Hypergiant: US-Raumfahrt-StartUp will mit Satelliten nach UFOs suchen

Auswahl einiger visueller Konzepte von „Hypergiant“ Copyright: hypergiant.com
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Auswahl einiger visueller Konzepte von „Hypergiant“ Copyright: hypergiant.com

Auswahl einiger visueller Konzepte von „Hypergiant“
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Austin (Texas) – Während Erfolg-Unternehmer wie Elon Musk, Richard Branson und Unternehmen wie Apple, Amazon & Co im Rampenlicht stehen, ist der US-StartUp-Unternehmer Ben Lamm zumindest hierzulande nur wenigen bekannt – dafür aber nicht unbedingt weniger erfolgreich oder gar visionär. Mit seinem Unternehmen „Hypergiant Industries“ will er sich nichts Geringerem widmen als der „Lösung einiger der größten Herausforderungen der Menschheit“, so ein Firmenmotto. Neben der Verarbeitung großer Datenmengen von Satellitenbeobachtungen zur Katastrophenhilfe und -Bewältigung, will Lamm diese Daten kombiniert mit „künstlicher Intelligenz“ (KI) auch dazu nutzen, um nach UFOs Ausschau zu halten – diesmal jedoch nicht von der Erde aus, sondern aus dem All.

Schon jetzt wertet „Hypergiant“ unter anderem erfolgreich mit Hilfe von KI unzählige Satelliten- und Drohnenaufnahmen aus, um etwa mit dem „Disaster Mapping System“ die von Umweltkatastrophen am schwersten betroffenen Gebäude in einem Gebiet zu identifizieren. Kunden von Lamms Unternehmen, die der Entrepreneur teilweise bereits erfolgreich wieder verkauft hat (u.a. an Unternehmen wie Zygna und Accenture), sind neben der NASA und anderen US-Behörden (u.a. die „Homeland Security“) auch Shell und GE. Das Geheimnis des Erfolgs von Ben Lamm liegt unter anderem auch im Aufkauf bereits erfolgreicher und erfahrender Satelliten- und Datenauswertungsfirmen.

Vor dem Hintergrund dieses Erfolges fällt es Lamm offenbar auch nicht schwer, sich auch öffentlich zu einer vielleicht nicht ganz so gewöhnlichen Faszination zu bekennen: Dem UFO-Phänomen. Und auch wenn „unidentifizierte Flugobjekte“ nicht im offiziellen Portfolio von „Hypergiant“ zu finden sind, hält Lamm selbst mit seiner Faszination am Thema nicht hinterm Berg – auch wenn er selbst lieber von „UAPs“ (Unidentified Aerial Phenomena = dt: unidentifizierte Phänomene im Luftraum) als von „UFOs“ spricht und sich so nicht nur dem Neusprech der um Seriosität bemühten UFO-Forschung, sondern auch der offiziellen Sprachregelung des US-Militärs, allen voran der US Navy anschließt (…GreWi berichtete). (Anm. GreWi: Tatsächlich finden sich überall im Webauftritt von Hypergiant mehr oder weniger verborgen, visuelle Hinweise auf die UFO-Faszination des Unternehmers…)

Unternehmer Ben Lamm. Copyright: benlamm.com

Unternehmer Ben Lamm.
Copyright: benlamm.com

Auf die Vermutung einiger UFO-Skeptiker, die selbst hinter den von der US-Navy offiziell als „unidentifizierte Phänomene im Luftraum“ bezeichneten und von Navy-Piloten mittels Bordkamera und Radar dokumentierten, bis heute unidentifizierten Flugobjekten (…GreWi berichtete) die Konstrukte geheimer irdischer Technologien sehen, reagiert Lamm gegenüber dem Vice-Technologie-Blog „Motherboard“ ebenso offen wie gelassen: „Wenn es da draußen jemanden gibt, der eine derart verrückte Technologie entwickelt hat, so sollten wir (alle) davon erfahren. Ganz egal also, was UAPs also sind – ob nun irdischer oder außerirdischer Herkunft – wir sollten zu unserer eigenen Sicherheit mehr darüber erfahren.“

Um dieses Wissen zu erlangen will Lamm mit Hypergiant Satellitendaten mit einer sich in der Entwicklung befindlichen Software namen „CONTACT“ auswerten. Das Kürzel steht für “Contextually Organized Non Terrestrial Active Capture Tool” und soll alle bereits bestehenden Hypergiant-Werkzeuge und verfügbare Datenquellen (wie etwa das “Disaster Mapping System”) nutzen, um in diesen Daten nach Anomalien zu suchen.

Wie „Motherboard“ weiter berichtet, soll CONTACT schlussendlich dreidimensionale Satellitendaten, sogenannte „volumetrische Informationen“, analysieren, aus denen nicht nur eine zweidimensionale Position eines Flugobjekts (vergleichbar mit der der Positionsanzeige eines Passagierflugzeugs auf der Landkarte im Sitzmonitor), sondern auch räumliche Informationen und aktuelle Aufnahmen mit früheren Satellitenaufnahmen vom gleichen Ort und öffentlichen Flugbewegungsdaten (bspw. www.FlightRadar24.com u.a.) bekannter Flugobjekte wie registrierte Flugzeuge und Wetterballons ab- und vergleichen, um so unterscheiden zu können, ob es sich nicht vielleicht doch um ein gewöhnliches und damit bekanntes und identifizierbares Flugzeug handelt, dass vom Satelliten lediglich in einem ungewöhnlichen Blickwinkel aufgezeichnet wurde und deshalb wie ein UFO erscheint.

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Zu diesem Zweck wird das System zugleich auf ein KI-Netzwerk zurückgreifen, dass sämtliche bekannten Arten von Flugzeugen, Hubschraubern und anderen am Himmel zu erwartenden irdischen Objekten aus verschiedenen Perspektiven simulieren und sodann als solche identifizieren und schon vorab aussondern kann.

Sollte dann noch eine Anomalie übrig bleiben, greift die Software überprüfend auf weitere Satelliten- und Drohnenaufnahmen des betroffenen Ortes rund um die entsprechende Beobachtungszeit zurück, um dann diese Daten erneut durch die vorig beschriebenen Filter zu jagen, um so bekannte IFOs (identifizierte – also bekannte – bekannte Flugobjekte) auszusortieren.

Neben unidentifizierten Flugobjekten, deren Erforschung und Dokumentation zunächst vermutlich einen rein wissenschaftlichen, aber kaum finanziellen Nutzen haben wird, erhofft sich das Unternehmen von der CONTACT-Software aber auch neue Möglichkeiten zur Erkennung und Verfolgung „irdischer Unbekannter“, wie illegale Drohnen oder fortschrittliche Militärentwicklungen potentiell feindlicher Mächte. Und das dürfte auch für die bisherigen Geschäftspartner von Lamms Unternehmen, wie US-Behörden, Militärs und NASA interessant sein.

Schon in diesem März soll der erste Hypergiant-Satellit an den Start gehen und im April und Mai erste 3D-Daten übermitteln. Schlussendlich visiert auch Lamm eine Satellitenkonstellation wie etwa „Starlink“ von „SpaceX“ aus mehr als 30 Satelliten im Erdorbit an.

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Quelle: Motherboard (Vice), Hypergiant

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