GreWi Weekend Lectures #01: Verborgene Rituale in der Medizin


Symbolbild: Eines der modernen Rituale in der Medizin

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Die „GreWi Weekend Lectures“ ist eine Reihe von Video-Vorträgen zu einer Vielzahl an grenzwissenschaftlichen, anomalistischen und sachverwandten Themen aus externen Quellen. In der ersten Ausgabe der „Weekend Lectures“ stellt Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) die Hypothese von Dr. phil. Stefan Schmidt von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg über „Veborgene Rituale in der Medizin“.

Schmidt präsentierte seinen Vortrag am 14. Juni 2018 im Rahmen der „Lunch Lecture Series 2018“ des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) zum Thema „Ignorance – what we don‘t know“ (Ignoranz – Was wir nicht wissen).

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Zusammenfassung: Die Medizinwissenschaft konzeptualisiert den menschlichen Körper hauptsächlich als eine biochemische Maschine, die von linearen kausalen Beziehungen bestimmt wird. Medizinische Eingriffe sind auf der Grundlage des gleichen Modells von Ursache und Wirkung aufgebaut. Forschung auf den Gebieten der Psychotherapie, zum Placebo und zur Psychosomatik zeigt aber, dass dieses Modell unvollständig ist, da sie den Einfluss unseres Geistes, unseres Bewusstseins auf Körperfunktionen aufzeigen. In den vergangenen 60 Jahren wurden bestimmte Forschungsmethoden entwickelt und als Gold-Standard etabliert, die es jedoch vermeiden, diese mit unserem Bewusstsein in Verbindung stehenden Effekte miteinzubeziehen, weil diese (Effekte) nicht vom biochemischen Standard-Paradigma gefasst werden können. Als Konsequenz werden viele mentale, bewusstseinsabhängige und selbst soziale Zustände fälschlicherweise kausalen Behandlungen wie Medikation oder Chirurgie zugeschrieben. Aus dieser Perspektive betrachtet, finden sich in der modernen Medizin zahlreiche verborgenen Rituale, die durch Forschungsergebnisse gestützt, wie sie aber nicht vom derzeitigen Paradigma und aktuellen Forschungsmethodik erkannt werden können.
Quelle: uni-freiburg.de

Im Kern zeigt der Vortrag u.a. am Beispiel des Placebo-Effekts (eine eigentlich wirkungslose Zuckerpille erzielt einen vergleichbaren – oder sogar stärkeren – Effekt als das mit ihr (ohne Wissen des Probanden) simulierte Medikament) Heil-Rituale in der modernen Medizin auf, die sich grundsätzlich gar nicht so sehr von alternativen Heil-Ritualen (etwa von Schamanen u.ä.) unterscheiden.

Der Vortrag steht leider ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung.

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