Ehem. Direktor des israelischen Raumfahrtprogramms: “US-Regierung hat Kontakt mit Außerirdischen, Sie sind schon hier, doch die Menschheit ist noch nicht reif.“

Prof. Dr. Chaim Eshed Copyright: Chaim Eshed/Facebook
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Prof. Dr. Chaim Eshed
Copyright: Chaim Eshed/Facebook

Tel Aviv (Israel) – Immer wieder sorgen hochrangige Militärs, Geheimdienstler und Politiker durch Aussagen über die Anwesenheit außerirdischer Besucher auf der Erde und angeblich bereits stattgefundener Kontakte zu Regierungen für hitzige Reaktionen wie Diskussionen. Nun hat sich der ehemalige Direktor des israelischen Raumfahrtprogramms, Prof. Chaim (Haim) Eshed, der selbst auf eine lange Karriere in Wissenschaft, Militär und Geheimdienst zurückblicken kann, entsprechend klar geäußert.

Wie eine der auflagenstärksten und meistgelesenen Tageszeitungen Israels, die Yedioth Ahronoth (Jediot Acharonot) berichtete, habe Eshed in einem Interview Folgendes erklärt:

„Die UFOs/Außerirdischen haben darum gebeten, dass ihre Anwesenheit noch nicht bekannt gegeben wird. Die Menschheit ist noch nicht reif dafür. Trump war bereits kurz davor, alles zu enthüllen. Doch die Außerirdischen der Galaktischen Föderation sagten: ‚Wartet noch und lasst die Menschheit sich erst einmal wieder etwas beruhigen.‘ Sie wollen keine Massenhysterie auslösen. Sie wollen, dass wir zuerst verstehen.

Sie (die Außerirdischen) haben auf die Menschheit gewartet, damit sie sich soweit entwickeln kann, um einen Zustand zu erreichen, an dem sie verstehen, was Raum und Raumschiffe eigentlich sind. Es gibt eine Übereinkunft zwischen der US-Regierung und den Aliens. Sie haben einen Vertrag unterzeichnet, um hier auf der Erde Experimente durchzuführen. Auch die Außerirdischen betreiben Forschung und versuchen die Zusammensetzung und Struktur des Universums zu verstehen und sie wollen uns als Helfer. Es gibt Untergrundbasen in den Tiefen des Mars, wo sich ihre Stellvertreter und auch bereits US-Astronauten aufhalten.“

Abschließend sagt Eshed:

“Wenn ich mit all dem noch vor fünf Jahren an die Öffentlichkeit gegangen wäre, so wäre ich vermutlich noch eingeliefert worden. Überall, wo ich mit diesen Aussagen in akademischen Kreisen aufgetreten wäre, hätte man gesagt, ich hätte den Verstand verloren. Heute ist das aber bereits anders. Ich habe nichts zu verlieren. Ich habe meine Ehrentitel und Auszeichnungen bereits erhalten. Ich werde an Universitäten weltweit respektiert und auch dort ändert sich die Situation zusehends.“

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Ganz so wohlwollend wie Eshed sich selbst die Reaktionen auf seine Aussagen in eigenen Worten erhofft, dürften diese in der Öffentlichkeit allerdings nicht aufgenommen werden. Schon die über das Interview berichtende „JewishPress.com“ kommentiert etwa:

„Prof. Eshed war von 1981 bis 2010 der Direktor des israelischen Sicherheits-Weltraumprogramms und erhielt über die Jahre hinweg drei Mal den Israel Security Award, zweimal für geheime Technologieentwicklungen. Wenn er nun also plötzlich verrückt geworden ist – und diese Möglichkeit besteht schließlich – muss das irgendwann in den vergangen 10 Jahren passiert sein. Der Grund, weshalb wir tatsächlich glauben, dass der gute Professor vielleicht tatsächlich den Verstand verloren hat, liegt in seine jüngsten Aussagen.“

