GreWi Weekend Lectures #04: Richard Dolan über Narzissmus in der UFOlogie

Lesezeit: ca. 3 Minuten
Der UFO-Historiker Richard Dolan. Copyright: Richard Dolan

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Die „GreWi Weekend Lectures“ ist eine Reihe von Video-Vorträgen zu einer Vielzahl an grenzwissenschaftlichen, anomalistischen und sachverwandten Themen aus externen Quellen. In der vierten Ausgabe der „Weekend Lectures“ sehen Sie den Vortrag „Defeating the Narcissists in Ufology“, in dem sich Richard Dolan in seiner Video-Reihe „The Big Picture“ für eine empirische, faktenbasierte UFO-Forschung (und Grenzwissenschaft im Allgemeinen) und gegen narzistische Persönlichkeiten der Szene und ihre Versprechen über angebliches geheimes, zugleich aber in der Regel alleine auf Scheinwahrheiten und subjektivem Glauben beruhendes, angebliches Insiderwissen bis hin zu Heilsversprechen ausspricht. Zugleich zeigt er einen Weg aus letzteren, stark manipulativen Argumentations-  und Denkstrukturen auf.

In seinem Vortrag erläutert der bekannte UFO-Forscher und Historiker, den wichtigen Unterschied zwischen fakten- und beweisbasierter Wissenschaft und (UFO-)Forschung und einem Umgang mit dem Themenspektrum, wie er sich auf Vermutungen und schwachen Beweisen bin hin zu Unterstellungen, Verschwörungstheorien und einem „UFO-Glauben“ bezieht.

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Hier ein kurzer Auszug:
„Auf der Suche nach der Wahrheit müssen wir uns immer und immer wieder Fragen, was wirklich gute Beweise ausmacht und wie wir selbst zu einer guten Bewertung dieser Beweise gelangen (…)“

„Im Gegensatz zu spirituellen Offenbarungen, gilt Wissen in der Wissenschaft als vorläufig. Auch wenn sich nicht alle Wissenschaftler immer daran halten, weil auch sie nur Menschen sind, erkennt gute Wissenschaft selbst diese Vorläufigkeit des (eigenen) Wissens an. Hypothesen gelten solange als Hypothesen, bis sie bestätigt und zu Theorien werden. Sie können verändert und angepasst werden, sobald neue Informationen, neue Indizien und Beweise gefunden werden, die neue Hypothesen und Theorien erlauben, um Dinge besser als zuvor erklären zu können.

Der beste Weg, um Wissen zu erlangen, besteht meiner Meinung nach in sorgfältiger, empirischer Beobachtung und kritischer Analyse. Hierzu müssen wir die Wirklichkeit untersuchen – Dinge, die um uns herum passieren. Dinge, die man aufzeichnen und analysieren kann. Andere können dann unsere Arbeit bewerten und sachlich kritisieren. Auf diese Art und Weise kommen wir einer Abbildung der tatsächlichen Realität, der Wahrheit immer ein wenig näher.

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Im Gegensatz dazu haben spirituelle Offenbarungen emotionale Kraft, die der wissenschaftlichen Methode fehlt. Hier bekommen wir Einblicke, vielleicht von Gott oder aus einer anderen spirituellen Sphäre, die aber nicht für eine Überprüfung und Hinterfragung zur Verfügung steht. Solche Offenbarungen sind sozusagen ewig gültig aber nicht offen für eine Diskussion darüber oder eine unabhängige Analyse. Und sehr viele Menschen mögen genau das und schätzen diese Sicherheit – ein Phänomen, das auch und gerade und der UFO-Szene weit verbreitet ist. (…)
Viele Vertreter dieser Richtung sind sogar recht bekannt, berühmt und haben vielgelesene Internetseiten. Ihre Botschaften basieren meist auf Inhalten und angeblichem Wissen, das zunächst einmal nur ihnen selbst zur Verfügung gestellt wurde und steht. Sie präsentieren sich als etwas Besonderes, geben vor ein besonderes Wissen zu haben, das zunächst nur ihnen gegeben wurde. Auf diese Weise werden sie selbst zu den Überbringern dieser Einsichten und Weisheiten, Wahrheiten, die dann andere nur von ihnen lernen können.

In der UFO-Szene gibt es zudem Personen, die zwar nicht von sich behaupten, spirituelle Weisheiten, dafür aber Insiderwissen erlangt zu haben, in dem sie angeblich an geheimen Forschungsprogrammen beteiligt waren, innerhalb derer sie zu exotischen Orten gebracht und exotische Wissenschaft erlernt haben. Auch das ist (ein andere Form) der Offenbarungen: Die Behauptung, über besonderes Wissen zu verfügen. Oft stellen sich diese Menschen als das unverzichtbare Bindeglied zur Wahrheit dar.“ (…)

Der 42-minütige Vortrag steht leider ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung.

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