FRBs: Chinas Riesenteleskop ortet tagelang über 20 Radioblitze aus gleicher Quelle

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Das FAST-Radioteleskop in Dawodang in der südostchinesischen Provinz Guizhou Copyright: NAOC

Das FAST-Radioteleskop in Dawodang in der südostchinesischen Provinz Guizhou
Copyright: NAOC

Peking (China) – Das 500 Meter durchmessende Radioteleskop „FAST“ in der südostchinesischen Provinz Guizhou hat seinen ersten schnellen Radioausbruch (Fast Radio Burst, FRB) detektiert. Die Quelle ist bereits seit 2012 für wiederholte FRBs bekannt und derzeit so aktiv wie nie zuvor. Noch immer ist unklar, was die ebenso kurzlebigen wie extremst hochenergetischen Radioblitze sind. Auch Hinweise auf eine außerirdische Hochtechnologie wollen einige Astronomen nicht gänzlich ausschließen.

Wie Astronomen der Nationalen Astronomischen Observatorien Chinas (National Astronomical Observatories of China, NAOC) als Teil der Chinesischen Akademie der Wissenschaften via “China Daily” bekanntgaben, sei es ihnen ebenso gelungen, bekannte Störquellen als Erklärung für das Signal auszuschließen, wie dessen Ursprung in einer rund drei Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie zu verorten.

Künstlerische Darstellung eines hereinkommenden FRBs, dessen Frequenzen (hier dargestellt durch unterschiedliche Farben) zeitlich minimal verzögert eintreffen (Illu). Copyright: OzGrav, Swinburne University of Technology

Künstlerische Darstellung eines hereinkommenden FRBs, dessen Frequenzen (hier dargestellt durch unterschiedliche Farben) zeitlich minimal verzögert eintreffen (Illu). Copyright: OzGrav, Swinburne University of Technology

Hintergrund
Bei FRBs handelt es sich um hochenergetische Radioblitze von nur wenigen Millisekunden Dauer. Bislang ist noch völlig unbekannt, wovon die ultrakurzen Radioblitze ausgelöst werden. Während selbst einige Astronomen hoffen, dass es sich zumindest bei einigen dieser Radioblitze um absichtlich oder indirekt von außerirdischen Zivilisationen ausgesandte Signale handeln könnte, vermuten andere extreme astrophysikalische Phänomene als Auslöser (…siehe Links u.). Bislang wurden 85 der mysteriösen Signale aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen registriert. Alleine, dass die Signale nicht nur aus einer außerirdischen, sondern auch außergalaktischen Quelle entstammen, ist anhand der bislang vorliegenden Beobachtungdaten bekannt. Zumindest die Quelle eines der wenigen sich wiederholenden Radioblitze, das Signal „FRB121102“ konnte 2017 einer stark magnetisierten Umgebung zugeschrieben werden (…GreWi berichtete). Jüngste Verortungen eines einmaligen FRB zeigten dann jedoch, dass dieser aus einer gänzlich anderen astrophysikalischen Umgebung kam, woraus sich ableiten lässt, dass FRBs nicht zwangsläufig einer einzigen Quelle entstammen müssen (…GreWi berichtete).

Das jetzt mit dem „Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope“ (FAST) geortete Signale stimme mit einem erstmals 2012 georteten FRB mit der Kennung FRB121102 überein, das dann 2015 erneut detektiert wurde (…GreWi berichtete).

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Der erste Impuls sei von FAST am 30. August geortet worden. Seither habe sich das Signal mehrere Dutzend Mal wiederholt. Alleine am 3. September habe man 20 Pulse aus der Quelle registriert. Aufgrund der derzeitigen hohen Aktivität der Quelle, werde man “FRB121102” weiterhin genau beobachten und hofft auf internationale Unterstützung.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
FRBs: Astronomen orten 8 sich wiederholende Radioblitze aus dem All 18. August 2019
Studie zu FRBs: Astrophysikalische Katastrophen können nicht alle Radioblitze erklären 17. Juli 2019

Quelle: China Daily

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