GreWi EXKLUSIV: UFO-Forscher des Pentagons informieren erstmals „engste Verbündete“ – Deutschland weiterhin außen vor?

Symbolbild: Szenebild aus Stanley Kubricks Dr. Strangelove (1964) Copyright: Gemeinfrei
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Washington (USA) – Das kanadische Verteidigungsministeriums hat bestätigt, dass es kürzlich im Pentagon erstmals zu einem internationalen Treffen der UFO-Untersuchungseinheit des US-Verteidigungsministeriums (AARO) und Geheimdienstvertretern der engsten Verbündeten der USA gekommen ist. Ob auch Deutschland an dem Austausch teilgenommen hat, wollte das Bundesverteidigungsministerium auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Wie die kanadische CBC berichtet, handelte es sich laut einem Sprecher des kanadischen Verteidigungsministeriums bei dem Treffen um eine Informationsveranstaltung der USA im Rahmen der Five-Eyes-Geheimdienstgruppe zu denen neben den USA Australien, Kanada, Neuseeland und Großbritannien zählen. Kanada selbst wurde dabei vom dortigen Verteidigungsministerium, dem Canadian Department of National Defence und deren Royal Canadian Air Force vertreten.

Zwar seien die genauen Inhalte des Treffens derzeit noch klassifiziert (also nicht öffentlich/geheim), doch habe es sich um einen Informationsaustausch zum Thema UAP gehandelt, so ein Sprecher.

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Auf dem Treffen habe der Leiter des „All-Domain Anomaly Resolution Office“ (AARO), Dr. Sean Kirkpatrick, einen Vortrag gehalten, über den er auch vor dem Panel der unabhängigen UAP-Studie der NASA kurz berichtete hatte (…GreWi berichtete). Ziel dieser Treffen sei es, zukünftig eine engere Zusammenarbeit mit befreundeten Nationen bei der Sammlung von Information zu UAP-Sichtungen anzustrengen. Schon bei der NASA hatte Kirkpatrick erklärt, man arbeite an neuen Sensoren zur Erfassung von UAP und arbeite damit auch mit internationalen Partnern zusammen.

Auch wenn Deutschland nicht zu den klassischen „fünf Augen“ zählt, wurde die Gruppe doch 2018 zu “Five Eyes Plus (3)” auf Frankreich, Japan und Deutschland (und manchmal Vertreter Südkoreas) ausgeweitet.

Schon zuvor hatte der US-Militärjournalist Tim McMillan (TheDebrief.org) im Interview mit GreWi-Herausgeber Andreas Müller über die Ergebnisse seiner Recherchen beim Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) und Gespräche mit namentlich jedoch nicht genannten Offiziellen in US-Verteidigungs- und Geheimdienstkreisen berichtet, die mit den UAP- Untersuchungen des Pentagons in den vergangenen Jahren vertraut sind. Dabei habe er erfahren, „dass einige der UAP-Berichte des US-Verteidigungsministeriums ganz gezielt als ‚Releasable to Five Eyes Plus‘ klassifiziert wurden“ (…GreWi berichtete exklusiv).

Vor diesem Hintergrund hat Andreas Müller auch aktuell das BMVg nach einer Teilnahme von Vertretern Deutschlands an dem AARO-Treffen Ende Mai nachgefragt. Auf diese Anfrage erklärte ein Sprecher des BMVg am 15. Juni 2023:

„Sehr geehrter Herr Müller,
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Grundsätzlich stehen wir mit unseren engen Partnern immer in einem vertrauensvollen Austausch. Themenunabhängig können wir daher über diesen Austausch nicht detailliert berichten. Dafür bitte ich um Verständnis.“

Auch wenn das BMVg mit derartigen Null-Antworten Verschwörungsnarative eher bestärkt, als ihnen durch eine transparente Antwort zu begegnen (Anm. GreWi: Alleine ein klares „Nein“ oder „Ja, allerdings können wir zu den Details keine weiteren Aussagen machen“ wäre hier schon ein Schritt in die richtige Richtung.), so steht Deutschland und dessen BMVg mit dieser Blockadehaltung gegenüberjournalistischen Anfragen nicht alleine da.

Auch eine GreWi-Anfrage bei Susan Gough, der AARO-Sprecherin am US-Pentagon darüber, ob auch Deutschland an dem jüngsten Treffen teilgenommen habe, blieb bislang unbeantwortet, obwohl GreWi-Hrsg. Andreas Müller eigentlich in einem guten und meist zügig beantworteten Austausch mit Gough steht.

Auch das US-Militärnachrichtenportal „DefenseScoop.com“ hat sich bei den offiziell genannten „Five Eyes“-Teilnehmern des UAP-Treffens am Pentagon erkundigt und erklärt zusammenfassend: „Die Five-Eyes-Verbündeten (…) äußern sich weitgehend verschwiegen über ihre aufkeimenden Versuche einer Zusammenarbeit beim UAP-Thema.“

Ähnlich wie angesichts der GreWi-Anfrage, hätten die kontaktierten Sprecher aus den USA und Großbritannien auf die Anfragen nicht geantwortet, obwohl ein Pentagon-Beamter den Eingang der Fragen bestätigt habe. Aus Neuseeland hieß es, dass ein „Vertreter der neuseeländischen Streitkräfte mit Sitz in Washington D.C. an der von Kirkpatrick veranstalteten Konferenz teilgenommen“ habe. Allerdings müsse man sich „für weitere Informationen an die US-Behörden wenden.“ Die Anfrage an die kanadischen Behörden habe die ausführlichste Antwort ergeben: „Im Rahmen unserer langjährigen Zusammenarbeit als Verteidigungspartner tauschen die Streitkräfte unserer Nationen regelmäßig Informationen zu einer Reihe von Themen aus. Die Einzelheiten des Treffens bleiben zwar weiterhin geheim, es handelt sich jedoch um einen Informationsaustausch zum Thema UAP. Weitere Einzelheiten können zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt gegeben werden. Dieser Informationsaustausch ist ein Beispiel für die weiterhin wichtige Beziehung zwischen unseren Militärs.“ Australien wollte hingegen nicht bestätigen, ob ein Vertreter seines Landes an dem UAP-Treffen teilgenommen habe. „Australiens Antwort ging in eine völlig andere Richtung. „Das [australische] Verteidigungsministerium verfügt über kein Protokoll zur Meldung oder Aufzeichnung von nicht identifizierten Luftphänomenen (UAP) oder nicht identifizierten Flugobjekten (UFO).“ Zudem habe sich keiner der kontaktierten Sprecher zu neuen Berichten des ehemaligen US-Geheimdienstoffiziers David Grusch, dem sogenannten UFO-Whistleblower, geäußert, der jüngst behauptet hatte, die USA hätten in ihrem UAP-Forschungsarsenal möglicherweise Raumschiffe nichtmenschlichen Ursprungs (…GreWi berichtete 1, 2).




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Recherchequellen: eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de, DefenseSccop.com, CBS

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