Große Konjunktion zur Wintersonnenwende: Jupiter und Saturn bilden Doppelstern

Simulation der Großen Konjunktion am 21. Dezember 2020 Copyright/Quelle: Stellarium, University of Exeter / CC BY 4.0
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Simulation der Großen Konjunktion am 21. Dezember 2020 Copyright/Quelle: Stellarium, University of Exeter / CC BY 4.0

Simulation der Großen Konjunktion am 21. Dezember 2020
Copyright/Quelle: Stellarium, University of Exeter / CC BY 4.0

Saarbrücken (Deutschland) – Wer in diesem Jahr zur Wintersonnenwende an den Abendhimmel blickt, kann dort ein besonderes astronomisches Schauspiel beobachten: Erstmals seit dem Mittelalter werden sich die Planeten Jupiter und Saturn so nahestehen, dass sie wie eine Art Doppelgestirn erscheinen.

Von der „Großen Konjunktion“ ist immer dann und in etwa alle 20 Jahre die Rede, wenn sich Jupiter und Saturn, von der Erde aus betrachtet, einander annähern. Zum 21. Dezember 2020 kommen sich die beiden Planeten jedoch derart nahe, dass sie wie ein großer „Doppelstern“ am Himmel erscheinen werden.

Zuletzt ereignete sich eine ähnlich dichte Große Konjunktion im Jahre 1623, war damals jedoch kaum sichtbar, weshalb man noch weiter in die Vergangenheit, ins Jahr 1226, zurückreisen muss, um eine noch engere Große Konjunktion zu finden.

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Die sichtbare Distanz zwischen den beiden Planeten wird am kommenden 21. Dezember gerade einmal ein Fünftel des Durchmessers des Vollmondes betragen. Dann können schon mit besseren Amateurteeskopen beide Planeten mitsamt einiger ihrer Monde in einem Bildausschnitt bewundert werden.

In Mitteleuropa wird der „Doppelplanet“ noch etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang über dem südwestlichen Horizont zu sehen sein. Beim Blick zum Himmel ist Jupiter der deutlich hellere und etwas tiefer stehende der beiden Planeten. Schon in den Tagen vor dem Datum nähern sich die beiden Planeten zusehends einander an. Da beide Planeten aber vergleichsweise hell sind, können sie auch schon während der Dämmerung und selbst in beleuchteten Städten am Himmel beobachtet werden.

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Hintergrund

Eine Abfolge von Großen Konjunktionen, berechnet von Johannes Keplers in dessen Werk „De stella nova...“ Copyright: Gemeinfrei

Eine Abfolge von Großen Konjunktionen, berechnet von Johannes Keplers in dessen Werk „De stella nova…“
Copyright: Gemeinfrei

 

Die Periodizität der Großen Konjunktion wurde schon spätestens seit der Antike beobachtet und hat seit dem Hochmittelalter viele Astrologen inspiriert. Manche Astronomen und Historiker vermuten, dass der Stern von Betlehem zur Zeit der Geburt Jesu das Ergebnis einer Großen Konjunktion in den Jahren 7 bis 6 v. Chr. gewesen sein könnte. In jüngerer Zeit führen derartige Konjunktionen auch anderer Planeten, zuletzt etwa die Venus-Jupiter-Konjunktion von 2015, immer wieder auch zu Verwechselungen mit UFOs (…GreWi berichtete 1, 2)

Die nächsten derartigen engen Großen Konjunktionen sind dann erst wieder Mitte März 2080 und im Jahre 2400 zu beobachten.




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