Hollywood verfilmt UFO-Sichtungen über US-Flughafen

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Plakat-Titel zu „UFO“
Copyright: Sony Pictures Entertainment

Im November 2006 sorgte die Sichtung eines als scheibenförmig beschriebenen Flugobjekts unmittelbar über dem Internationalen O’Hare Flughafen von Chicago durch Mitarbeiter und Piloten der hier stationierten Fluggesellschaften für internationales Medieninteresse. Jetzt hat sich auch Hollywood des Vorfalls angenommen und liefert mit „Die UFO-Verschwörung“ eine fiktive Interpretation der damaligen Ereignisse mit Akte-X-Star Gillian Anderson. Grenzwissenschaft-Aktuell.de wirft einen Blick auf die Hintergründe und verlost drei Exemplare des lediglich auf DVD erschienenen Films.

Zur Handlung: Derek, gespielt Alex Sharp, ist ein hochintelligenter College-Student und wird von einer UFO-Sichtung aus seiner Kindheit verfolgt. Er glaubt, dass die rätselhaften Vorkommnisse an verschiedenen Flughäfen in den USA etwas mit UFOs zu tun haben. Mithilfe seiner Freundin Natalie (Ella Purnell) und seiner Mathematikprofessorin Dr. Hendricks (Gillian Anderson, bekannt als Dana Scully aus der TV-Mystery-Serie “Akte X”), versucht Derek das Rätsel eines Signals zu lösen, das er in den Aufzeichnungen der Flugaufsicht entdeckt hat. Dabei stößt er auf zahlreiche Ungereimtheiten in den offiziellen Erklärungen für die Sichtung und gerät dabei schnell in den Fokus von FBI Special Agent Franklin Ahls (David Strathairn), der offenbar eine UFO-Untersuchungskommission der Regierung leitet.

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GreWi-Herausgeber Andreas Müller meint…
Schnell wird klar, warum der „Die UFO-Verschwörung“ (im engl. Original heißt der Film übrigens nur „UFO“) es nicht auf die große Leinwand geschafft hat. Die Entwicklung der Story wirkt schnell etwas langatmig und das zitieren bereits bekannter (und wesentlich besserer) UFO-Filmklassiker wirkt ebenso bemüht, wie die Leistungen der Schauspieler. Auch das Rätsel des Signals und dessen Lösung sowie das Finale des Films bleiben hinter den dramaturgischen Möglichkeiten, die der auf tatsächlichen Ereignissen basierende Stoff sicherlich hätte liefern können, zurück. Schade – aber allemal lohnender als einen Fernsehabend an eine von Roland Emmerichs UFO-und Alien-Fantasien zu vergeuden.

UFO-Sichtung über O’Hare Airport – Die Hintergründe

Ansicht des O’Hare International Airport Chicago
Copyright: bogdanstepniak (via WikimendiaCommons), CC BY-SA 3.0

2006 sorgte die Sichtung eines als “scheibenförmig” beschriebenen Flugobjekts unmittelbar über dem Internationalen O’Hare Flughafen von Chicago durch Mitarbeiter und Piloten der dort stationierten Fluggesellschaften für internationales Medieninteresse. Schlussendlich soll das scheibenförmige Objekt durch die Wolken davongeflogen sein und dabei ein kreisrundes Loch in die geschlossene Wolkendecke gerissen haben, das sich selbst nur langsam wieder schloss. Kein bekanntes Zivilflugzeug ist dazu in der Lage.

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In dem umfassenden Report über den O’Hare-Vorfall mit dem Titel “Bericht über ein unidentifiziertes Luftphänomen und die Folgen für die Sicherheit am O’Hare International Airport am 07. November 2006” des UFO-Forschers Dr. Richard Haines, stellt dieser fest:

“Laut (der US-Flugaufsicht) FAA wurde an diesem Ort und zu dieser Tageszeit nichts vom Radar erfasst oder von den Fluglotsen aus dem Haupttower gesehen. Eine Untersuchung der Primärradardaten, die von der FAA geliefert wurden, bestätigte die erste Behauptung. Nichtsdestotrotz machte ein FAA-Fluglotse für den eingehenden Flugverkehr Bemerkungen über das ‘UFO’ (UAP) …, lange bevor das Objekt verschwand.” (Haines’ O’Hare-Bericht, folgender Link S. 5).

Darüber hinaus berichtete Haines, als Resultat seiner Anforderungen der Aufzeichnungen Tower-Logs und Kommunikationsaufzeichnungen (unter Berufung auf das US-Gesetz zur Veröffentlichung von Regierungsinformationen, FOIA), dass “(1) drei separate telefonische Anfragen aus dem United Ramp Tower in Bezug auf das UAP/UFO getätigt wurden und (2) dass es dazu eine schriftliche Notiz der FAA gibt” (siehe Haines’ O’Hare-Bericht, folgender Link, S.19).

Noch belastender war zudem eine Serie von Interviews mit Mitarbeitern der United Airlines, die von dem Journalisten der „Chicago Tribune“, Jon Hilkevitch (s. Video f.), geführt wurden und die aufzeigten, dass von Seiten der Fluggesellschaft zunächst tatsächlich versucht wurde, die Sichtungsberichte ihrer eigenen Mitarbeiter zu vertuschen.

Wurde das Management der United Airlines auf Grund von Druck Seitens der FAA genötigt, seinen eigenen Mitarbeitern einen Maulkorb zu verpassen? Unabhängig von den Antworten auf diese Fragen, schien die FAA-Politik Zeugenaussagen über den UFO-Vorfall am O’Hare-Flughafen unterdrückt zu haben, unabhängig von der Zuverlässigkeit und der Anzahl der Zeugen.

Der Verfasser des Berichts, der ehem. NASA-Mitarbeiter Dr. Richard Haines hat über die Jahre tausende von Pilotensichtungen untersucht und gesammelt. Seine Datenbank zählt inzwischen zu den bedeutendsten Beweisen für die Existenz des UFO-Phänomens und darüber hinaus.

– Den Original-Bericht von Dr. Richard Haines zum O’Hare-Vorfall (PDF-download, engl.) finden Sie HIER

Angebliche Foto- und Videoaufnahmen erwiesen sich als Fälschungen
2009 sorgten dann angebliche Videoaufnahmen und Fotografien eines UFOs über dem Internationalen O’Hare Flughafen in Chicago für Diskussionen. Diese konnten jedoch damals von UFO-Forschern schnell als Fälschungen entlarvt werden und auch der Fälscher hat sich geoutet (…GreWi berichtete: 1, 2, 3, 4).

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