineren der beiden Asteroiden einschlagen und sollte – so die Berechnungen der NASA-Wissenschaftler – Dimorphos‘ Umlaufbahn um 10 Minuten verändern.

Ein Größenvergleich bekannter irdischer Bauwerke mit den Asteroiden Dimorphos und Didymos (Illu.). Copyright: NASA/John Hopkins-APL

Ein Größenvergleich bekannter irdischer Bauwerke mit den Asteroiden Dimorphos und Didymos (Illu.).
Copyright: NASA/John Hopkins-APL

Beobachten soll das Spektakel ein von der Sonde zuvor ausgesetzter Kleinstsatellit mit der Bezeichnung LICIACube. Die Folgemission „Hera“ der europäischen Raumfahrtagentur ESA wird später dann die Bahn von Dimorphos um Didymos erneut genau vermessen, um so zu beschreiben, wie stark der Asteroid durch das Manöver tatsächlich abgelenkt werden konnte. Zudem soll Hera die Oberfläche und Zusammensetzung der beiden Asteroiden analysieren.

Die Weltraumwissenschaftler von NASA und ESA hoffen durch das Experiment eine Methode zur Abwehr potenzieller „Erd-Killer“ zu erproben, mit dem derartige Erdbahnkreuzer auf eine andere Bahn gebracht und so eine Katastrophe verhindert werden kann.

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Die Kollision von DART mit Dimorphos ist für die kommende Nacht, Montag auf Dienstag den 27. September 2022 um 1.14 Uhr mitteleuropäischer Zeit geplant. Wer dann noch wach ist, kann das Spektakel im folgenden LiveStream der NASA direkt mitverfolgen…





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Recherchequelle: NASA

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