Gewaltige Eisklippen auf dem Mars entdeckt

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Ein Abhang offenbart einen Querschnitt durch die unter der Oberfläche verborgene mehr als 100 Meter dicke Eisschicht (blau). Gesamtansicht siehe unten.

Copyright: NASA/JPL-Caltech/UA/USGS

Flagstaff (USA) – Daten der NASA-Sonde “Mars Reconnaissance Orbiter” (MRO) offenbaren mindestens acht Orte auf dem Mars, an denen unter der rotsandigen Oberfläche des Planeten gewaltige verborgene Eislager in steilen Klippen an die Oberfläche treten.

Die Entdeckung der teilweise bis zu 55 Grad steilen Eisklippen liefert neue Informationen über die innere geschichtete Struktur der Eislager in den mittleren Breitengraden des Roten Planeten.

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NASA-Wissenschaftler vermuten, dass die Eislager durch einstigen Schneefall entstanden und hoffen, dass diese zukünftigen bemannten Missionen leichteren Zugang zu Wassereis als Ressource ermöglichen werden.


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Copyright: NASA/JPL-Caltech/UA/USGS

Wie das Team um Colin Dundas vom Astrogeology Science Center der U.S. Geological Survey aktuell im Fachjournal “Science” (DOI. 10.1126/science.aao1619) berichtet, befinden sich die Orte, an denen die teilweise mehrere hundert Meter dicken Gletscher zu Tage treten sowohl in der nördlichen als auch südlichen Hemisphäre des Mars – übertragen auf den Erdglobus etwa auf den Höhen von Schottland und der südlichen Spitze Südamerikas.

“Übertragen auf den gesamten Planeten bedecken diese verborgenen Eislager rund ein Drittel der Marsoberfläche. An den nun beschriebenen Orten treten diese regelrecht als Querschnitte zu Tage und erlauben uns so eine bislang unerreichte 3D-Ansicht. (…) Diese Hänge legen verborgene Eislager frei, die bislang von den Untersuchungen der Orbitalsonden wie etwa der Mission ‘Mars Odyssey’ und ‘Mars Express’ noch nicht entdeckt worden waren”, erklärt Dundas.

Von den nun freiliegenden Gletscherschnitten erhoffen sich die Wissenschaftler auch lang zurückreichende Informationen über das einstige Marsklima und nicht zuletzt Wasserressourcen für zukünftige Mars-Missionen: “Dieses Es liegt derart zugänglich frei, dass ein zukünftiger Marsastronaut eigentlich es regelrecht ernten könnte”, so die Forscher abschließend.

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