Hintergrund
Tatsächlich ist Prof. Haim Eshed wissenschaftlich wie politisch kein Leichtgewicht: Der heute 87-Jährige besitzt einen Bachelor in Elektrotechnik, einen Master in Leistungsforschung und einen Doktortitel in Luftfahrttechnik. 1965 diente er innerhalb der Geheimdienstabteilung der israelischen Streitkräfte (IDF), 1969 wurde er vom IDF-Geheimdienst zum Studium der Luftfahrtechnik in die USA geschickt. Nachdem er dort seinen Doktortitel erhielt, wurde er zurück in Israel zum Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Geheimdienste. Im Rang eines Oberstleutnants (Lieutenant Colonel) beendete er seine militärische Laufbahn und lehrte als Professor am Weltraumforschungsinstitut an der Technischen Universität Israels (Technion). Hier wurde er 1981 Leiter des „Challenge Programms“, einer Einheit des israelischen Verteidigungsministeriums zur Erforschung und Entwicklung von Waffen- und Infrastruktursystemen (Mapat), das auch für die Satellitenprojekte des Landes verantwortlich ist. Im Oktober 2011 ging er in den Ruhestand und hatte bis dahin das Kommando über insgesamt 20 israelische Satellitenstarts. Dr. Eshed ist international als Wissenschaftler anerkannt und wird unter anderem in der „Wall of Honor“ des National Air and Space Museums des Smithsonian Instituts geführt.

+ + + GreWi-Kommentar
Doch wie sind die ungewöhnlichen Aussagen Esheds tatsächlich einzuordnen? Während Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) mit Eshed derzeit nicht in Verbindung steht, gilt es zunächst einige Aspekte zu beachten:

Zum einen handelt es sich bislang um ganz persönliche Aussagen und Meinungen des Wissenschaftlers. Zumindest im Interview mit „Yedioth Ahronoth“ beruft sich Eshed mit keinem Wort auf irgendwelche Quellen und auch nicht auf persönliche Insiderinformationen aus Zeiten seiner Tätigkeiten für den militärischen Geheimdienst oder der Weltraum- und Waffenforschung. Von der Enthüllung geheimer Informationen oder Insiderwissens kann bislang also nicht die Rede sein.

Zum anderen ist auch das grundsätzliche Interesse Esheds an unkonventionellen Ideen und auch dem UFO-Thema schon länger bekannt: Schon in Vorträgen zu seinem erschienenen Buch „Das Universum jenseits des Horizonts“ widmete sich der Wissenschaftler Ideen über unkonventionelle Raumfahrt und ist auf Fotos von seinen Vorträgen auch vor dem Hintergrund eines von ihm genutzten Schaubilds zu sehen, auf dem kurioserweise eine sogenannte „Reichsflugscheibe“ bzw. „Flugkreisels“ zu sehen ist. Hierbei handelt es sich um eine historisch wie technologisch höchst umstrittene angebliche Entwicklung der Nazis. Reichsflugscheiben sind zwar Teil der UFO-Mythologie und so manch einer Verschwörungstheorie rund um geheime „Wunderwaffen“ der Nazis und deren späterer Weiterentwicklung durch die Alliierten, ihre tatsächliche Existenz ist allerdings sowohl historisch als auch technologisch zumindest umstritten und wird von den meisten Wissenschaftlern abgelehnt. Hinweis der GreWi-Redaktion: In welchem Kontext Eshed diese Darstellung innerhalb seiner Vorträge verwendet, war bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung nicht bekannt.

Dr. Eshed auf einem seiner Vorträge 2019 Quelle: Chaim Eshed (via Facebook)

Dr. Eshed auf einem seiner Vorträge 2019
Quelle: Chaim Eshed (via Facebook)

Vergleichbar sind die aktuellen Aussagen mit denen des ehemaligen Verteidigungsministers Kanadas, Paul Hellyer. Dieser hatte in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlich seine Überzeugung geäußert, dass es bereits Kontakte und Geheimverträge zwischen Außerirdischen und irdischen Regierungen gebe. Seither wird Hellyer immer wieder als Kronzeuge für angeblich vorhandenes staatliches Geheimwissen über UFOs und Außerirdische zitiert; und das, obwohl sich auch Hellyer mit seinen Aussagen nie auf internes Insiderwissen aus Zeiten seiner Amtstätigkeit berufen hat und sogar selbst unterstrich, dass es sich dabei um persönliche Überzeugungen handelt, die auf später angelesenen Informationen und persönlichem Austausch mit Gleichgesinnten beruhe.

So interessant sowohl die Aussagen Hellyers wie auch Esheds sein mögen, in einer Sachdiskussion um UFOs, Außerirdische und ein angebliches Geheimwissen der Regierungen sollten sie – wenn überhaupt – als das gekennzeichnet werden, was sie (bislang) sind: persönliche Überzeugungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn Eshed einfach nur zu unterstellen, er habe den Verstand verloren, wird weder seiner Person noch einer Sachdiskussion gerecht.




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Quelle: Yedioth Ahronoth, JewishPress.com

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