Forscher verpflanzen Menschen-Gen in Affen und machen diese dadurch intelligenter

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Ein transgener Rhesusaffe bei einem Kognitionstest im Kunming Institute of Zoology. Copyright: Kunming Institute of Zoology

Ein transgener Rhesusaffe bei einem Kognitionstest im Kunming Institute of Zoology. Copyright: Kunming Institute of Zoology

Kunming (China) – In einem umstrittenen Experiment haben chinesische Wissenschaftler menschliche Gene in Affen übertragen und berichten nun davon, dass dieser Vorgang die Tiere tatsächlich intelligenter gemacht habe.

Wie das Team aus Zoologen vom „Kunming Institute of Zoology“ aktuell im in China erscheinenden Fachjournal „National Science Review“ (DOI: 10.1093/nsr/nwz043) berichtet, hätten die derart behandelten Versuchstiere in kognitiven Tests zum Kurzzeitgedächtnis und Erinnerungsvermögen deutlich besser abgeschnitten als Affen der Kontrollgruppe.

Ziel der Experimente, so erläutern die Wissenschaftler, sei es gewesen, die genetische Grundlage des menschlichen Gehirns und die Evolution der menschlichen Kognition zu erforschen und nicht etwa Affen intelligent zu machen.

Wie die “MIT Technology Review” berichtet, hatten die Forscher die Embryonen von 11 Rhesusaffen das Gen MCPH1 mittels eines das Gen tragenden Virus eingepflanzt, von dem Wissenschaftler ausgehen, dass es eine wichtige Rolle für die menschliche Hirnentwicklung spielt. Auf diese Weise erzeugten sie also sog „transgene Affen“, also gentechnisch veränderte Affen.

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Neben dem besseren Abschneiden in den kognitiven Tests beobachteten die Forscher zudem, dass die Hirnentwicklung bei den behandelten Affen deutlich länger dauerte als normal und ein ähnliches Entwicklungsmuster zeigte, wie menschliche Gehirne.

Erwartungsgemäß hat die Veröffentlichung der Experimente und ihrer Ergebnisse in der Wissenschaftsgemeinde eine starke Kontroverse ausgelöst, die daran vornehmlich ethisch begründete Kritik übt. „Das weckt unweigerlich Assoziationen mit dem ‚Planet der Affen‘. Wer Tiere versucht menschlich zu machen, fügt ihnen Schaden zu“, zitiert der „The Independent“ die Bioethikerin und Biologin Jacqueline Glover University of Colorado. „Wo sollen die Ergebnisse solcher Experimente leben und was sollen sie tun? Wir sollten keine Geschöpfe erschaffen, die nicht auch ein sinnvolles Leben führen können.“

Tatsächlich ist es eigentlich das Ziel, Forschung an Primaten derart stark zu kontrollieren, dass derartige Experimente geächtet werden. Wie das aktuelle Beispiel jedoch einmal mehr zeigt, hält dies einzelne Wissenschaftler nicht davon ab, das, was technisch möglich ist, auch zu tun…

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