Finderlohn für historischen „Alien-Grabstein“ von Aurora ausgelobt

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Eine offizielle Hinweistafel am Friedhof von Aurora, weist diesen als historisch bedeutende Stätte aus – und verweist auch auf die Legende um ein hier im April 1897 abgestürztes „Raumschiff“ und dessen, auf dem Friedhof beigesetzten „Piloten“. Copyright: Public Domain

Eine offizielle Hinweistafel am Friedhof von Aurora, weist diesen als historisch bedeutende Stätte aus – und verweist auch auf die Legende um ein hier im April 1897 abgestürztes „Raumschiff“ und dessen, auf dem Friedhof beigesetzten „Piloten“. Copyright: Public Domain

Aurora (USA) – Der Fall gehört zweifelsohne zu den ebenso bekanntesten wie am meist umstrittenen UFO-Ereignissen in den USA: Im Jahre 1897 soll ein unbekanntes Flugobjekt über dem Städtchen Aurora aufgetaucht und mit einer Windmühle kollidiert sein. Im Innern des Wracks soll eine fremdartige Leiche geborgen und auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt worden sein. Ein historischer Grabstein soll den Vorfall einst dokumentiert haben, wurde jedoch in den 1970er Jahren gestohlen. In der Hoffnung, erneut Licht auf den mysteriösen Vorfall werfen zu können, hat jetzt ein lokaler Anwalt einen Finderlohn für den „Alien-Grabstein“ ausgesetzt.

Wie das „Fort Worth Star Telegram“ aktuell berichtet, hat der Strafverteidiger Stratton Horres einen Finderlohn von 1.000 US-Dollar für die Rückgabe des 1972 (warum auch immer?) gestohlenen Grabsteins ausgelobt.

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„Wir haben hier eine Legende, die auch 120 Jahre später fasziniert“, so Horres gegenüber der Zeitung. Er selbst sei zwar skeptisch, was die einstigen Behauptungen betreffe, solle aber gerne „Beweise dafür finden, dass damals wirklich etwas passiert ist, das wir bis heute nicht so richtig erklären können.

Hintergrund: Der UFO-Zwischenfall von Aurora
Am 19. April 1897 veröffentlichte der freie Journalist S. E. Haydon in der Tageszeitung „Dallas Morning News“, einen Artikel über ein Ereignis, dass sich zwei Tage zuvor gegen 6 Uhr morgens über dem Ort Aurora zugetragen haben soll. Ein zigarrenförmiges „Luftschiff“ (Orig.: Airship) sei offenbar über dem Städtchen im Wise County im US-Bundesstaat Texas in Schwierigkeiten geraten , dabei langsam in nördlicher Richtung geflogen, habe dabei an Höhe verloren und sei dann nach einer Kollision mit einer Windmühle bzw. einem Windrad abgestürtzt.

 

Der Originalartikel vom 19. April 1897 im "The Dallas Morning News".Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. Copyright: Gemeinfrei

Der Originalartikel vom 19. April 1897 im “The Dallas Morning News”.Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. Copyright: Gemeinfrei

Durch diese Kollision sei nicht nur die Windmühle beschädigt und deren Vorgarten verwüstet worden – in den Trümmern sei auch die Leiche eines Insassen des Objekts gefunden worden. Obwohl seine Leiche stark entstellt war, habe dieser „Pilot“ den Eindruck erweckt, als stamme er „nicht von dieser Welt“. Ein lokaler Astronom sei sogar der Ansicht gewesen, dass es sich um einen „Bewohner vom Mars“ gehandelt habe. Zudem habe dieser Pilot Papiere bei sich getragen, die mit unlesbaren, hieroglyphenartigen Schriftzeichen beschriftet gewesen seien. Das Schiff selbst sei derart stark zerstört gewesen, dass aus den Trümmern keine Rückschlüsse mehr über seine Bauart und Antrieb gezogen werden konnten. Es sei allerdings aus einem „unbekannten Metall“ hergestellt worden, das einer Mixtur aus Aluminium und Silber geglichen und vermutlich mehrere Tonnen gewogen habe. Zudem erwähnt die Zeitungsmeldung, dass die Anwohner Teile des Wracks an sich genommen hätten und der Pilot am nächsten Tag beerdigt werden solle.

Zeitgenössische Illustration in der Zeitung „Sacramento Call“ vom 29. November 1896 zur Sichtung eines „Mystery Airships“ über Sacramento. Copyright: Gemeinfrei

Zeitgenössische Illustration in der Zeitung „Sacramento Call“ vom 29. November 1896 zur Sichtung eines „Mystery Airships“ über Sacramento. Copyright: Gemeinfrei

 

Merkwürdig ist nur, dass sich keine anderen und von Haydon unabhängigen Berichte über den konkreten Vorfall finden lassen. Allerdings bezieht sich die Meldung direkt auf eine Reihe zahlreicher ähnlicher Berichte über landesweite Sichtungen sonderbarer Luftschiffe, die als Sichtungswelle der sog. „Mystery Airships“ (Phantom-Luftschiff-Welle) von 1896–1897 bekannt wurde.

Auf die Geschichte erneut aufmerksam wurde dann 1973 der damalige Direktor des „International UFO Bureau“ aus Oklahoma City, Hayden Hewes. Auf einer Pressekonferenz, erklärte er, dass sich in einem Grab des Friedhofes von Aurora die Überreste eines „Astronauten aus einer anderen Welt“ befänden.

 

Trotz eines großen Medieninteresses in Folge dieser Behauptung, genehmigten die lokalen Behörden keinerlei Exhumierung von Gräbern in Aurora. Allerdings wurden auf dem Gelände der Absturzstelle Metallteile gefunden, deren Legierung zwar 1897 technisch noch nicht, dafür aber wohl ab den 1940er Jahren herstellbar war. Hinzu berichteten mehrere ältere Einwohner des Ortes unabhängig voneinander in Interviews, dass ihre Angehörigen ihnen von dem Zwischenfall erzählt hätten. Direkte Augenzeugen des Ereignisses gab es allerdings zu diesem Zeitpunkt offenbar keine mehr.

Weitere Zweifel an Haydons ursprünglicher Geschichte weckten dann Nachforschungen des „Time Magazine“, die zu dem Schluss kamen, dass es Aurora zu keiner Zeit eine Windmühle bzw. eines Windrades gegeben hatte. Später wurden jedoch in einer Episode der TV-Doku-Reihe „UFO Hunter“ die potentiellen Reste einer Windmühle in dem Ort gefunden.

Auch wenn selbst einige UFO-Forscher mittlerweile von einem historischen Hoax ausgehen, verfechten andere weiterhin die die These vom exotischen UFO-Absturz. Der Staat Texas selbst stellte den Friedhof von Aurora unter Denkmalschutz und brachte eine entsprechende Bronzetafel an (s. Abb. o.), auf der neben zahlreichen andere historischen Verweisen auch die „Legende vom abgestürzten Raumschiff und dem hier beigesetzten Piloten“ erzählt wird.

Horres selbst fügt seiner Auslobung hinzu, dass es ihm ausschließlich darum gehe, den Original-Grabstein wieder zu finden und nicht darum, die Diebe von einst anzuzeigen oder zu bestrafen. Sämtliche Informationen könnten anonym an ihn gerichtet werden

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