Forscher orten Quelle von Methan ganz in der Nähe des Mars-Rovers

Symbolbild: Selfie des Mars-Rovers „Curiosity“. Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS
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Symbolbild: Selfie des Mars-Rovers „Curiosity“. Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Symbolbild: Selfie des Mars-Rovers „Curiosity“. Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Pasadena (USA) – Seit dem Nachweis von Methan in der dünnen Marsatmosphäre sorgt die potenzielle Biosignatur für Kontroversen darüber, ob das Gas geologischen oder biologischen Ursprungs ist. Auch die Frage, wo genau das Methan aus dem Mars-Untergrund austritt, war bislang rätselhaft. Nun ist es US-Wissenschaftlern erstmals gelungen, eine Methan-Quelle auf dem Mars zu lokalisieren. Diese befindet sich ganz in der Nähe des Mars-Rovers „Curiosity“.

2009 berichten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der NASA erstmals über die Detektionen von Methan in der Mars-Atmosphäre (…GreWi berichtete). Tatsächlich entstammt zumindest auf der Erde fast alles atmosphärische Methan aus biologischen Prozessen. Seit 2012 detektiert dann auch der NASA-Rover „Curiosity“ an seinem Arbeitsort, dem Mars-Krater „Gale“ Methan – Messungen, die bislang aber nicht vom europäischen Spurengas-Orbiter der europäischen Mission „ExoMars“ bestätigt werden konnten (…GreWi berichtete).

Jetzt berichten Forschende um Yangcheng Luo vom California Institute of Technology (Caltech), dass es ihnen erstmals gelungen ist, mittels Triangulation verschiedener Methan-Messwerte unter Miteinbeziehung von Daten zur Windgeschwindigkeit und -Richtung, eine Quelle von Methan im Gale-Krater zu verorten.

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Diese Quelle, so berichten die Wissenschaftler vorab via „Research Square“ (DOI: 10.21203/rs.3.rs-569847/v1), liege nur wenige Dutzende Kilometer von der derzeitigen Position des Rovers entfernt: „Unsere Ergebnisse deuten auf eine aktive Emissionsregion westlich und südwestlich des Rovers im nordwestlichen Teil des Kraterinneren.“

Selbst wenn das Mars-Methan keinen biologischen Prozessen entstammt, so würde die Existenz von geo-chemisch erzeugtem Methan dennoch auf die Existenz flüssigen Wassers – und damit der Grundlage zumindest allen irdischen Lebens – im Gale-Krater hinweisen.




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Recherchequellen: Research Square

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