GreWi erklärt „mysteriöses“ Monster-Video

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Standbild aus dem Video. Copyright/Quelle: Audrée Tanguay Fréchette / YouTube

Standbild aus dem Video. Copyright/Quelle: Audrée Tanguay Fréchette / YouTube

Gaspésie (Kanada) – Erneut sorgt ein angebliches Monster-Video, nicht zuletzt im Web, ebenso für Furore wie für heftige Diskussionen über die Frage, was es zeigt. Während die einen darin einen Filmbeweis für ein monsterartiges Wesen oder gar einen Geist sehen, vermuten Skeptiker dahinter einen cleveren Schwindel. In einer Kurzanalyse zeigt Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi), dass beide Erklärungen falsch sind.

Zum auf Youtube veröffentlichten Video selbst schreibt die Filmerin Audrée Tanguay Fréchette lediglich erläuternd: „Ich habe einen Elch am Straßenrand nahe Gaspésie, Québec, Kanada gefilmt. Als ich mir das Video dann anschaute, sah ich diese merkwürdige Figur im rechten Hintergrund. Kann mir jemand sagen, was das ist?“

Selbst behauptet die Filmerin also nicht, dass es sich hierbei um etwas konkret mysteriöses handelt, sondern will vielmehr wissen, was da zu sehen ist. Die Spekulationen hingegen verbreiten sich regelrecht viral: Von einem Bigfoot, über einen Geist oder ein sonstiges übernatürliches Wesen, bis hin zu einem plumpen Schwindel.

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Tatsächlich trifft jedoch keine der aufgeführten Vermutungen zu – handelt es sich doch lediglich um Schmutz auf der Fensterscheibe des Autos, durch die hindurch der Elch gefilmt wurde.

Der erste Hinweis darauf, dass das vermeintliche Wesen nicht Teil der natürlichen Szenerie war und ist, ist der Umstand, dass die Filmerin dieses „Wesen“ während ihrer Beobachtung und während des Filmens selbst nicht, sondern erst beim nachträglichen Betrachten des Videos bemerkt hatte.

Der zweite und für alle Betrachter selbst nachvollziehbare und überprüfbare Hinweis und Beleg dafür, dass es sich um Schmutz auf der Autoscheibe handelt, ergibt sich, wenn man die vermeintlichen Bewegungen des „Wesens“, das den Elch zu umtänzeln scheint, mit den Bewegungen der offenbar handgehaltenen Handykamera in Relation zur Autoscheibe vergleicht.

Diese Bewegungen stimmen vollständig miteinander überein. Zu Hilfe bei dieser Analyse kommen dem Betrachter weitere Schmutzpartikel auf der Scheibe, die stets in gleicher Konfiguration und Position zu dem „Wesen“ bleiben und sich natürlich auch gemeinsam mit der Kamerabewegung in Relation zur Autoscheibe selbst verlagern.

NACHTRAG: Einige Leser glauben, dass es sich nicht um Schmutz, sodnern eine Spiegelung aus dem Wageninneren in der Scheibe handelt. Das wäre natürlich auch möglich – überprüfbar ist diese Detailsfrage schlußendlich anhand des Videos jedoch nur schwer. Grundsätzlich ändert sie aber an der Grundbeobachtung und Argumentation an sich nichts.

Auf diesem Standbild wurde das vermeintliche Wesen mit einem grünen Kreis und weitere Schmutzpartikel auf der Scheibe mit roten Kreisen markiert.

Auf diesem Standbild wurde das vermeintliche “Wesen” mit einem grünen Kreis und weitere Schmutzpartikel auf der Scheibe mit roten Kreisen markiert.

Zu ähnlichen Effekten kommt es immer wieder und es ist verständlich, wie überrascht die Filmer sind, wenn sie auf den Aufnahmen später Dinge sehen, auf die sie während der Aufnahme selbst natürlich gar nicht geachtet haben – warum auch? Schließlich ging es der Filmerin ja um den Elch und nicht um nebensächlich Schmutz auf der Autoscheibe. Einmal erkannt, liegt die Sache dann aber auf der Hand.

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