Erklären Experimental-Ballone unbekannte Flugobjekte über dem Mittleren Westen?

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Standbild aus einem der zahlreichen Webvideos der Objekte, hier über der Region Kansas City. Copyright/Quelle: Clint Banning / Youtube

Standbild aus einem der zahlreichen Webvideos der Objekte, hier über der Region Kansas City.
Copyright/Quelle: Clint Banning / Youtube

Kansas City (USA) – Am 19 Juni 2019 wurden über mehreren Staaten des Mittleren Westens der USA ein- bis zwei vermeintlich stillstehende Objekte am Himmel beobachtet und dokumentiert. Während zunächst selbst der Nationale Wetterdienst erklärte, keine seiner Wetterballons könne die Sichtungen erklären, scheinen hingegen Experimentalballons für die Ereignisse verantwortlich zu sein.

Neben privaten Videos, auf denen die beiden Objekte zu sehen sind, wie sie vermeintlich still und entgegen der Wolkenbewegung hoch am Himmel stehen, wurde unter anderem auch der „National Weather Service“ (NSW) von Kansas City auf die Objekte aufmerksam, veröffentlichte selbst Aufnahmen davon und erklärte via Twitter: „Ganz ehrlich, auch wir haben keine Erklärung für die über Kansas City schwebenden Objekte“. Zumindest könnten keine NSW-Wetterballons die beiden Objekte erklären, erklärte der Wetterdienst.

Stattdessen vermuten zahlreiche Beobachter und gerade Kommentatoren in den sozialen Netzwerken, dass es sich entweder um Internet-Ballons des Google-Projekts „Loon“, von Konkurrenzunternehmen oder des militärischen Experimentallabor DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) handeln könnte.

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Während ein Loon-Sprecher erklärte, die Sichtungsorte deckten sich nicht mit den Routen der Loon-Ballone, erklärte ein DARPA-Sprecher auf Anfrage lokaler Medien, man habe am Montag im Rahmen des DARPA-Ballon-Programms „Adaptable Lighter Than Air“ (ALTA) 3 Ballons von Cumberland in Maryland aus gestartet, die vermutlich für die Sichtungen verantwortlich sein könnten. Ziel sowohl der der ALTA-Ballons ist es unter anderem, derartige Objekte zwar ohne eigenen Antrieb, jedoch durch die Ausnutzung verschiedener Winde auf unterschiedlichen Höhen kontrolliert navigieren und positionieren zu können. Dies könnte dann zumindest den beobachteten Stillstand der Objekte erklären, wie er der klassischen Wetterballon-Erklärung wiedersprechen würde.

Derartige Spekulationen scheinen denn auch von den bislang detailreichsten Aufnahmen eines der beiden Objekte bestätigt zu werden, wie sie dem lokalen Wettersender „WHIO“ von dessen Zuschauern Kristy Lyninger und Taylor Cup zur Verfügung gestellt wurden.

Copyright/Quelle: Kristy Lyninger / www.whio.com

Copyright/Quelle: Kristy Lyninger / www.whio.com

Copyright/Quelle: Taylor Cup / www.whio.com

Copyright/Quelle: Taylor Cup / www.whio.com

Diese zeigen eindeutige Ähnlichkeiten zwischen Merkmalen des Objekts mit jenen derartiger experimentellen Höhenballons (s. Abb. l.: Ein ALTA-ähnlicher Loon-Höhenballon), deren starke Reflektivität und Größe die Ballons auch vom Boden aus sichtbar machen und deutlich größer erscheinen lassen können.

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