„ExoMars“ sendet erste Aufnahmen des Roten Planeten

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Copyright: ESA/ROSKOSMOS/CaSSIS

Bern (Schweiz) – Der „Trace Gas Orbiter“ der Sonde „ExoMars“ hat erste Aufnahmen der Marsoberfläche seiner Bordkameras zur Erde gefunkt. Ziel der Mission ist es, Spurengase auf dem Roten Planeten ausfindig zu machen und diese entweder geologischer oder sogar biologischer Aktivität zuzuordnen.

Gemacht wurden die Aufnahmen aus einer Distanz von 400 Kilometern zur Marsoberfläche mit dem „Colour and Stereo Surface Imaging System“ (CaSSIS) an Bord der europäischen Sonde, die gemeinsam von der europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen ROSKOSMOS betrieben wird.

CaSSIS-Aufnahme vom Rand des Mars-Kraters Korolev.
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Copyright: ESA/ROSKOSMOS/CaSSIS

„Wir hatten in der ersten Testphase ein paar kleinere Softwareprobleme“, berichtet CaSSIS-Projektleiter Nicolas Thomas vom Center for Space and Habitability (CSH) an der Universität Bern. „Nun ist das Instrument aber wieder betriebsbereit.“ Hierzu mussten die Wissenschaftler zu Beginn der Testphase eine komplett neue Softwareversion auf das Gerät übertragen: „Es ist schon erstaunlich, dass man in einem Instrument, das in über 100 Millionen Kilometer Entfernung rund um den Mars fliegt, eine völlig neue Software aufsetzen und zum Laufen bringen kann“, so Thomas.

Für ihre Arbeit wurden die Forscher dann mit ersten spektakulären Bildern belohnt (s. Abb.l): Das hiesige Beispielbild zeigt einen Ausschnitt vom Rand eines eisgefüllten Kraters namens Korolev am hohen Breitengrad der nördlichen Mars-Hemisphäre. „Das helle Material im Bild ist Eis, das sich am Kraterrand gebildet hat“, erläutern die Berner Wissenschaftler und führen dazu weiter aus: „Die Aufnahme hat eine Auflösung von knapp über 5 Metern und übertrifft damit die bisher schärfsten Mars-Aufnahmen von Hubble und anderen Teleskopen um ein Vielfaches.“ Zukünftig soll sogar eine Auflösung von weniger als 5 Metern erreicht werden.

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Das Bild besteht aus drei Bildern in verschiedenen Farben, die CaSSIS am 15. April 2018 fast zeitgleich aufgenommen hat. Die Bilder wurden anschließend zusammengesetzt, um diese Farbansicht zu erzeugen. „Unser Ziel ist es, den Bilderzeugungsprozess vollständig zu automatisieren“, führt Thomas weiter aus. „Sobald wir dies erreicht haben, können wir die Daten rasch zur Analyse allen interessierten Forschungsgruppen zur Verfügung stellen.“

CaSSIS soll die Daten, die ExoMars und andere Mars-Orbiter sammeln werden, vervollständigen und neue Erkenntnisse über die Marsoberfläche liefern. Da sich der Mars als dynamischer erwiesen hat als bisher gedacht, sind Aufnahmen davon, was sich auf seiner Oberfläche abspielt, von besonderem Interesse. Das Forscherteam erhofft sich vor allem neue Erkenntnisse über Veränderungen, die sich während eines Mars-Tages ergeben, sowie während der Mars-Jahreszeiten. Eines der Hauptziele von CaSSIS ist es, kürzlich entdeckte Spuren von flüssigem Wasser genauer zu untersuchen, die regelmäßig im Mars-Frühling erscheinen und im Winter wieder verschwinden (…GreWi berichtete 1, 2).

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