Ehem. Französischer Präsident Hollande weiß nichts über Außerirdische

François Hollande. Copyright: Margot l'Hermite (via WikimediaCommons) / CC BY 2.0
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François Hollande. Copyright: Margot l'Hermite (via WikimediaCommons) / CC BY 2.0

François Hollande.
Copyright: Margot l’Hermite (via WikimediaCommons) / CC BY 2.0

Paris (Frankreich) – Von 2012 bis 2017 war François Hollande Staatspräsident Frankreichs. Jetzt hat sich der Politiker auf Bürgerfragen auch zum Thema Außerirdische geäußert und erklärt, dass er nichts wisse. Doch gerade für einen französischen Staatschef erscheint diese Antwort seltsam – Grenzwissenschaft-aktuell.de erklärt, warum.

Auf Instagram hatte der Politiker um ernstgemeinte Fragen gebeten, die er dann auch erst beantworten wolle. Die Frage „Haben Sie Beweise für die Existenz von Aliens?“ erklärte der ehemalige Präsident der französischen Republik: „Es ist eine seltsame Frage, aber sie wird mir oft gestellt, also antworte ich: Nein, nein, ich habe keine Beweise für Außerirdische.“ Allerdings fügte Hollande hinzu: „Seien Sie nicht enttäuscht, vielleicht können Ihnen andere mehr dazu sagen.“

Allerdings war auch die Frage unglücklich gestellt, beschränkte diese sich zum einen doch auf „Beweise“ und zum anderen auf „Außerirdische“. Für Hollande also ein Leichtes, einer ausführlichen Antwort zu entgehen, wie sie vermutlich aber auch nicht in den Kontext einer Instagram-Frage-Runde gepasst hätte?

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Tatsächlich erscheint es gerade in Frankreich ungewöhnlich, dass ein ehemaliger Präsident zu diesem Thema vorgibt, keine Kenntnisse zu besitzen – wenn nicht über Außerirdische, dann aber vielleicht doch zu dem unweigerlich mit dieser Frage assoziierten unidentifizierten Flugobjekten und Phänomenen im Luftraum (UFOs/UAP).

Schließlich verfügt Frankreich bereits seit 1977 mit der „Groupe d’études et d’informations sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés“ (GEIPAN) über einer der französischen Weltraumbehörde CNES unterstellten Forschungsabteilung für unidentifizierte Phänomene im Luftraum. Aktuell weist die GEIPAN von fast 3.000 Sichtungsfällen 3,3 Prozent (rund 100 Fälle) als trotz intensiver Untersuchung „unidentifiziert“ aus (s. Abb.).

Quelle: GEIPAN.fr

Quelle: GEIPAN.fr

Auch die selbst international als eine der angesehensten Forschungsgesellschaften zu Luft- und Raumfahrt respektierte „L‘Association Aéronautique et Astronautique de France“ (AAAF, 3AF) verfügt mit der „SIGMA2-Kommission“ über ein Gremium, das sich der wissenschaftlichen Untersuchungen von UFO-Phänomenen annimmt.

Schon im ersten Arbeitsbericht von 2010 kamen die SIGMA-Wissenschaftler unter anderem auch unter Berufung auf die quasi-offizielle französische UFO-Studie – den sog. COMETA-Bericht von 1999, der von einer Gruppe hochrangiger pensionierter französischer Militärs und Geheimdienstmitarbeiter verfasst wurde – zu dem Schluss, dass „UFOs real und wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs sind“ (…GreWi berichtete 1, 2).

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Im Gegensatz zu Hollande bekundete zudem auch der ehemalige Chef des französischen Auslandsgeheimdienstes „DGSE“, Alain Juillet, bereits vor zwei Jahren sein Interesse am UFO-Phänomen: „Es steht außer Frage, dass es da etwas gibt. Es gibt Piloten, die (diese Dinge) gesehen haben, es gibt Kamera-Aufzeichnungen und Radaraufzeichnungen davon. Ja, es ist ein Problem.“ (…GreWi berichtete).

Alain Juillet Copyright/Quelle: LaMèreVeille (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 4.0

Alain Juillet
Copyright/Quelle: LaMèreVeille (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 4.0

Gegenüber „Paris Match“ führt Juillet sein Interesse am UFO-Phänomen wie folgt weiter aus:
„Ich komme aus der Welt der Geheimdienste, und wenn wir Dinge sehen, die heute unerklärlich sind, wissen wir, dass wir sie morgen vielleicht erklären können. Es ist nur so, dass wir hier eben nicht die Elemente sehen, anhand derer wird uns vorzustellen oder verstehen können, was da los ist. Auf dem Gebiet der UFOs gibt es – einmal abgesehen von den Menschen, die eine fliegende Untertasse auf einem Feld landen sehen – Kampfpiloten, Astronauten, Menschen, die alles andere als Scherzbolde sind und von sehr genauen Beobachtungen berichten. Wir sollten nicht sagen, dass das alles Unsinn ist, sondern müssen anerkennen, dass es Dinge gibt, die wir bislang nicht verstanden haben. In diesem Zusammenhang habe ich mich für dieses Problem interessiert, weil das erste, was wir sehen, wenn wir dieses Phänomen untersuchen, der Umstand ist, dass diese Geräte oder Erscheinungen offensichtlich nicht gemäß unseren irdischen Gesetzen funktionieren. Insbesondere scheinen sie keiner Gravitation unterworfen zu sein. Die Frage, die sich stellt, lautet daher: Hat ein Land ein System entwickelt, das es ermöglicht, die Gravitation aufzuheben? Vor zwanzig Jahren hätte ich geantwortet: „Warum nicht?“ Aber heute, wenn ein Land der Welt eine solche Entdeckung gemacht hätte, würden wir es sicher wissen. Kein Fortschritt dieser Größenordnung kann geheim bleiben. Es ist unmöglich. Wenn ein Land eine solche Technologie hätte, wäre sie schon offen eingesetzt worden. Auf die eine oder andere Weise hätte es Lecks gegeben, eine Indiskretion der Wissenschaftler, die daran arbeiteten und Ähnliches. Da es absolut nichts gab, ist es etwas anderes – etwas, das sich irdischen Maßstäben zu entziehen scheint.“ (…GreWi berichtete).




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