Erstes Pentagon-Statement zur neuen UFO-Untersuchungseinheit AOIMSG

Pentagon-Pressesprecher John Kirby auf der Pressekonferenz am Copyright: DoD / U.S. Gov.
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Pentagon-Pressesprecher John Kirby auf der Pressekonferenz am Copyright: DoD / U.S. Gov.

Pentagon-Pressesprecher John Kirby auf der Pressekonferenz am
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Washington (USA) – Während einige US-Senatoren eine eigene UFO-Behörde fordern und diese in den Gesetzestext des zukünftigen Verteidigungs- und Geheimdiensthaushalts für 2022 einarbeiten wollen, hat das US-Verteidigungsministerium seine bisherige UFO-Untersuchungseinheit, die „Unidentified Aerial Phenomena Task Force“ (UAPTF) zu einer Untersuchungs- und Koordinierungsgruppe für UFO-Sichtungen, der “Airborne Object Identification and Management Synchronization Group” (AOIMSG) umgewandelt. Nun hat sich ein Pentagonsprecher erstmals zu den Aufgaben der neuen UFO-Gruppe geäußert.

Nachdem es schon seit Wochen vermehrt Hinweise auf eine geplante Umstrukturierung der erst im Herbst 2020 gegründeten UAPTF gab (…GreWi berichtete), überraschte das US-Verteidigungsministerium selbst UFO-affine Beobachter vergangene Woche mit der Ankündigung der Umwandlung der UAPTF in die AOIMSG (…GreWi berichtete). Kritiker sehen darin eine Reaktion des Pentagon auf die aktuellen Bemühungen einiger US-Senatoren um die Einrichtung einer dann doch sehr viel mehr zur Transparenz verpflichteten UFO-Behörde und warnen sogar davor, dass es sich um den Versuch des Pentagon handele, auch die sonstige UFO-Forschung kontrollieren zu wollen.

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Angesprochen auf die neue Untersuchungs- und Koordinierungsgruppe und die Kritik daran, erklärte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, auf einer gestrigen Pressekonferenz:

„Zunächst kann ich nichts zu laufenden legislativen Angelegenheiten sagen und verweise sie dazu an die jeweiligen Senatoren und Abgeordneten. Aber natürlich haben wir die Mitglieder des Kongresses über die Zusammenstellung und Bekanntgabe dieser neuen Gruppe informiert.

Diese Gruppe dient wirklich dem Ziel, die Meldeverfahren, die Berichte an sich und deren Analyse besser koordinieren zu können. Statt also wie bisher hier und da Informationen verschiedener Quellen zusammensuchen zu müssen, haben wir nun einen Weg, mit dem wir diese Dinge besser koordinieren können. Wir haben ein für alle in Frage kommenden Regierungsquellen gemeinsames Melde- und Analyseverfahren, anhand dessen wir dann auch einschätzen können, was wir da vorliegen haben. Ganz sicher werden sich auch nicht alle dieser Berichte als etwas herausstellen, was wir als eine Frage der Nationalen Sicherheit betrachten müssen. Diese Gruppe gibt uns die Möglichkeit, im Umgang mit diesen Vorgängen sehr viel organisierter zu sein als bisher.

Soweit uns diese Berichte vorliegen, wollen wir natürlich angesichts dieser Phänomene und den Einfluss den sie auf unsere Einsatzfähigkeiten haben oder auch nicht haben, so transparent wie möglich sein.“

Auf die Nachfrage durch den Journalisten, ob es konkrete Absichten gebe, Daten und Informationen zu diesen Berichten und Ergebnisse auch außerhalb von (dann meist klassifizierten) Kongress-Briefings, zu veröffentlichen, erklärte der Pentagon-Sprecher Kirby weiter:

„Nun, ich habe heute hier keinen speziellen Bericht vorliegen, laut dem geplant ist, dass wir zukünftig in regelmäßigen Abständen Ergebnisse vorlegen werden. Ich kann ihnen aber versichern, dass wir die Absicht haben, so transparent wie möglich über diese Phänomene zu berichten. Aber nochmals: Bitte verstehen Sie, dass dabei auch immer Fragen der Nationalen Sicherheit berücksichtigt werden müssen. Wir bemühen uns, so transparent wie möglich zu sein. Aber ich will hier auch nicht den Eindruck erwecken, dass es zukünftig regelmäßige Berichte geben wird, die etwa alle Monate auf einer Webseite veröffentlicht werden.“

Tatsächlich hatte das Pentagon noch vor Kurzem erklärt, dass sämtliche von der UAPTF untersuchten Vorfälle als „klassifiziert“ (also geheim) gelten und von einer Veröffentlichung (etwa im Rahmen von Anfragen unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz FOIA) ausgeschlossen sind (…GreWi berichtete).




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