Die UFO-Pressekonferenz des White House im Transkritpt: „Unidentifizierte Flugobjekte sind absolute Priorität“

US-Regierungssprecher John Kirby bei der Pressekonferenz am 13. Februar 2023. Copyright/Quelle: C-SPAN
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US-Regierungssprecher John Kirby bei der Pressekonferenz am 13. Februar 2023.Copyright/Quelle: C-SPAN

US-Regierungssprecher John Kirby bei der Pressekonferenz am 13. Februar 2023.
Copyright/Quelle: C-SPAN

Washington (USA) – Erneut hat sich das Weiße Haus zu den Abschüssen unidentifizierter Flugobjekte im Rahmen einer Pressekonferenz geäußert. Während die abgeschossenen Objekte immer noch nicht identifiziert oder auch nur geborgen werden konnten, führte der Pressesprecher den neuen Umgang mit unidentifizierten Flugobjekten und Phänomenen im Luftraum aus, die spätestens seit dem vergangenen Wochenende höchste politische Priorität genießen. Es handele sich zudem nicht nur um ein Phänomen für die USA, sondern für die ganze Welt.

Eingangs bemühte sich die Pressesekretärin des White House, Karine Jean-Pierre wie üblich humorvoll darauf hinzuweisen, dass das Weiße Haus keine Hinweise dafür habe, dass es sich bei den Objekten um außerirdische Raumschiffe gehandelt habe.

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Danach übernahm erneut der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates Admiral John Kirby die Information der anwesenden Presse und beantwortete Fragen.

Zunächst führt Kirby die Bemühungen der USA gegen Spionageprogramme gegen China aus, für die auch Höhenballone genutzt werden und erklärte, dass diese Ballons bereits zahlreiche Länder und Staaten überflogen haben. Darunter die USA und viele befreundete Staaten. Bislang sei das Programm noch nicht ausgereift – könne aber in Zukunft zu einem Problem werden.

Die weiteren Ausführungen Kirbys sind im Folgenden im übersetzten und unkommentierten Wortlaut wiedergegeben:

Der Präsident hat die US-Geheimdienste instruiert, sich erneut einen breiten Überblick über das Phänomen der unidentifizierten Objekte im Luftraum zu verschaffen. Präsident Biden hat bereits im Juni 2021 als erster Präsident überhaupt ein tägliches Briefing absolviert, die sich einzig diesem Phänomen widmeten.

Er wurde darüber informiert, dass es sich hierbei nicht nur um ein Phänomen für die USA, sondern für die ganze Welt handelt. Und wie ich bereits gesagt habe, unsere Freunde und Partner beschäftigen sich auch damit.

Auf parteiübergreifender Grundlage hat das Pentagon damit begonnen, diese (Phänomene) gemeinsam mit den Geheimdiensten, akademischen Institutionen und dem privaten Sektor zu untersuchen.

Diese unidentifizierten Phänomene im Luftraum wurden bereits seit vielen Jahren berichtet, ohne dass die US-Regierung sie erklären konnte oder intensiver untersucht hat. Präsident Biden hat all das geändert. Schlussendlich sind wir jetzt darum bemüht, diese (Phänomene) besser zu verstehen.

Im Angesicht des chinesischen Ballon-Programms und deren jüngstes Eindringen in unseren Luftraum haben die USA und Kanada durch das NORAD diesen Luftraum noch genauer überwacht. Dazu gehörte auch, dass wir die Fähigkeiten unserer Radarsysteme verbessert haben, was zumindest teilweise den Anstieg der nun detektierten Objekte erklären kann.

Sich langsam fortbewegende Objekte in großer Höhe mit kleinen Radarquerschnitten sind nur schwer vom Radar zu orten. Selbst Objekte von der Größe des chinesischen Spionageballons, der eine Nutzlast von der Größe von etwa drei Schulbussen mit sich führte, wurden von den Beobachtungen früherer US-Regierungen oder jenen anderer Länder nicht detektiert. Wir wissen auch, dass eine ganze Bandbreite von Einrichtungen, darunter Länder, Firmen, Forschungs- und akademische Organisationen Objekte in diesen Höhen zu Zwecken nutzen, die keineswegs feindlich sind, darunter etwa für wissenschaftliche Forschung.

Da wir aber dennoch nicht in der Lage waren und sind zu bestimmen, was diese jüngst detektierten Objekte waren, haben wir uns auf der Grundlage von Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen, in unserem Interesse und nicht zuletzt im Sinne der Flugsicherheit dazu entschlossen, dies Objekte abzuschießen. So haben wir etwa am Samstag alle Entscheidungen gemeinsam mit Kanada getroffen und der Präsident hat persönlich mit dem kanadischen Premier Trudeau darüber gesprochen.

Die Situation des Spionageballons war aber natürlich eine andere, da wir ganz genau wussten, wo er sich befand. Und wie bereits gesagt: Wir gehen nicht davon aus, dass die anderen Objekte eine direkte Bedrohung für Menschen am Boden darstellten.

Derzeit konzentrieren wir unsere Bemühungen darauf, ihre Herkunft und Absichten herauszufinden. Dazu gehören auch intensive Bemühungen um die Bergung der Trümmer an den entlegenen Orten, an denen (diese Objekte) abgestürzt sind.

In allen Vorfällen haben wir uns jeweils an die gleichen grundlegenden Vorgaben gehalten:

– Zunächst haben wir abgeschätzt, ob diese Objekte irgendeine kinetische Bedrohung für die Menschen am Boden dargestellt haben. Das taten sie nicht.

– Wir haben abgeschätzt, ob diese Objekte irgendwelche Kommunikationssignale ausgesendet haben. Wir haben keine entdeckt.

– Wir haben nach Manövrierfähigkeiten oder Antriebssystemen Ausschau gehalten. Wir haben keine Anzeichen dafür finden können.

– Und wir haben versucht zu überprüfen, ob diese Objekte bemannt waren. Sie waren es nicht.

Wir haben aber festgestellt, dass ihre Flughöhe deutlich unterhalb derer des chinesischen Spionageballons lag und dass sie damit eine eindeutige Bedrohung für die zivile Flugsicherheit dargestellt haben. Und obwohl wir keinen Grund dafür gefunden haben, davon auszugehen, dass sie Spionageaktivitäten verfolgt haben, so konnten wir diese Möglichkeit aber auch nicht ganz ausschließen. Aus diesem Grund hat der Präsident auf Anraten des Verteidigungsministers, seiner Stabschefs und NORCOM den Abschuss dieser Objekte befohlen. Diese Missionen wurden erfolgreich und sicher ausgeführt. Derzeit laufen die Bemühungen an allen dieser Absturzorte, die Reste dieser Objekte zu bergen, um so besser zu verstehen, um was es sich bei diesen Objekten handelt und um dies dann auch den amerikanischen Bürgern erklären zu können.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Objekte in Alaska und Kanada über sehr abgelegenen Gegenden niedergegangen sind. Eis und die Wildnis gestalten es schwierig, diese Überreste unter den derzeitigen winterlichen Bedingungen zu finden. Das über dem Lake Huron abgeschossene Objekt liegt vermutlich in sehr tiefem Gewässer.

Doch jenseits dieser Bergungsoperationen, was tun wir noch?

Erstens beobachten wir weiter. Heute (13.02.2023) gab es keine aktiven Detektionen. Aber NORAD wird weiterhin seine wichtige Arbeit erfüllen.

Zweitens werden wir uns weiterhin gemeinsam mit unseren Partnern und Alliierten über die Herausforderung unidentifizierter Phänomene und über die Frage austauschen, wie wir dabei alle zusammenarbeiten können.

Der Präsident hat die Minister des Innern, den Verteidigungsminister und die Direktorin der US-Geheimdienste angewiesen, sich mit ihren jeweiligen Kollegen auszutauschen und deren Perspektiven einzubeziehen. Ich möchte nochmals betonen, das ist eine Sache, die alle Menschen weltweit betrifft.

Drittens werden wir weiterhin den US-Kongress über die Ergebnisse unserer Untersuchungen unterrichten. Der Präsident hat dieses Thema (UFOs / UAP) zu einer sehr hohen Priorität erklärt. Im Laufe der vergangenen Tage und Wochen haben wir Mitglieder des Kongresses über die Missionen und deren Verlauf sowie über die laufenden Bergungsmaßnahmen informiert. Wir haben den Kongress hinzu auch zur Angelegenheit der chinesischen Ballonprogramme informiert und dies schon im Rahmen klassifizierter Briefings seit vergangenem August. Das werden wir auch in Zukunft so halten.

Viertens hat der Präsident seinen Nationalen Sicherheitsberater (National Security Adviser Jake Sullivan) mit der  Bildung eines behördeninternen Teams beauftragt, das die weiteren Gesetzesauswirkungen der Detektion, Untersuchung und Einschätzung von unidentifizierten Flugobjekten untersuchen soll, die Risiken für den Schutz und Sicherheit darstellen.

Jeder Teil unserer Regierung wird seine Bemühungen verdoppeln, um diese Ereignisse zu besser zu verstehen und zu minimieren.

Zum Thema

Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen und neuen Kirbys Antworten (die er nicht schon in seinen Eingangsbemerkungen ausgeführt hat) darauf zusammengefasst:

– Kirby erklärte, dass die USA keinerlei Höhenballone im chinesischen Luftraum führe (Anm GreWi: Zuvor hatte China den USA genau das vorgehalten).

– „Einer der Gründe, warum wir jetzt mehr von diesen Objekten sehen, ist der, dass wir genauer nach mehr Ausschau halten. Sie haben gehört, was General VanHerck gestern gesagt hat: Man hat die Filter-Einstellungen der Radarsysteme modifiziert, um noch genauer nach kleinen und langsamen Radarzielen in großer Höhe zu suchen. Wenn man die Radar-Parameter richtig einstellt, so wird es auch wahrscheinlicher, dass man genau das auch findet, wonach man sucht.“

„Gegenüber Satelliten können Ballone, da auf geringer Höhe und langsamer fliegend, deren Positionen vielleicht sogar korrigiert werden können, eine bessere Auflösung für Spionageaktivitäten liefern.“

Die Frage, ob es zu den detektierten und abgeschossen Objekten Foto oder Videoaufnahmen gibt, verwies Kirby an das Verteidigungsministerium. „Wir wollen natürlich sichergehen, dass wir aus solchen Aufnahmen zunächst möglichst viele Informationen für uns selbst herausziehen können. Ich kann Ihnen aber nicht sagen, ob solche Aufnahmen veröffentlicht werden, wann oder auch nicht.“

Auf die Frage nach der Diskrepanz zwischen den bisherigen Aussagen von Regierungsvertretern, dass man auch eine außerirdische Herkunft nicht gänzlich ausschließen wolle und dem Eingangsstatement von Karine Jean-Pierre, wonach es keinerlei Hinweise dafür gebe, dass diese Objekte außerirdisch seien, erklärte Kirby abschließend zum Thema: „Ich glaube nicht, dass sich die amerikanischen Bürger angesichts dieser Flugzeuge Sorgen über Aliens machen müssen. Punkt. Ich denke nicht, dass hierzu mehr als dies gesagt werden muss.“

…Verfolgen Sie auch die fortwährend aktualisierte GreWi-Berichterstattung über die neusten Ereignisse rund um die abgeschosenen Flugbjekte HIER

Recherchequelle: C-SPAN

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